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An Pflanzen, Moosen, Hefen und Bakterien, die
besonders gut an Hitze und Trockenheit angepasst sind, untersucht
man grundlegende Mechanismen, die Pflanzen gegen Trockenstress
schützen können.
Einige Schutzmechanismen sind bereits bekannt, wie
zum Beispiel die Verringerung der Anzahl der Spaltöffnungen, mit
deren Hilfe die Pflanze Kohlendioxid aufnimmt, durch die aber auch
Wasser verdunstet. Ein anderer Schutzmechanismus ist die erhöhte
Produktion von Proteinen, die andere Proteine, Zellmembranen und
Zellorganellen schützen. Kann man die Gene identifizieren, die an
solchen Schutzmechanismen beteiligt sind, ist es möglich, sie mit
Hilfe gentechnischer Methoden auf Nutzpflanzen zu übertragen und
damit weitere Optionen für die Züchtung zu eröffnen.
In mehrere Nutzpflanzenarten wurden bereits "Trockentoleranzgene"
eingeführt. Einige der daraus hervorgegangenen Linien werden in Freilandversuchen getestet.
Australien: Stresstoleranter Weizen. So wird etwa in Australien, das von Dürreperioden besonders stark
betroffen ist, intensiv an der Entwicklung trockentoleranter
Weizensorten gearbeitet. In einem Forschungsprojekt des
Department for Primary Industries im Bundesstaat Victoria wurden
fünfzehn verschiedene Kandidatengene für Trockentoleranz in Weizen
transformiert. In Anbauversuchen bei Trockenheit haben mehrere
dieser Linien deutliche höherer Erträge geliefert als konventionelle
Sorten. Bis zur Anwendungsreife werden jedoch noch einige Jahre
vergehen.
Argentinien: Mehr Ertrag bei Dürre durch
ein Sonnenblumen-Gen. Eine andere Idee verfolgen Wissenschaftler des
Agrobiotechnology Institute of the Littoral in Argentinien:
Sie haben unter 50.000 Genen der Sonnenblume ein Gen gefunden, das
eine zentrale Rolle bei Anpassung der Pflanze an Stresssituationen
spielt. Dieses HAHB4-Gen wurde in Mais-, Weizen- und Sojabohnenpflanzen
eingebracht. Die so gentechnisch veränderten Pflanzen wurden in
mehreren Regionen des
Landes unter verschiedenen Klimabedingungen und auf
unterschiedlichen Böden angebaut. In den Versuchen zeigte sich, dass
die neuen Pflanzen nicht nur trocken- und salzresistent sind,
sondern auch eine deutlich höhere Produktivität besitzen - und das
sogar nicht nur bei Dürre und Wasserknappheit, sondern auch unter
normalen klimatischen Bedingungen.
Derzeit laufen mit HAHB4-Pflanzenlinien
Versuchsreihen zur Umwelt- und gesundheitlichen Sicherheit. Sollten
diese ebenfalls positiv ausfallen, könnte eine Markteinführung
vorbereitet werden.
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