Transparenz für Gentechnik bei Lebensmitteln
  Fr 03.09.2010 | 06:50 Uhr
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Pflanzenforschung erleben

Schaugarten Üplingen


Auch 2009 steht der Schaugarten Üplingen (Sachsen-Anhalt) für Besucher offen. Hier werden im Freiland konventionelle wie gentechnisch veränderte Weizen-, Mais-, Zuckerrüben- und Kartoffelsorten getestet und verschiedene Anbaumethoden miteinander verglichen. Einzelpersonen wie Gruppen können an Führungen durch den Schaugarten teilnehmen und eine Ausstellung zur Grünen Biotechnologie besuchen.

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Schaugarten Üplingen in der Anbausaison 2009

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Führungen: eine Besuchergruppe besichtigt eine Parzelle mit herbizidtoleranten Zuckerrüben

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Grundlagenforschung: Weizen mit einer Resistenz gegen Brandpilze

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Unkrautbekämpfung im Maisanbau: Im Schaugarten stehen verschieden Konzepte im Vergleich, darunter auch herbizid- resistenter gv-Mais.

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Kartoffeln: Eine südamerikanische Wildkartoffel (Mitte) liefert Gene, die eine Resistenz gegen die Kraut- und Knollenfäule vermitteln (links). Daneben konventionelle Kartoffelsorte.

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Buchweizen. Neue Nutzungsformen für traditionelle Kulturarten.

Im Schaugarten werden in diesem Jahr Anbau- und Freisetzungsversuche mit gentechnisch veränderten Mais-, Weizen, Zuckerrüben- und Kartoffellinien durchgeführt.

Neben dem umstrittenen Bt‑MaisBt‑Mais MON810 werden verschiedene andere gentechnisch veränderte Maislinien gezeigt, darunter Weiterentwicklungen von MON810, Mais mit einer weiteren, gegen den Maiswurzelbohrer gerichteten Variante des Bt-Proteins sowie Mais mit gentechnisch vermittelter HerbizidtoleranzHerbizidtoleranz. Zu besichtigen sind auch gv-Maispflanzen mit mehreren neu eingeführten Merkmalen (stacked genes), so dass sie über Resistenzen gegen verschiedene Schädlinge und Herbizide  verfügen.

Eine herbizidtolerante gv-Zuckerrübe, die in den USA seit zwei Jahren im Anbau ist, wird im Schaugarten derzeit unter Praxisbedingungen erprobt. Mit ihr soll eine einfachere und umweltverträgliche Unkrautbekämpfung möglich sein.

Für Besucher besonders interessant dürften die Kartoffeln sein, die im Schaugarten zu besichtigen sind. Bei ihnen geht es darum, wie sie sich gegenüber der Kraut- und Knollenfäule (PhytophthoraPhytophthora) verhalten, einer berüchtigten Kartoffelkrankheit. Im Schaugarten stehen sie direkt nebeneinander: einige aktuelle Sorten ohne Resistenz, eine weitere Sorte mit einer konventionell eingezüchteten Resistenz sowie mehrere gentechnisch veränderte Sorten, in die zwei Resistenzgene einer südamerikanischen Wildkartoffel eingeführt wurden. Wenn es wie zu erwarten ist im Hochsommer oder Herbst zu einem Befall mit dem Krankheitserreger kommt, können die Besucher im Schaugarten beobachten, wie sich die verschiedenen Kartoffelsorten im "Ernstfall" verhalten.

Im Schaugarten sind auch Versuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen zu sehen, die sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium befinden und eher in der Grundlagenforschung anzusiedeln sind, etwa ein in der Schweiz entwickelter Weizen mit einem neuartigen Resistenzkonzept gegen Brandpilze sowie Kartoffeln, die in ihren Knollen einen Grundstoff für Bioplastik oder einen Impfstoff gegen eine Kaninchenkrankheit  produzieren.

Darüber hinaus bietet der Schaugarten  Anschauungsunterricht zu einigen alten und neuen Kulturpflanzen, die sich möglicherweise als "moderne" Lieferanten für nachwachsende Rohstoffe eignen: etwa Buchweizen, Öllein, Sudangras oder Amaranth.

Wer Gentechnik und Pflanzenzüchtung an konkreten Beispielen betrachten möchte, kann sich zu einem Besuch im Schaugarten anmelden. Schulklassen und Gruppen sind besonders willkommen. Das nahe gelegene Stiftsgut Üplingen zeigt eine kleine Ausstellung zu den Themen des Schaugartens und bietet Raum für Veranstaltungen. Ein Besuch im Schaugarten ist nur im Rahmen einer Führung möglich.

 

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24. Juli 2009 [nach oben springen]

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