Transparenz fr Gentechnik bei Lebensmitteln
 
TransGen Lebensmitteldatenbank

Geben Sie ein, wozu Sie etwas wissen wollen: eine Pflanze, ein Lebensmittel, eine Zutat, einen Zusatzstoff oder eine E-Nummer.

Sie erhalten Informationen über mögliche Anwendungen der Gentechnik.

Fragen zur Datenbank?

transGEN Forum
Newsletter? Anmelden
Forum Bio- und Gentechnologie

Patentantrag auf Schweinefleisch: Kommt nach dem "Schweinepatent" das "Schnitzelpatent"?

Das US-Unternehmen Monsanto hat beim Weltpatentamt ein Patent auf Schweinefleisch mit einem besonders günstigen Fettsäuremuster angemeldet. Offenbar enthalten Schnitzel und Schinken mehr wertvolle ungesättigte Fettsäuren, wenn die Tiere mit dem Öl einer bestimmten gentechnisch veränderten Sojabohne gefüttert werden. Eine Entscheidung der Behörde steht aber noch aus.

Monsanto hat eine gentechnisch veränderte Sojabohne entwickelt, die einen höheren Gehalt an wertvollen Omega-3-Fettsäuren hat. Das Öl dieser Pflanzen wurde dem Futter von Schweinen beigemischt. Es stellte sich heraus, dass sich die wertvollen Fettsäuren auch im Fleisch der Tiere anreichern und es dadurch eine höhere ernährungsphysiologische Qualität hat. Geschmack und Konsistenz werden dadurch nicht beeinflusst.


Das Europäische Patentamt hat das "Schweinepatent" im Frühjahr 2010 zurückgezogen.

Monsanto hat den Antrag im Januar 2009 beim Weltpatentamt (WIPO) eingereicht. Nun muss er zunächst in den USA genehmigt werden. Ist das der Fall, wird das Patent in Deutschland geprüft. Das "Schnitzelpatent" bezieht sich auf die Verwendung des Öls im Futter, aber auch die Erzeugnisse der Schweine.

Das umstrittene "Schweinepatent" ist vom Tisch

In den vergangene Jahren war ein weiteres Patent von Monsanto im Bereich der Schweinezüchtung in der Diskussion. Das "Schweinepatent", das das Unternehmen bereits im Jahr 2004 angemeldet hatte, bezieht sich auf ein spezielles Zuchtverfahren. Mit Hilfe eines Gentests werden die Schweine auf eine bestimmte Genvariante, das Leptin-Rezeptor-Gen, untersucht. Schweine mit dieser Eigenschaft sind besonders ertragreich: Sie nehmen schneller zu, und ihr Fleisch ist zarter und saftiger. Die alte Hausschweinrasse "Schwäbisch-Hällisches Landschwein" besitzt beispielsweise von Natur aus dieses für die Zucht interessante Gen.

Zunächst bezog sich der Antrag von Monsanto auch auf die Tiere und die Gensequenz. Nach Prüfung durch das Europäische Patentamt wurden 18 Aspekte gestrichen. Es blieben lediglich die 12 Patentansprüche auf den Gentest als patentierbare Erfindung.

Am 18. Juli 2008 wurde das Patent an die amerikanische Firma Newsham Choice Genetics erteilt, die es von Monsanto gekauft hatte. Im April 2009 hatten über 5.000 Bürger und rund fünfzig Verbände kurz vor Ende der Frist Einspruch erhoben. So wirft das Land Hessen dem Europäischen Patentamt vor, in der Vergangenheit die EU-Biopatentrichtlinie sehr weit ausgelegt zu haben. Auch der Deutsche Bauernverband (DBV) bemängelt, dass Patente immer häufiger zu breit erteilt würden. Der Protest hat Wirkung gezeigt: Im April 2010 wurde das "Schweinepatent" widerrufen.

Mehr bei transGEN:

 

Gentechnisch veränderte Tiere: Der Stand der Dinge

transGEN-Datenbank Lebensmittel: Schwein, Huhn, Rind, Lachs

12. Mai 2011 [nach oben springen]

© 1997 - 2012 i-bio Information Biowissenschaften | Impressum | Leitlinien und Finanzierung | website created by webmotive