Wenn bei einem Lebensmittel
Gentechnik eingesetzt wurde, dann gehört das auf das
Etikett. So einfach und eindeutig diese Forderung
ist, so kompliziert und undurchsichtig ist ihre
Umsetzung. Was, wie, wann und wann nicht zu
kennzeichnen ist, verstehen selbst Fachleute
kaum.
Trotz verschärfter Bestimmungen: In
Deutschland gibt es kaum Produkte,
die gekennzeichnet sind. In den Niederlanden ist das
anders: Dort hat man sich an gekennzeichnete Lebensmittel
offenbar bereits gewöhnt.
In Deutschland ist es gesetzlich
geregelt, unter welchen Voraussetzungen Produkte "ohne
Gentechnik" deklariert werden können. Vor allem bei Fleisch, Milch oder Eiern
ist ein bisschen Gentechnik durchaus erlaubt.
Nicht die stoffliche
Zusammensetzung eines Lebensmittels ist für die
Kennzeichnung maßgebend, sondern der Einsatz
gentechnisch veränderter Organismen im
Herstellungsprozess.
Nachweisverfahren: Immer präziser, aber keine exakte
Messung
Um zu kontrollieren, ob die Kennzeichnung eingehalten wird,
sind Verfahren zum Nachweis vorhandener GVO erforderlich.
Zwar sind sie in den letzten Jahren immer besser geworden.
Aber: So
exakt wie eine chemische Messung sind sie nicht.
Käse oft mit Gentechnik? Zur Käseherstellung benötigt
man Chymosin, ein Enzym. Früher hieß es Labferment und wurde
aus dem Magen geschlachteter Kälber gewonnen. Inzwischen
nutzt man meist gentechnisch veränderte Mikroorganismen, um
Chymosin zu erhalten.Kennzeichnungspflichtig ist das
nicht.
NEU: Erweiterte Datenbank GVO in Lebens- und
Futtermitteln. Mit Informationen zu Zulassungen
weitweit sowie Screening-Tool für
zugelassene und nicht zugelassene Events.