Nachwachsende Rohstoffe:
In Zukunft mit
Gentechnik?
Stärke, Öle, Textilfasern - nachwachsende Rohstoffe
sind nichts Neues. Doch in den letzten Jahren hat
die Pflanze als grünes, klimaneutrales
"Produktionssystem" stark an Bedeutung gewonnen.
Pflanzen liefern Biotreibstoffe und Biogas,
Bioplastik, Spezialchemikalien und pharmazeutische
Wirkstoffe. Für die Landwirtschaft eröffnen sich
daraus neue Perspektiven.
Kunststoffe aus Pflanzen
Bisher kommen sie über Marktnischen
nicht hinaus: Kunststoffe aus Pflanzen, klimaneutral erzeugt
und biologisch abbaubar. Die Herstellung ist oft teuer oder
ihre Qualität schlechter als die ihrer "chemischen"
Konkurrenten. Das könnte sich bald ändern: In der Nähe von
Rostock wird eine gentechnisch veränderte Kartoffel
getestet, die als Nebenprodukt einen Biokunststoff
produziert.
Amflora, die gentechnisch veränderte
Stärkekartoffel
Stärke aus Nachwachsenden
Rohstoffen ist nichts Neues. Schon immer sind Pflanzen auch
Stärkelieferanten - in Europa vor allem Kartoffeln und
Weizen, in den USA Mais. Stärke ist Basis für zahlreiche
industrielle
Anwendungen, vor allem in der Papier- und
Textilindustrie. Über Jahren wurde in Europa um die Zulassung einer
neuartigen Kartoffel gerangelt: Sie weist eine veränderte Stärkezusammensetzung
auf und ist damit für bestimmte
industrielle Verwendungszwecke besser geeignet. Seit 2010
ist sie zum Anbau in Europa zugelassen.
Mais als Energielieferant - hierzulande
kennt man vor allem die Verwertung von Mais in Biogasanlagen. In den USA wird
dagegen ein großer Teil der Maisernte genutzt, um daraus
Bio-Treibstoffe zu erzeugen. Dieser Prozess soll bald durch einen
neuen gentechnisch veränderten Mais effektiver und kostengünstiger werden.
Erste Versuche im Freiland: Kartoffeln
sollen einen Grundstoff
für einen biologisch abbaubaren Kunststoff liefern. Auch die
Umweltsicherheit dieser gv-Kartoffeln wird untersucht.