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Ein anspruchsvolles
Züchtungsziel:
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Ein Patentrezept dafür gibt es nicht: Mit besseren Bewässerungssystemen lassen sich Verluste in Folge von Verdunstung oder Leckagen oft erheblich reduzieren. Die Landwirte können durch angepasste Kulturarten, geeignete Fruchtfolgen und Bearbeitungsverfahren die Austrocknung und Erosion des Bodens vermindern. Und: Notwendig ist auch die Entwicklung von Pflanzen mit hoher "Wassernutzungseffizienz", die möglichst viel Biomasse bei einem möglichst geringem Wasserverbrauch produzieren. In den letzten Jahren ist eine bessere Toleranz gegenüber Trockenheit oder anderen Stressfaktoren wie Hitze, Salz oder Kälte zu einem wichtigen Ziel in der Pflanzenzüchtung geworden. Doch es ist alles andere als einfach, neue Sorten mit deutlich verbesserten Stress-Eigenschaften zu züchten.
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Zudem soll eine bessere Stresstoleranz nicht mit Ertragseinbußen erkauft werden. So sollen trockentolerante Sorten zwar bei Wassermangel bessere Erträge liefern als konventionelle Sorten, jedoch nicht schlechter sein, wenn ausreichend Wasser vorhanden ist.
Derzeit wird auf dem Gebiet der Stresstoleranzen von Pflanzen noch viel Grundlagenforschung betrieben. Das betrifft etwa die Suche nach dem genetischen Hintergrund der verschiedenen biologischen Mechanismen, mit denen sich Pflanzen - aber auch andere Organismen - an Trockenheit oder andere Stresssituationen anpassen. So weiß man, dass manche Pflanzenarten bei Trockenheit ihr Wurzelwachstum intensivieren, um an Wasser aus tieferen Bodenschichten heranzukommen, andere Pflanzen stellen dagegen das Wachstum ein.
Ein weiterer Mechanismus sind die Spaltöffnungen (Stomata) an der Blattunterseite, mit denen Pflanzen ihre Kühlung regulieren und die bei Wassermangel geschlossen werden. Versuche zeigen, dass sich über diesen Vorgang die Wassereffizienz einer Pflanze deutlich verbessern lässt. Allerdings führen geschlossene Stomata auch zu einer Verringerung der Photosynthese.
Viele solcher Ansätze für Trocken- und Stresstoleranzen werden derzeit in der Pflanzenforschung verfolgt, aber bisher sind daraus erst wenige neue Sorten hervorgegangen, die eine deutlich bessere Wassereffizienz aufweisen. Das gilt sowohl für "gentechnisch veränderte" als auch für mit anderen molekularbiologischen Verfahren "gezüchtete" Pflanzen.
Mit Gentechnik. Als "gentechnisch verändert" im Sinne der Gesetze gelten Pflanzen dann, wenn neue Gene eingeführt wurden, die aus anderen Organismen stammen. Ohne eine besondere Zulassung und Sicherheitsbewertung dürfen sie nicht auf den Markt. In vielen Ländern werden sie von einer gentechnik-skeptischen Öffentlichkeit mit Misstrauen betrachtet.
Eine erste trockentolerante gv-Maissorte ist in den USA zugelassen. Weltweit gibt es eine Reihe von Projekten, in denen neue Konzepte für stress- und trockentolerante Pflanzen mit neuen Genen getestet werden.
Ohne Gentechnik. Auch ohne "fremde"
Gene einzuführen, können Fortschritte bei Stresstoleranzen erzielt
werden. "Konventionelle" Pflanzenzüchtung ist heute in
weiten Teilen angewandte Molekularbiologie. Damit ist es möglich, jene
Gene und Genvarianten zu identifizieren, die für die Ausprägung
eines bestimmten Toleranzmerkmals verantwortlich sind. Mehr noch: Mit der heutigen extrem
leistungsstarken
Sequenzier- und Analysetechnik kann man schon auf
der Genomebene untersuchen, ob in den Nachkommen das mit dem
angestrebten Merkmal korrelierende Gen-Muster vorhanden ist.
Diese moderne "Präzisionszüchtung" wird auch
als
SMART Breeding (Selection with Markers and Advanced
Reproductive Technologies) bezeichnet. Solche Pflanzen gelten -
mit Ausnahme Kanadas - nicht als "gentechnisch verändert".
Sie müssen
keine besondere gesetzlichen Auflagen erfüllen und werden von den
meisten Konsumenten als
"natürliche", herkömmlich gezüchtete Sorten wahrgenommen.
Ähnliches gilt für die
Mutationszüchtung, bei
der mit geeigneten Techniken - Chemikalien, Bestrahlung - eine
Vielzahl zufälliger, ungerichteter
Mutationen hervorgerufen
werden. Unter den so behandelten Pflanzen werden dann mit
molekularbiologischen Verfahren diejenigen Mutanten herausgesucht,
bei denen die für die angestrebte Stresstoleranz richtigen
Genvarianten entstanden sind.
Ein Beispiel für die neue Generation trockentoleranter Pflanzensorten ist der Aquamax-Mais des Agrokonzerns Pioneer. Bei seiner Entwicklung wurden verschiedene Verfahren - etwa SMART Breeding - genutzt. Seit 2012 sind in den USA Aquamax-Sorten auf dem Markt. Bereits im ersten Jahr wurden sie auf 800.000 Hektar angepflanzt. In Anbauversuchen sollen sie bei moderater Trockenheit deutlich bessere Erträge geliefert haben als andere Sorten.
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