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Der Bioethanol-Mais

Mais als Energielieferant - hierzulande kennt man vor allem die Verwertung von Mais in Biogasanlagen. In den USA wird dagegen ein großer Teil der Maisernte genutzt, um Bio-Treibstoffe zu erzeugen. Dieser Prozess soll durch einen neuen gentechnisch veränderten Mais effektiver und kostengünstiger werden.

Steckbrief Enogen-Mais (3272)

  • Ziel: effektive Umwandlung der Maisstärke in Bioethanol, Einsparung von Wasser und Energie

  • neu eingeführtes Gen aus einem an hohe Temperaturen angepassten Bakterium

  • Verwertung ausschließlich als Rohstoff für die Bioethanolgewinnung

  • für den Anbau zugelassen in den USA und Kanada

  • Importzulassungen in mehreren Ländern

  • Antrag in der EU gestellt

(Stand: Mai 2011)

 


Optimierte Energiepflanze: Durch ein Gen aus einem hitzeverträglichen Bakterium soll der Amylase-Mais dazu beitragen, die Umwandlung von pflanzlicher Stärke in Bio-Ethanol zu effektivieren.

Bei der Herstellung des Treibstoffes Bio-Ethanol aus nachwachsenden Rohstoffen werden zucker- oder stärkehaltige Pflanzen genutzt. Zunächst wird die pflanzliche StärkeStärke mit Hilfe von Enzymen in kleinere Zuckereinheiten zerlegt. Diese werden dann durch Hefegärung in Ethanol (Alkohol) umgewandelt.

Der neue gv-Mais (EventbezeichnungEventbezeichnung 3272) wurde vom Agro-Biotechunternehmen Syngenta entwickelt und soll unter dem Markennamen Enogen vermarktet werden. Eingeführt wurde ein Gen aus einem Bakterium, das an hohe Temperaturen angepasst ist und daher eine auch bei Hitze wirksame Variante des Stärke spaltenden EnzymsEnzyms Amylase produzieren kann.

Bisher wird dieses Enzym mit oft gentechnisch veränderten Mikroorganismen industriell hergestellt und dem Prozess zugesetzt. Wird der neue gv-Mais verwendet, ist das nicht mehr erforderlich. Er kann die für den Stärkeaufschluss benötigte Amylase selbst produzieren, noch dazu in einer hitzestabilen Variante. Dadurch sollen Wasser und Energie gespart und die Ethanolausbeute gesteigert werden. Aus Sicht des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums hat Enogen-Mais den Vorteil, mehr Ethanol bei gleichbleibender Anbaufläche erzeugen zu können.

Das Renewable Fuel Standard Programm der US-Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Menge der Treibstoffe aus erneuerbaren Ressourcen von 34 Milliarden Litern im Jahr 2008 auf 136 Milliarden Liter bis 2022 zu erhöhen. Diese werden den herkömmlichen Treibstoffen beigemischt. 2007/2008 flossen knapp ein Viertel (76,9 Millionen Tonnen) der Maisernte in die Produktion von Bioethanol.

Enogen-Mais: Trennung vom Futter- und Lebensmittelbereich möglich?

Fünf Jahre nachdem der Antrag eingereicht wurde, hat die US-amerikanische Landwirtschaftsbehörde USDA Enogen-Mais im Februar 2011 uneingeschränkt zugelassen. Auf knapp 20.000 Hektar, so die Behörde, sei der Mais in den vergangenen Jahren unter kontrollierten Bedingungen versuchsweise angebaut worden, ohne dass Probleme aufgetreten seien. Alle gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen möglicher Risiken und Umweltauswirkungen seien durchgeführt worden.

Dagegen hatten Verbraucherorganisationen, aber auch Vertreter von Getreidemühlen und Lebensmittelherstellern vor einer Freigabe des Enogen-Maises gewarnt. Würde er großflächig angebaut, sei es kaum auszuschließen, dass er auch in die für Lebens- und Futtermittel bestimmte Maiserzeugung gelangen könnte. Die infolge des eingeführten Gens gebildete Amylase-Variante des Enogen-Maises sei neu in der Nahrung. Man wisse zu wenig über mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen, zumal einige Amylasen bekannte AllergeneAllergene seien.

Die USDA wies diese Bedenken als unbegründet zurück. Zudem habe auch die Lebensmittelbehörde FDA Enogen-Mais geprüft, ohne Anhaltspunkte für ein gesundheitliches Risiko zu finden. Eine Arbeitsgruppe, in der Syngenta und verschiedene Behörden vertreten sind, soll einen "in sich geschlossenen Produktionskreislauf" für Enogen-Mais entwickeln und etablieren, um Einträge in die Lebens- und Futtermittelkette zu minimieren.

Neben den USA ist der Anbau von Enogen-Mais auch in Kanada erlaubt. Zulassungen als Lebens- und Futtermittel haben zudem Australien, Japan, Mexiko, Neuseeland, die Philippinen, Russland und Taiwan erteilt, ein Antrag in der EU ist gestellt.

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14. April 2011 [nach oben springen]

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