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Anreicherung mit Carotinoiden
Golden Rice: Mehr Vitamin A, weniger
Erblindungen?
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Die Unterversorgung mit Vitamin A ist
eines der weltweit am meisten verbreiteten Ernährungsprobleme - vor allem in
solchen Regionen, wo Reis Grundnahrungsmittel ist. Da Reis zu wenig Vitamin A
liefert, leiden besonders in Asien viele Menschen unter
Augenkrankheiten, die bis zum Erblinden führen können. Eine
internationale Wissenschaftlergruppe hat einen
gentechnisch veränderten Reis entwickelt, der genügend Vitamin A
enthält. Kleinbauern in Asien sollen das Saatgut für diesen
Golden Rice kostenlos erhalten.
Schon an den Farben ist es zu erkennen: Viele
Obst- und Gemüsearten bilden
Carotinoide, eine Gruppe gelber, orangener
oder roter Farbstoffe. Diese werden im tierischen
und menschlichen Organismus in Vitamin A umgewandelt. Das
für die Bildung von Vitamin A wichtigste Carotinoid ist das ß-Carotin.
Es wird daher auch Provitamin A genannt.
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Golden Rice: Der erhöhte Gehalt an
Carotinoiden bewirkt eine deutlich sichtbare
Gelbfärbung.

Ingo Potrykus war maßgeblich an der
Entwicklung des Golden Rice beteiligt. Der mit Vitamin
A angereicherte Reis soll verhindern,
dass in Asien
Menschen durch Augenerkrankungen
erblinden.
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Die gesundheitsfördernde und -erhaltende
Wirkung des Vitamin A ist vielfältig:
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Vitamin A ist verantwortlich für den Sehvorgang.
Vitamin A-Mangel führt zu Augenerkrankungen bis zum Erblinden.
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Da es sich positiv auf die Aufnahme von
Eisen auswirkt, führt andererseits ein Mangel an Vitamin A auch
zu einem Mangel an Eisen.
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Vitamin A ist an der
Bildung der Haut und Schleimhautzellen beteiligt und damit auch am
Schutz vor Infektionen.
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Es beeinflusst die Zahl und Wirksamkeit der
weißen Blutkörperchen, die wiederum für die Immunabwehr
verantwortlich sind.
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Wie alle Carotinoide wirkt auch ß-Carotin
antioxidantiv und soll daher das Risiko
für bestimmte Krebs- und Herzkreislauferkrankungen senken.
Das Projekt: Reis als Vitamin A-Lieferant
Die weiße Farbe zeigt es an: Das Reiskorn enthält natürlicherweise keine
Carotionoide. In Regionen, wo
sich die Bevölkerung fast ausschließlich von Reis
ernähren muss, kommt es als Folge des Vitamin A-Mangels
zu Augenerkrankungen, in schweren Fällen zu Erblindung.
Auch die erhöhte Sterblichkeit vor allem bei Kindern
wird auf Vitamin A-Mangel und die dadurch bedingte
Schwächung des Immunsystems zurückgeführt.
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Vor knapp zehn Jahren begann eine
internationale Arbeitsgruppe um Ingo Potrykus, emeritierter
Professor für Pflanzenforschung der ETH Zürich, einen neuen
carotinhaltigen Reis zu entwickeln. Das Ziel: Er sollte einen
nachhaltigen Beitrag leisten, das Problem der Vitamin
A-Unterversorgung vor allem in Asien zu überwinden.
Vorausgegangen waren jahrelange Forschung über pflanzliche
Stoffwechselwege, die zur Synthese von ß-Carotin, der Vorstufe von Vitamin A,
führen. Das Projekt wurde von internationalen Stiftungen und
Unternehmen unterstützt, die auf Lizenzgebühren verzichteten.
Um das Ziel zu erreichen, waren mehrere
Schritte notwendig:
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Damit ß-Carotin im Reiskorn
gebildet werden kann, musste jeweils ein Gen aus der
Narzisse und einem Bakterium übertragen werden, um einen Biosyntheseweg
aufzubauen. Das ß-Carotin führt zu einer gelben Färbung des
Reis, weswegen er als
Golden Rice bezeichnet wird.
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Da Vitamin A die Einbindung von
Eisen im menschlichen Körper begünstigt und Eisenmangel
ebenfalls weit verbreitet ist, besitzt der Golden
Rice zudem einen erhöhten
Eisengehalt.
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In weiteren Forschungsarbeiten
konnte der Gehalt an ß-Carotin deutlich gesteigert
werden, indem das aus der Narzisse stammende Gen durch
eines aus dem Mais ersetzt wurde. Eine durchschnittliche
Reisration soll den täglichen Vitamin A-Bedarfs eines
Kleinkinds zur Hälfte decken. Dieser Reis wird auch als
Golden Rice 2 bezeichnet.
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Für den wirksamen Einsatz des Golden
Rice werden Studien zu der Bioverfügbarkeit des Provitamin A
durchgeführt. Dabei wird geprüft, wie viel des
im Reis enthaltenen ß-Carotin nach Lagerung und Zubereitung im
Reiskorn noch enthalten ist und wie viel davon der Körper
tatsächlich aufnehmen kann. Erste Ergebnisse weisen darauf hin,
dass das gesamte im Reiskorn enthaltene ß-Carotin dem
Verdauungssystem zur Aufnahme zur Verfügung steht.
Saatgut für Kleinbauern
2004
wurde Golden Rice 2 in den USA erstmals im Freiland getestet.
Inzwischen wird eine neue Variante des Golden Rice
entwickelt, die auch über Bakterien- und Virenresistenzen verfügt.
Frühestens ab 2011 soll dieser dann Landwirten auf den Philippinen,
in Indien und Vietnam zum Anbau zur Verfügung stehen.
Golden Rice wird in lokale Sorten
eingekreuzt. Wenn deren Anbau zugelassen ist, sollen Kleinbauern in
Entwicklungsländern das Saatgut kostenlos
erhalten. Eine Nachzüchtung und Weiterverwendung in den
Folgejahren ist erlaubt, jedoch nicht Export und Agrarhandel. Golden Rice
ist in erster Linie als Nahrungsmittel für die lokale Bevölkerung
gedacht.
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