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"Gesundes" Sojaöl:
Weniger Trans-Fettsäuren beim Erhitzen

Speiseöle aus Sojabohnen haben einen Nachteil: Sie enthalten relativ große Mengen mehrfach ungesättigter Fettsäuren. Eigentlich gelten sie als "gesund", doch wenn sie stark erhitzt werden, können sich daraus Trans-Fettsäuren bilden. Diese stehen im Verdacht, das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen zu erhöhen. In den USA müssen sie deswegen auf Lebensmitteln deklariert werden. Inzwischen sind dort neu entwickelte gentechnisch veränderte Sojabohnen zugelassen. Deren Öl soll nicht nur gesünder sein. Vor allem: Beim Frittieren, Braten und Backen, so die Hersteller, entstehen damit weniger Trans-Fettsäuren. 

Trans-Fettsäuren auf dem Etikett: In den USA muss der Gehalt an Trans-Fettsäuren auf dem Etikett der Lebensmittel deklariert werden. Die Nachfrage nach "Trans-Fettsäure-freien" Lebensmittel ist dadurch gestiegen - und damit auch der Bedarf an pflanzlichen Fetten, die für solche Produkte geeignet sind.

Bei hohen Temperaturen - etwa beim Braten oder Frittieren -  werden aus bestimmten mehrfach ungesättigten FettsäurenFettsäuren Trans-Fettsäuren. Diese können auch entstehen, wenn bei der FetthärtungFetthärtung pflanzliche Öle in streichfähige Fette umgewandelt werden, um sie etwa für die Margarineherstellung verwenden zu können. 

Trans-Fettsäuren führen zu einem Anstieg von LDL-Cholesterin, das als Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen angesehen wird. In den USA ist es seit 2006 gesetzlich vorgeschrieben, den Gehalt an Trans-Fettsäuren auf dem Etikett des betroffenen Lebensmittels zu deklarieren. Damit ist ein starker Anreiz entstanden,  zum Braten, Backen oder zur Margarineherstellung Öle zu verwenden, die einen hohen Anteil einfach ungesättigter Fettsäuren aufweisen. Aus letzteren können keine unerwünschten Trans-Fettsäuren entstehen.

Raps- oder Olivenöl entsprechen diesen Anforderungen, nicht aber Sojaöl, das große Mengen mehrfach ungesättigter Fettsäuren, vor allem Linolsäure enthält. Agro-Biotechnologie-Unternehmen arbeiten daher seit längerem daran, den gesundheitlichen Wert von Sojaöl zu verbessern und an den anderer Ölpflanzen anzupassen.

Ende 2011 wurde in den USA die von Monsanto entwickelte Vistive Gold-Sojabohne zugelassen (EventbezeichnungEventbezeichnung: MON87705). Durch das gezielte Abschalten des Gens (Gene silencingGene silencing) für ein spezielles Enzym wird die "natürliche" Umwandlung von Ölsäure in Linolsäure eingeschränkt. Die Folge: Die neuen Sojabohnen enthalten mehr der erwünschten Ölsäure (75 statt etwa 30 Prozent) und weniger der unerwünschten Linolsäure (10 statt ca. 50 Prozent).

Zudem ist Vistive Gold-Sojabohnen als Folge einer weiteren Enzym-Blockade der Anteil zähflüssiger Fettsäuren erhöht, so dass das für viele Lebensmittel-Verwendungen notwendige Härten ganz oder teilweise entfallen kann. Hinzu kommt wie bei vielen gv-Sojabohnen eine Resistenz gegenüber dem Herbizid Roundup.

Bereits 2010 erhielt eine ähnliche, von Pioneer Hi-Breed entwickelte gv-Sojabohne (DP-305423) die US-Zulassung. In ihr wurde ein Gen für ein Enzym blockiert, das für die Bildung von Linolsäure verantwortlich ist (AntisenseAntisense-Technik). Dadurch weist das Öl dieser Sojabohnen ebenfalls einen höheren Ölsäuregehalt auf.

Für die beide gv-Sojabohnen mit höherem Ölsäureanteil wurden in der EU Zulassungen für den Import und als Lebens- und Futtermittel gestellt.

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Der Stand der Forschung.

transGEN-Datenbank Pflanzen: Ölsaaten Raps, Sojabohne, Sonnenblume, Öllein (Flachs)

03. Januar 2012 [nach oben springen]

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