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Anbau in den USA beginnt 2013:
Ein Mais für trockene Zeiten

Die erste trockentolerante gentechnisch veränderte Nutzpflanze, die kommerziell erhältlich sein wird, ist eine Maissorte, die von den Unternehmen Monsanto und BASF entwickelt wurde. Nachdem dieser MON87460-Mais (Markenname: DroughtGard) Ende 2011 in den USA ohne Einschränkungen zugelassen wurde, bauten ihn 2012 etwa 250 Landwirte in den USA zunächst probeweise an. Die Markteinführung ist 2013 geplant. In der EU ist in Kürze mit einer Import-Zulassung zu rechnen.

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Kein Wasser, weniger Erträge. In den USA ist Dürre ein zunehmendes Problem in der Landwirtschaft. Jährlich sollen dadurch Schäden in Höhe von 5 Milliarden Dollar verursacht werden. Ab 2013 will Monsanto in den USA einen neu entwickelten gv-Mais auf den Markt bringen, der Trockenheit ohne große Ertragsverluste überstehen soll.
Foto: Mais in Texas während der Dürre 2011; Jay Janner/Statesman

MON87640-Mais: Zulassung in den USA

Der Zulassungsantrag für USA wurde 2009 eingereicht.

Im Mai 2011 veröffentlichte die amerikanische Landwirtschaftsbehörde USDA das Ergebnis der Umweltabschätzung: Der trockentolerante gv-Mais MON87460 verhalte sich in der Umwelt ähnlich wie konventionelle Maissorten. Negative Auswirkungen auf die allgemeine Pflanzengesundheit seien nicht zu erwarten. Zudem könne durch geeignete Maßnahmen das Risiko minimiert werden, dass sich der neue, besser an Dürreperioden angepasste Mais außerhalb der landwirtschaftlichen Flächen etabliert.

Nach Auswertung der Kommentare und Einwände aus der Öffentlichkeit wurde der MON87640-Mais am 27. Dezember 2011 in den USA zugelassen.

Seine Fähigkeit, Dürreperiode ohne große Ernteverluste zu überstehen, verdankt der neue Mais einem zusätzlich eingeführten Gen. Es wurde in Bakterien (Bacillus subtilis) gefunden und sorgt für die Bildung des "Kälte-Schock-Proteins B" (cspB, Cold shock protein B), das in Stresssituationen wie Wassermangel dazu beiträgt, wichtige Zellfunktionen aufrechtzuerhalten.

Der trockentolerante Mais MON87460 ist das erste marktreife Produkt, das aus der Zusammenarbeit von Monsanto und BASF hervorgeht. 2007 hatten die beiden Konzerne vereinbart, ihre jeweiligen Aktivitäten bei der Erforschung von Trocken- und Stresstoleranz in eine gemeinsame Plattform einzubringen. Insgesamt sollte eine Summe von 1,2 Milliarden Euro investiert werden, um bei den Kulturarten Soja, Mais, Raps und Baumwolle neue trockentolerante Sorten zu entwickeln.

Gerade bei Mais hängen die Erträge stark vom Wasser ab. Ursprünglich eine Pflanze der Tropen, benötigt Mais neben frostfreien Temperaturen während der Keimzeit ausreichend Wasser und Nährstoffe. Ein wirtschaftlich lohnender Maisanbau erfordert nicht nur einen erheblichen Aufwand bei Düngung und dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, sondern in vielen Regionen auch die Bewässerung des Ackerlandes.

Vor allem im mittleren Westen der USA führen Trockenperioden immer wieder zu erheblichen Ertragseinbußen. Allein bei 40 Prozent der in Nordamerika von den Versicherungsgesellschaften beglichenen Ernteausfällen ist Trockenheit die Ursache. Als Folge der Dürrekatastrophe 2012 gingen in den USA die Maiserträge nach offiziellen Angaben um 17 Prozent zurück. Eine Fläche so groß wie Belgien und Luxemburg wurde vernichtet.

Weltweit gehen infolge von Dürre und Wassermangel jährlich 15 Prozent der Maisernte verloren, bei lang anhaltender Trockenheit deutlich mehr.

Seit einigen Jahren wird der neue trockentolerante MON87460-Mais in Freilandversuchen getestet. Nach Angaben der Unternehmen lieferte er bei "moderater Trockenheit" ohne zusätzliche Bewässerung Erträge, die zwischen sechs und zehn Prozent höher waren als die konventioneller Maissorten am gleichen Standort.

Feldversuche, die von der Landwirtschaftsbehörde USDA durchgeführt wurden, bestätigten diese Ergebnisse allerdings nicht. Danach bewegen sich die Erträge des trockentoleranten Maises im Bereich konventioneller Sorten, wie sie speziell für wasserarme Regionen gezüchtet werden. Allerdings konnte auf Feldern mit MON87460-Mais ganz oder teilweise auf eine künstliche Bewässerung verzichtet werden. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine im Frühjahr 2012 Studie veröffentlichten Studie der Union of Concerned Scientists.

2012 wurde der MON87460-Mais (Markenname DroughtGard) noch nicht frei verkauft, sondern zunächst unter kontrollierten Bedingungen angebaut. Nach Angaben von Monsanto haben sich daran 250 Farmer in fünf US-Bundesstaaten auf einer Anbaufläche von insgesamt etwa 5000 Hektar beteiligt. Ein freier Verkauf des Saatguts ist in den USA ab 2013 vorgesehen.

Auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat im Oktober 2012 die Sicherheitsüberprüfung des MON87460-Maises abgeschlossen. Damit ist eine Zulassung von Lebens- und Futtermitteln aus diesem Mais in der EU zu erwarten. Danach sind in Maisimporten aus den USA "technisch unvermeidbare" Beimischungen von MON87640-Mais ohne Kennzeichnung erlaubt.

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20. November 2012 [nach oben springen]

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