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Schon an den Farben ist es zu erkennen: Viele
Obst- und Gemüsearten bilden
Carotinoide, eine Gruppe gelber, orangener
oder roter Farbstoffe. Diese werden im tierischen
und menschlichen Organismus in Vitamin A umgewandelt. Das
für die Bildung von Vitamin A wichtigste Carotinoid ist das ß-Carotin.
Es wird daher auch Provitamin A genannt.
Die gesundheitsfördernde und -erhaltende
Wirkung des Vitamin A ist vielfältig:
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Vitamin A ist verantwortlich für den
Sehvorgang. Vitamin A-Mangel führt zu Augenerkrankungen bis zum
Erblinden.
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Vitamin A ist an der Bildung von Haut- und
Schleimhautzellen beteiligt und damit auch am Schutz vor
Infektionen.
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Es beeinflusst die Zahl und Wirksamkeit der
weißen Blutkörperchen, die wiederum für die Immunabwehr
verantwortlich sind.
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Wie alle Carotinoide wirkt auch ß-Carotin
antioxidativ und soll daher das Risiko für bestimmte Krebs-
und Herzkreislauferkrankungen senken.
Das Projekt: Reis als Vitamin A-Lieferant
Die weiße Farbe zeigt es an: Das Reiskorn
enthält natürlicherweise keine
Carotinoide. In Regionen, wo sich die Bevölkerung fast
ausschließlich von Reis ernähren muss, kommt zu Augenerkrankungen
bis hin zur Erblindung und zu Todesfällen infolge des geschwächten
Immunsystems.
Nach Schätzungen der WHO leiden weltweit rund
127 Millionen Kinder im Vorschulalter an Vitamin
A-Mangel. Bis zu 500.000 erblinden jedes Jahr, etwa die Hälfte von
ihnen stirbt innerhalb eines Jahres nach der Erblindung.
Ende der 1990er Jahre begann eine
internationale Arbeitsgruppe um Ingo Potrykus, emeritierter
Professor für Pflanzenforschung der ETH Zürich, einen neuen
carotinhaltigen Reis zu entwickeln. Das Ziel: Er sollte einen
nachhaltigen Beitrag leisten, das Problem der Vitamin
A-Unterversorgung vor allem in Asien zu überwinden.
Vorausgegangen waren jahrelange Forschungsarbeiten über pflanzliche
Stoffwechselwege, die zur Synthese von ß-Carotin, der Vorstufe von Vitamin A,
führen. Das Projekt wurde von internationalen Stiftungen und
Unternehmen unterstützt, die auf Lizenzgebühren verzichteten.
Damit ß-Carotin im Reiskorn
gebildet werden kann, mussten jeweils ein Gen aus der
Narzisse und einem Bakterium übertragen werden, um den
entsprechenden Biosyntheseweg
aufzubauen. Das ß-Carotin führt zu einer gelben Färbung des
Reises, weswegen er als Golden Rice bezeichnet wird.
In weiteren Forschungsarbeiten
konnte der Gehalt an ß-Carotin deutlich gesteigert
werden, indem das aus der Narzisse stammende Gen durch
eines aus dem Mais ersetzt wurde. Eine durchschnittliche
Reisration soll den täglichen Vitamin A-Bedarf eines
Kleinkinds zur Hälfte decken. Dieser Reis wird auch als
Golden Rice 2 bezeichnet.
Für den wirksamen Einsatz des Golden
Rice 2 wurden Studien zur Bioverfügbarkeit des Provitamin A
durchgeführt. Dabei wurde geprüft, wie viel des
im Reis enthaltenen ß-Carotins nach der Lagerung und Zubereitung im
Reiskorn noch enthalten ist und wie viel davon der Körper
tatsächlich aufnehmen kann. Es wurde nachgewiesen,
dass das gesamte im Reiskorn enthaltene ß-Carotin dem
Verdauungssystem zur Verfügung steht.
Golden Rice: Saatgut für Kleinbauern
2004
wurde Golden Rice 2 in den USA erstmals im Freiland getestet.
Frühestens ab 2013 soll er Landwirten auf den Philippinen,
später auch in Bangladesh, Indien und Vietnam für den Anbau zur Verfügung stehen.
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