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Fragen und Antworten: Gibt es schon gentechnisch veränderte Tiere?
Nur in der Medizin finden gentechnisch veränderte Tiere
bisher praktische Anwendung. Lebensmittel von transgenen Kühen, Schweinen
und Rindern wird es in Europa vorerst nicht geben.
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Weltweit sind noch keine Nahrungsmittel von
gentechnisch veränderten Tieren auf dem Markt. Wie kommt das? |
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Für
die menschliche Ernährung sind gentechnisch veränderte
Tiere bislang nicht von Bedeutung. Vor allem bei
Nutztieren sind die gentechnischen Methoden wenig effizient und mit
hohen Kosten verbunden. Außerdem ist es häufig
schwierig, wirtschaftlich interessante
Gene
zu finden, die in das Genom von
Tieren eingeführt werden könnten. Die einzige Ausnahme
sind gentechnisch veränderte Lachse, deren Zulassung in
den USA näher rückt.
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Fleisch, Milch, Eier, Wolle – Lassen sich die
Eigenschaften tierischer Produkte mithilfe der
Gentechnik verändern? |
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In
diesem Bereich wird intensiv geforscht. Bei der Kuhmilch
ist etwa das Ziel eine fettarme und besonders
nährstoffreiche oder auch laktosearme Milch, von der
Menschen mit einer Unverträglichkeit für Milchzucker
profitieren würden. Ein weiteres Beispiel ist
Schweinefleisch, das mit Omega-3-Fettsäuren angereichert
ist. Schafe sollen durch Einführung fremder Gene mehr
Wolle von hoher Qualität liefern. |
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Was ist mit Fischen? Häufig ist von gentechnisch
veränderten Lachsen die Rede, die schneller wachsen
können. |
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In den
USA wird bereits seit über zehn Jahren die
Markteinführung schneller wachsender gentechnisch
veränderter Lachse
angestrebt. Nun hat die US-amerikanische Lebensmittelbehörde FDA
den Verzehr der gv-Fische als sicher eingestuft. Auch die Umweltrisiken werden als sehr gering
eingeschätzt. Trotzdem empfehlen die Experten, noch
weitere Untersuchungen durchzuführen. Sollten die transgenen Lachse genehmigt werden, wären
sie die ersten gentechnisch veränderten Tiere, die als
Lebensmittel verzehrt werden. |
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Gibt es überhaupt schon Tiere, die gentechnisch
verändert sind? |
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Ja. In
Taiwan und in den USA werden Zebrafische (Night Pearl
und GloFish) für das Aquarium vermarktet, die durch
eine gentechnische Veränderung in verschiedenen Farben
leuchten. Zudem gibt es transgene Ziegen, die in ihrer
Milch ein Medikament gegen Thrombose bilden. Das
Arzneimittel ATryn ist in einigen Ländern der
Europäischen Union, darunter auch Deutschland, seit dem
Jahr 2008 im Handel erhältlich.
Gentechnisch veränderte Versuchstiere werden primär
in der medizinischen Forschung eingesetzt, um an
ihnen neue Arzneimittel oder Therapien zu testen. Ein
Beispiel: Bei einer "Knockout-Maus" werden mithilfe der
Gentechnik gezielt bestimmte Gene deaktiviert. Auf diese
Weise können die Nagetiere als Modell für menschliche
Erkrankungen mit genetischem Hintergrund dienen. |
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Welche Anwendungsbereiche für gentechnisch veränderte
Tiere sind abgesehen von der Lebensmittelerzeugung von
Bedeutung? |
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Gentechnisch veränderte Tiere werden vor allem für
medizinische Zwecke entwickelt: Sie bilden
beispielsweise in der Milch oder im Blut
Arzneimittelstoffe ( Gene Pharming) oder
produzieren Organe,
die in den menschlichen Körper übertragen werden können
( Xenotransplantation). In
der Landwirtschaft ist die Entwicklung von die Umwelt
schonenden Schweinen am weitesten fortgeschritten.
