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Wie sich Pflanzen gegen Trockenstress schützen: Neue Konzepte gegen Dürren

An dem Ziel trockentoleranter Nutzpflanzen arbeiten weltweit verschiedene Forschungsinstitute und Unternehmen. Inzwischen sind verschiedene biologische Mechanismen bekannt, mit denen Pflanzen sich an Trockenheit und anderen Stress anpassen. Wenn der genetische Hintergrund dieser Eigenschaften entschlüsselt ist, kann man geeignete "Kandidatengene" auf andere Pflanzen übertragen. Auf vielen Versuchsfeldern werden solche Konzepte getestet. In den nächsten Jahren wird sich zeigen, ob sie die Erwartungen erfüllen. 

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Spaltöffnungen (Stomata) an der Unterseite eines Blattes: Bei Trockenstress werden sie geschlossen, um Wasser zu sparen. Diese Vorgang wird durch ein bestimmtes Hormon gesteuert. In Forschungsprojekten wird untersucht, ob sich dieses Mechanismus für wassereffizientere Pflanzen nutzen lässt.

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Stresstoleranter Weizen: In Australien wird in großen, öffentlich finanzierten Forschungsprojekten daran gearbeitet, Weizen an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Testet werden trockentolerante gv-Weizenlinien, aber auch salztoleranter Weizen, der mit neuen molekularbiologischen Verfahren (markergestützte Selektion) entwickelt wurde.
Foto: CSIRO, Versuche mit salztolerantem Weizen

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Maisanbau in den Zeiten der Trockenheit: Auch in Deutschland, etwa in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg ist Trockenheit und Wassermangel das Hauptproblem in der Landwirtschaft. Die Nachfrage nach Sorten, die an diese Bedingungen angepasst sind, steigt.

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Kein Wasser, kein Wachstum. Es ist ein natürlicher Schutzmechanismus vieler Pflanzen, dass sie bei Dürre das Wachstum einstellen. Das Foto zeigt einen verkümmerten Maiskolben nach einer längeren Dürreperiode.
Fotos: Maisfelder im Rheinland bei Bonn; 2003

An Pflanzen, Moosen, Hefen und Bakterien, die besonders gut an Hitze und Trockenheit angepasst sind, untersucht man grundlegende Mechanismen, die Pflanzen gegen Trockenstress schützen können.

Einige Schutzmechanismen sind bereits bekannt, wie zum Beispiel die Verringerung der Anzahl der Spaltöffnungen, mit deren Hilfe die Pflanze Kohlendioxid aufnimmt, durch die aber auch Wasser verdunstet. Ein anderer Schutzmechanismus ist die erhöhte Produktion von Proteinen, die andere Proteine, Zellmembranen und Zellorganellen schützen. Kann man die Gene identifizieren, die an solchen Schutzmechanismen beteiligt sind, ist es möglich, sie mit Hilfe gentechnischer Methoden auf Nutzpflanzen zu übertragen und damit weitere Optionen für die Züchtung zu eröffnen.

In mehrere Nutzpflanzenarten wurden bereits "Trockentoleranzgene" eingeführt. Einige der daraus hervorgegangenen Linien werden in Freilandversuchen getestet.

Australien: Stresstoleranter Weizen. So wird etwa in Australien, das von Dürreperioden besonders stark betroffen ist, intensiv an der Entwicklung trockentoleranter Weizensorten gearbeitet. In einem Forschungsprojekt des Department for Primary Industries im Bundesstaat Victoria wurden fünfzehn verschiedene Kandidatengene für Trockentoleranz in Weizen transformiert. In Anbauversuchen bei Trockenheit haben mehrere dieser Linien deutliche höherer Erträge geliefert als konventionelle Sorten. Bis zur Anwendungsreife werden jedoch noch einige Jahre vergehen.

Argentinien: Mehr Ertrag bei Dürre durch ein Sonnenblumen-Gen. Eine andere Idee verfolgen Wissenschaftler des Agrobiotechnology Institute of the Littoral in Argentinien: Sie haben unter 50.000 Genen der Sonnenblume ein Gen gefunden, das eine zentrale Rolle bei Anpassung der Pflanze an Stresssituationen spielt. Dieses HAHB4-Gen wurde in Mais-, Weizen- und Sojabohnenpflanzen eingebracht.  Die so gentechnisch veränderten Pflanzen wurden in mehreren Regionen des Landes unter verschiedenen Klimabedingungen und auf unterschiedlichen Böden angebaut. In den Versuchen zeigte sich, dass die neuen Pflanzen nicht nur trocken- und salzresistent sind, sondern auch eine deutlich höhere Produktivität besitzen - und das sogar nicht nur bei Dürre und Wasserknappheit, sondern auch unter normalen klimatischen Bedingungen.

Derzeit laufen mit HAHB4-Pflanzenlinien Versuchsreihen zur Umwelt- und gesundheitlichen Sicherheit. Sollten diese ebenfalls positiv ausfallen, könnte eine Markteinführung vorbereitet werden.

USA: Trockentolerante gv-Mais ab 2013 im Handel. Die erste trockentolerante gv-Nutzpflanze, die kommerziell erhältlich sein wird, ist eine Maissorte, die von den Unternehmen Monsanto und BASF entwickelt wurde und nach Anbauversuchen ab 2013 in den USA auf den Markt kommen soll.

Dieser Mais (Markenname: DroughtGard) ist das erste marktreife Produkt, das aus der Zusammenarbeit von Monsanto und BASF hervorgeht. 2007 hatten die beiden Konzerne vereinbart, ihre jeweiligen Aktivitäten bei der Erforschung von Trocken- und Stresstoleranz in eine gemeinsame Plattform einzubringen. Insgesamt soll eine Summe von 1,2 Milliarden Euro investiert werden, um bei den Kulturarten Soja, Mais, Raps und Baumwolle neue trockentolerante Sorten zu entwickeln.

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Grüne Gentechnik: Lernen von Pflanzen am Himalaya. Auf der Suche nach Konzepten für stresstolerante Pflanzen. (Video: Deutsche Welle)
Wie der Weizen zu dem wurde, was er heute ist. Ein Video über Einkorn und Emmer, Dinkel und Durumweizen und über zwei Revolutionen auf dem Weg vom Wildgras zum Weizen. Besuch im Schaugarten des Max-Planck-Institutes für Pflanzenzüchtungsforschung in Köln.
20. November 2012 [nach oben springen]

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