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Amflora, die Industriestärke-KartoffelDer erste Zulassungsantrag für die gentechnisch veränderte Amflora-Kartoffel wurde schon 1996 eingereicht. Dreizehn Jahre später genehmigte die EU-Kommission sowohl den Anbau in Europa als auch ihre Verwendung als Futtermittel, die aus den bei der Stärkeverarbeitung anfallenden Reststoffen gewonnen werden. 2012 stellte die BASF mit dem Umzug der Gentechnik-Sparte in die USA die weitere Vermarktung der Amflora-Kartoffel ein. Es fehle bei Verbrauchern, Landwirten und Politikern an Akzeptanz für Produkte der Grünen Gentechnik. Um die Zulassung der Amflora-Kartoffel wurde über viele Jahren eine erbitterte Auseinandersetzung geführt. Auch wenn Gentechnik-Kritiker immer wieder auf Sicherheitsbedenken verwiesen - tatsächlich ging es um eine politische Frage von hohem symbolischen Wert: Amflora war die erste gentechnisch veränderte Pflanze, die seit 1998 in der EU eine Anbau-Zulassung erhielt.
Mehrfach haben verschiedene Expertengremien der Europäischen Behörde für
Lebensmittelsicherheit (EFSA) die Amflora-Kartoffel
überprüft. Obwohl sie dabei wiederholt als "sicher für die Umwelt sowie die menschliche und tierische
Gesundheit" eingestuft wurde, konnte sich die EU-Kommission ebenso
wie die Mitgliedstaaten politisch nicht auf eine Zulassung verständigen. Hauptgrund
war ein in der Amflora-Kartoffel vorhandenes Obwohl die Amflora-Kartoffel ausschließlich als Rohstoff für die Stärkeindustrie gedacht ist, wurde auch eine Genehmigung als Lebens- und Futtermittel beantragt. Ein Teil der bei der Verarbeitung anfallenden Reststoffe soll als Futtermittel verwertet werden. Die Zulassung als Lebensmittel wurde vorsorglich für den Fall angestrebt, dass einzelne der gv-Kartoffeln versehentlich in die Lebensmittelverarbeitung gelangen. Die Zulassungs-Entscheidung der EU-Kommission toleriert "zufällige, technisch unvermeidbare" Beimischungen der Amflora-Kartoffeln in Lebensmitteln bis zu einem Anteil von 0,9 Prozent. Ein solcher Schwellenwert gilt für alle in der EU zugelassenen und als gesundheitlich sicher eingestufte gv-Pflanzen. Anbau in Europa: Zwei Jahre in drei Ländern.2010 begann der Anbau der Amflora-Kartoffel zunächst auf kleineren Flächen. Nur in Tschechien (150 ha) wurde die Ernte in einer Stärkefabrik verarbeitet, in Schweden (80 ha) und Deutschland (15 ha) sollten Pflanzenkartoffeln für die nächsten Jahre erzeugt werden. Auch 2011 beschränkte sich der Amflora-Anbau auf Tschechien (150 ha), Schweden (15 ha) und Deutschland (2 ha). Die beteiligten Landwirte, die Amflora-Kartoffeln mussten sich zur Einhaltung bestimmter vertraglicher Regel verpflichten. Diese sollen ausschließen, dass gv-Kartoffeln in die Futter- und Lebensmittelkette gelangen und sich mit herkömmlichen Kartoffeln oder Kartoffelprodukten vermischen. 2012 stellte die BASF Plant Science mit dem Umzug seiner Zentrale Sparte in die USA auch die weitere Vermarktung der Amflora-Kartoffel ein. Auch die weiter Entwicklung ähnlicher Stärkekartoffeln wurde wie alle auf den europäischen Markt ausgerichteten Projekte gestoppt. Kartoffeln werden vor allem in Europa als "nachwachsender Rohstoff" für die Stärkeindustrie genutzt. In Nord- und Südamerika ist es in erster Linie Mais. Mehr bei transGEN:
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