Xenotransplantation ist die Übertragung von
Zellen, Geweben und Organen zwischen nicht verwandten
Arten – wie vom Tier auf den Menschen. Mit Hilfe der
Gentechnik versuchen Forscher Hausschweine zu
entwickeln, deren Organe der menschliche Körper bei
einer Transplantation nicht abstoßen würde. |
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Bestehen besondere Umweltrisiken, wenn es
gentechnisch veränderte Tiere geben sollte? |
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Besonders hoch mobile gentechnisch veränderte Tiere wie Fische oder
Insekten stellen ein potenzielles Risiko für die Umwelt
dar. Vorerst ist eine kommerzielle Nutzung aber nur
denkbar, wenn die gentechnisch veränderten Tiere in
separaten Zuchtstationen gehalten werden und biologische
Fortpflanzungsbarrieren zu Wildpopulationen bestehen. So
würde das Unternehmen Aqua Bounty bei einer Zulassung
ihrer transgenen schnell wachsenden Lachse nur
sterile weibliche Tiere vermarkten. |
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Welche Rolle spielen gentechnische Verfahren in der
modernen Tierzucht? |
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In der
Tierzucht sind moderne Fortpflanzungstechnologien wie
künstliche Besamung und Befruchtung weit verbreitet.
Doch die Möglichkeiten der Züchter sind durch die
Gesamtheit der Gene der jeweiligen Tierart begrenzt.
Erst durch die Gentechnik war es möglich, Artgrenzen
zu überschreiten und "fremde" Gene als „Material“ für
die Züchtung zu nutzen. So lässt sich beispielsweise
gezielt ein Gen für einen pharmazeutischen Wirkstoff
hinzufügen. In der Regel beruhen im Hinblick auf
Produkteigenschaften interessante Merkmale jedoch nicht
auf einem Gen, sondern auf einem komplizierten
Zusammenspiel mehrerer Gene. Das erschwert die
Entwicklung gentechnisch veränderter Tiere.
Die Genomforschung
hingegen spielt in der praktischen Tierzüchtung eine
große Rolle. Ziel ist, die Funktion einzelner
DNA-Abschnitte zu entschlüsseln
und Merkmale auf genetischer Ebene besser zu verstehen.
Mit diesem Wissen kann man gezielter auf bestimmte
Eigenschaften wie beispielsweise Krankheitsresistenzen
züchten oder auch eine Auswahl besonders „wertvoller“
Zuchttiere treffen. |
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Klonen – was ist das eigentlich? |
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Das
Klonen ist eine Methode, mit der Wissenschaftler als
wertvoll befundene Tiere außerhalb der geschlechtlichen
Fortpflanzung vervielfältigen können. Das sind
beispielsweise Zuchttiere, Haustiere oder auch bedrohte
Tierarten. Die Technik beruht auf einem
Kerntransfer: Eine bereits
differenzierte, erwachsene Zelle wird auf besondere
Weise behandelt, um die ursprüngliche
Entwicklungsfähigkeit wiederherzustellen. Anschließend
setzen die Forscher diese Spenderzelle in eine kernlose Eizelle
eines anderen Tieres ein. Nach der
Verschmelzung beginnt der Teilungsprozess. Der geklonte
Embryo wird in eine Leihmutter eingepflanzt und normal
ausgetragen. |
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„Klon-Milch“ oder „Klon-Fleisch“ im Supermarkt – ist
das bald Realität? |
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In der
Europäischen Union soll das Klonen von Tieren für die
Lebensmittelerzeugung zumindest bis zum Jahr 2015
verboten werden. Auch der Import von "Klon-Fleisch" und
"Klon-Milch" wäre in diesem Zeitraum untersagt, hat die
Europäische Kommission angekündigt. Anschließend werden
die befristeten Maßnahmen überprüft. Vor allem ethische
Gründe sprechen gegen eine Vermarktung von Lebensmitteln
geklonter Tiere und deren Nachkommen. |
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Was hat das Klonschaf Dolly mit Gentechnik zutun? |
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Nichts. Denn durch das Klonen wird das Erbgut nicht
verändert, sondern nur vervielfältigt. Häufig wird die
Entwicklung eines gentechnisch veränderten Tieres aber mit der
Klontechnik kombiniert, da so die durch die
gentechnische Veränderung entstandenen Merkmale für die
Folgegeneration erhalten bleiben. |
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EFSA-Leitlinien zur Risikobewertung von gentechnisch
veränderten Tieren. Die Europäische Behörde für
Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat Leitlinien ausgearbeitet,
nach denen Lebens- und Futtermittel von gv-Tieren auf ihre
Sicherheit geprüft werden sollen. Auch Aspekte der
Tiergesundheit und des Tierschutzes werden
berücksichtigt. Zur Bewertung möglicher Umweltrisiken wird
im Laufe des Jahres 2012 ein separates Dokument
veröffentlicht. Doch praktische Bedeutung hat das nicht.
Denn Zulassungsanträge oder gar Produkte aus gv-Tieren sind
über Jahre hinaus nicht in Sicht.
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Gentechnisch veränderte Tiere: Der Stand der Dinge transGEN-Datenbank
Lebensmittel: Schwein, Huhn, Rind, Lachs |
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