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Bund der Steuerzahler kritisiert Verschwendung v. Steuergeld
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Autor:  pipo [ Mi 21.03.2012 13:41 ]
Betreff des Beitrags:  Bund der Steuerzahler kritisiert Verschwendung v. Steuergeld

Ist ja auch korrekt so. Aber es wird auch kritisiert, dass Gelder für die Züchtung von violetten Möhren oder der Kautschukgewinnung aus Löwenzahn ausgegeben werden. Diese Meldungen kursierten heute überall in den Medien. Und immer wird hier verdreht oder unvollständig berichtet, so dass der "gemeine Pöbel" wieder ordentlich was zu meckern hat.
Es ist so traurig, dass die Menschen den Nutzen von landwirtschaftlicher Forschung nicht mehr ernst nehmen. Alles ist selbstverständlich geworden. Das makellose Obst und Gemüse gibt es in Hülle und Fülle zu Niedrigpreisen im Supermarkt. Irgendwann kommt einmal der Tag, wo sich alle verzweifelt umschauen und sich wundern, warum die Forscher für die Folgen des Klimawandels oder sonstiger Krisen keine Lösung parat haben (auch wenn hier die Möhren vielleicht nicht weiterhelfen - ist ja nur ein Beispiel...).

Autor:  Stefan Rauschen [ Mi 21.03.2012 20:07 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Bund der Steuerzahler kritisiert Verschwendung v. Steuergeld

Was gerne übersehen wird: Pflanzenzucht hat einen hohen gesellschaftlichen Return on Investment. Wird ein Euro öffentlicher Gelder in Pflanzenzucht gesteckt, resultieren daraus sehr viel mehr Euro als Mehrwert für die Gesellschaft, als in anderen Bereichen.
Ich erinnere mich leider nicht genau an Zahlen und Zeiträume, aber Pflanzenzucht ist nunmal eine Zukunftsinvestition par excellence. Und ist es ja schon seit 10.000 Jahren.

Autor:  Hoffmeister [ Do 22.03.2012 10:29 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Bund der Steuerzahler kritisiert Verschwendung v. Steuergeld

Ich habe gestern erst einen interessanten Vortrag von Harald von Witzke (HU Berlin) am MPI MP gehört, in dem dieses Thema auch behandelt wurde (Nachzulesen auch hier: http://www.gjae-online.de/recherche/pag ... urrPage=32)
Die Botschaft war, dass angesichts der Bedeutung der Landwirtschaft in den Industriestaaten viel zu wenig dafür getan wird. Als Schlüssel zur Lösung des Welternährungsproblems wurde aufgrund der nicht ausweitbaren Flächen die Produktivitätssteigerung in der Landwirtschaft ausgemacht. Und da hinken insbesondere die Industriestaaten hinterher, die eigentlich aufgrund ihres Entwicklungsstandes Vorreiter sein müssten. In der EU beträgt die Steigerung gerade einmal 0,6 %, was vor allem an der vernachlässigten Agrarforschung liegt. Aber solche Botschaften mag man in Europa gar nicht gerne hören, wo doch aus Luxusgründen die Biolandwirtschaft auf 20 % ausgeweitet werden soll. Andererseits hat die EU das größte Saldo zwischen Export und Import von allen entwickelten Regionen und verbraucht außerhalb so viel Fläche wie die von ganz Deutschland. Solche Zahlen wollte man bei der EU-Kommission nicht glauben, da sie dort ihre eigene Statistik nicht lesen konnten und die importierten Agrarrohstoffe für die weiter verarbeitende Industrie vergaßen. Solche Erkenntnisse sind nicht weit verbreitet, weil sie natürlich nicht dem mainstream des Gutmenschentums entsprechen. Auch der weit verbreitete Appell, dann eben auf Fleisch zu verzichten, ist aus Sicht des Agrarökonomen kein wirksamer Ansatz, weil 1. die entwickelten Staaten gerade einmal 18 % der Weltbevölkerung ausmachen und 2. der Wegfall von Nachfrage die Erlöse der ohnehin gebeutelten Landwirtschaft vermindert, was dann Auswirkungen auf die Investitionsbereitschaft hat.
Die Aussichten zur Ernährungsproblematik bis 2050 waren nicht sehr rosig. Global gesehen sind Bestrebungen der entwickelten Länder zu mehr extensiven Bewirtschaftungsformen kontraproduktiv. Wenn die EU – was sie sich natürlich auf die Fahnen schreibt – hier Teil der Lösung und nicht des Problems sein will, sollte sie ihre Hausaufgaben machen und mittels Technologieförderung und Intensivierung vom Nettoimporteur zum Nettoexporteur werden. Aber das ist mit so lieb gewonnenen Marotten wie die zur Nahrungserzeugung konkurrierende Bioenergieerzeugung und wie extensive Biolandwirtschaft nicht zu schaffen.

Autor:  Stefan Rauschen [ Sa 24.03.2012 22:05 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Bund der Steuerzahler kritisiert Verschwendung v. Steuergeld

Und dann kommen die Damen und Herren auf europäischer Ebene noch auf die Idee, in der gemeinsamen Agrarpolitik die Vorgabe zu machen, dass 7% der landwirtschaftlichen Fläche doch zur Ökologisierung der Landwirtschaft aus der Produktion zu nehmen sind...

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