Bienen

Bt-Mais: Auswirkungen auf Bienen

Bienen sammeln Blütennektar und Pollen in einem Umkreis von durchschnittlich 1,5 Kilometern um den Bienenstock. Maisblüten liefern zwar keinen Nektar, dafür aber reichlich Pollen, der für die Aufzucht der Bienenlarven und Jungbienen eine wichtige Proteinquelle ist. Wenn gentechnisch veränderter Bt-Mais angebaut wird, sammeln Bienen auch Bt-Maispollen und kommen so mit dem Bt-Protein in Berührung.

Bienenversuch auf dem Maisfeld

Untersuchungen zum Einfluss von Bt-Mais auf Bienen: Auf Parzellen mit verschiedenen Maissorten sowie Bt-Mais wurden Flugzelte gestellt. Darin befanden sich jeweils zwei Bienenvölker. Sie waren gezwungen, ausschließlich Pollen der jeweiligen Maissorte zu sammeln.


Bienensterben: Gen-Mais als Ursache?

Den Bienenvölkern in Deutschland geht es relativ gut. Allerdings waren die „Überwinterungsverluste“ im Jahr 2014/2015 mit rund 30 Prozent ausgesprochen hoch. Meist liegen sie aber unter 20 Prozent.

In einigen Regionen in den USA ist das Bienensterben dagegen ein ernsthaftes Problem. Bislang ist nicht eindeutig geklärt, worauf der zum Teil dramatische Rückgang an Bienenvölkern zurückzuführen ist. Einige vermuten eingeschleppte Viren als Auslöser des Bienensterbens. Vieles deutet jedoch darauf hin, dass es keine einzelne Ursache gibt, sondern mehrere, die zusammenwirken.

Vermutungen, dass Mobilfunk-Strahlungen oder gentechnisch veränderte Pflanzen die neue Bienenkrankheit ausgelöst haben könnten, sind weitgehend entkräftet. In den USA stimmt die regionale Verbreitung des Bienensterbens nicht mit der des Anbaus von gv-Pflanzen überein.

2008 wertete eine Gruppe US-amerikanischer Ökologen 25 Studien, die mit Honigbienen im Labor durchgeführt worden waren, nach einheitlichen Kriterien aus. Das Ergebnis war, dass gentechnisch veränderte Bt-Pflanzen keinen Einfluss auf das Überleben von Honigbienen haben. Da die Bt-Proteinkonzentrationen, mit denen im Labor getestet wird, üblicherweise viel höher sind als sie im Freiland vorkommen, ist eine Beeinträchtigung der Bienen im natürlichen Umfeld unwahrscheinlich.

Von 2008 bis 2011 führten Wissenschaftler der Universität Würzburg einen großangelegten Bienenversuch durch. Sie stellten Bienenvölker in Flugzelte, in denen sie nur Maispollen - Bt-Maispollen oder konventionellen Maispollen - sammeln konnten und beobachteten die Entwicklung der Bienenvölker und insbesondere junger Ammenbienen. Im Labor führten sie Fütterungsstudien sowohl mit Bienenlarven als auch mit ausgewachsenen Bienen durch. Sie mischten Maispollen direkt in die Futterdiät und verfütterten auch die reinen Bt-Proteine in weitaus höheren Konzentrationen als sie im Freiland von den Bienen aufgenommen würden. Bei keinem der Experimente konnten sie einen Einfluss von Bt-Mais auf die Bienengesundheit feststellen.

Darüber hinaus wurden spezielle Darmuntersuchungen gemacht, da Bt-Proteine den Insektendarm angreifen - wenn entsprechende Bindungsstellen in der Darmwand vorhanden sind. Die Bienen verdauten den Bt-Maispollen genauso gut wie anderen Pollen und es wurde auch kein Einfluss auf die Darmflora gefunden.

Im Zusammenhang mit dem Bienensterben untersuchten die Würzburger Wissenschaftler auch, ob Bt-Mais ein zusätzlicher Stressfaktor sein könnte, wenn die Bienen schon durch Krankheit vorgeschädigt sind. Sie infizierten deshalb einen Teil der Versuchstiere mit einem Darmparasiten, konnten aber keinen Hinweis darauf finden, dass Bt-Maispollen und Darmparasit sich wechselseitig beeinflussen. Hier sehen die Wissenschaftler allerdings noch weiteren Forschungsbedarf.

Eine Schweizer Arbeitsgruppe fand heraus, dass der Proteinbedarf einer Honigbienenlarve in weitaus geringerem Maße durch Pollen gedeckt wird, als bisher angenommen, nämlich nur zu 2,5 Prozent. Die hauptsächliche Proteinquelle ist der Futtersaft, der in den Futtersaftdrüsen der Ammenbienen gebildet wird.