Transparenz fr Gentechnik bei Lebensmitteln
 
TransGen Lebensmitteldatenbank

Geben Sie ein, wozu Sie etwas wissen wollen: eine Pflanze, ein Lebensmittel, eine Zutat, einen Zusatzstoff oder eine E-Nummer.

Sie erhalten Informationen über mögliche Anwendungen der Gentechnik.

Fragen zur Datenbank?

transGEN Forum
Newsletter? Anmelden
Forum Bio- und Gentechnologie

Anbau in den USA ab 2012:
Ein Mais für trockene Regionen

Die erste trockentolerante gentechnisch veränderte Nutzpflanze, die kommerziell erhältlich sein wird, ist eine Maissorte, die von den Unternehmen Monsanto und BASF entwickelt wurde. Nachdem dieser MON87460-Mais Ende 2011 in den USA ohne Einschränkungen zugelassen wurde, soll zunächst ein begrenzter Anbau auf einer Fläche von etwa 5000 Hektar beginnen.


Gute Erträge ohne Bewässerung? In den USA wird ab 2012 ein gv-Mais angebaut, der Trockenheit ohne große Ertragsverluste überstehen soll.

MON87640-Mais: Zulassung in den USA

Der Zulassungsantrag für USA wurde 2009 eingereicht.

Im Mai 2011 veröffentlichte die amerikanisch Landwirtschaftsbehörde USDA das Ergebnis der Umweltabschätzung: Der trockentolerante gv-Mais MON87460 verhalte sich in der Umwelt ähnlich wie konventionelle Maissorten. Negative Auswirkungen auf die allgemeine Pflanzengesundheit seien nicht zu erwarten. Zudem könne durch geeignete Maßnahmen das Risiko minimiert werden, dass sich der neue, besser an Dürreperioden angepasste Mais außerhalb der landwirtschaftlichen Flächen etabliert.

Nach Auswertung der Kommentare und Einwände aus der Öffentlichkeit wurde der MON87640-Mais am 27. Dezember 2011 in den USA zugelassen.

Seine Fähigkeit, Dürreperiode ohne große Ernteverluste zu überstehen, verdankt der neue Mais einem zusätzlich eingeführten Gen. Es wurde in Bakterien (Bacillus subtilis) gefunden und sorgt für die Bildung des "Kälte-Schock-Proteins B" (cspB, Cold shock protein B), das in Stresssituationen wie Wassermangel dazu beiträgt, wichtige Zellfunktionen aufrechtzuerhalten.

Der trockentolerante Mais MON87460 ist das erste marktreife Produkt, das aus der Zusammenarbeit von Monsanto und BASF hervorgeht. 2007 hatten die beiden Konzerne vereinbart, ihre jeweiligen Aktivitäten bei der Erforschung von Trocken- und Stresstoleranz in eine gemeinsame Plattform einzubringen. Insgesamt soll eine Summe von 1,2 Milliarden Euro investiert werden, um bei den Kulturarten Soja, Mais, Raps und Baumwolle neue trockentolerante Sorten zu entwickeln.

Gerade bei Mais hängen die Erträge stark vom Wasser ab. Ursprünglich eine Pflanze der Tropen, benötigt Mais neben frostfreien Temperaturen während der Keimzeit ausreichend Wasser und Nährstoffe. Ein wirtschaftlicher Maisanbau erfordert nicht nur einen erheblichen Aufwand bei Düngung und dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, sondern in vielen Regionen inzwischen auch die Bewässerung des Ackerlandes.

Vor allem im mittleren Westen der USA führen Trockenperioden immer wieder zu erheblichen Ertragseinbußen. Allein bei 40 Prozent der in Nordamerika von den Versicherungsgesellschaften beglichenen Ernteausfällen ist Trockenheit die Ursache. In den Maisanbauregionen der Welt gehen infolge von Dürre und Wassermangel jährlich 15 Prozent der Ernte verloren, bei lang anhaltender Trockenheit deutlich mehr.

Seit einigen Jahren wird der neue trockentolerante MON87460-Mais in Freilandversuchen getestet. Nach Angaben der Unternehmen lieferte ein bei "moderater Trockenheit" ohne zusätzliche Bewässerung Erträge, die zwischen sechs und zehn Prozent höher waren als die konventioneller Maissorten am gleichen Standort.

Feldversuche, die von der Landwirtschaftsbehörde USDA durchgeführt wurden, bestätigten diese Ergebnisse allerdings nicht. Danach bewegen sich die Erträge des trockentoleranten Maises im Bereich konventioneller Sorten, wie sie speziell für wasserarme Regionen gezüchtet werden. Allerdings konnte auf Feldern mit MON87460-Mais ganz oder teilweise auf eine künstliche Bewässerung verzichtet werden.

2012 soll der MON87460-Mais (Markenname DroughtGard) noch nicht frei verkauft, sondern zunächst unter kontrollierten Bedingungen angebaut werden. Nach Angaben von Monsanto wollen sich daran 250 Farmer in fünf US-Bundesstaaten beteiligen. Die Anbaufläche soll insgesamt etwa 5000 Hektar betragen. Ein freier Verkauf des Saatguts ist ab 2013 vorgesehen.

Mehr bei transGEN:

Forschung, Zulassung, Anbau.

transGEN-Datenbank Pflanzen: Die großen Vier:  Mais, Sojabohne, Raps, Baumwolle

Das Wunder der Maiszüchtung. In der Wissenschaftsscheune des Max-Planck-Institutes für Pflanzenzüchtungsforschung in Köln informieren sich Schüler und Schülerinnen über die Kulturgeschichte des Maises.
Thema: Forschung
Pflanzen, die mit weniger Wasser auskommen und dennoch gute Erträge liefern. Eine Herausforderung für die Pflanzenforschung.
28. März 2012 [nach oben springen]

© 1997 - 2012 i-bio Information Biowissenschaften | Impressum | Leitlinien und Finanzierung | website created by webmotive