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Armes Deutschland
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Autor:  Langelüddeke [ Mo 25.06.2012 10:33 ]
Betreff des Beitrags:  Armes Deutschland

In den jetzt abgeschlossenen Koalitionsverträgen in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein darf natürlich in den Abschnitten zur Landwirtschaft die Distanz zur schlimmen Gentechnik nicht fehlen.

Aus dem Koalitionsvertrag NRW 2012, S. 77

Zitat:
Wir werden im Verbund mit der Landwirtschaft alle Möglichkeiten ausschöpfen, NRW gentechnikfrei zu halten. Im Bundesrat wird sich die Landesregierung dafür einsetzen, dass es keine weiteren Lockerungen am derzeitigen Gentechnikgesetz geben wird und die Verursacher von entsprechenden Kontaminationen zur Übernahme der Kosten herangezogen werden. Wir wollen, dass auch zukünftig kein Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen und keine Freisetzungsversuche in NRW stattfinden. Wir setzen uns dafür ein, dass jede Verunreinigung von Saatgut, Futter- und Lebensmitteln durch gentechnisch veränderte Organismen vermieden wird (Nulltoleranz-Prinzip). Wir halten an dem Prinzip fest, auf landeseigenen Flächen ein Gentechnikverbot auszusprechen. Damit Verbraucherinnen und Verbraucher die klare Wahl haben, werden wir uns auch weiterhin für eine eindeutige Kennzeichnung einsetzen


Aus dem Koalitionsvertrag Schleswig-Holstein 2012, S. 41

Zitat:
Wir wollen die Gentechnikfreiheit beim Anbau in Schleswig-Holstein als einen wichtigen Standortvorteil für die Land- und Ernährungswirtschaft erhalten und sichern. Der Schutz vor gentechnischen Verunreinigungen im Saatgut oder in Futtermitteln ist dafür Voraussetzung. Wir wenden uns daher gegen jegliche Versuche, die Nulltoleranz aufzuweichen. Auf europäischer Ebene unterstützen wir die Forderung, dass Regionen und Ländern das Recht eingeräumt wird, den Anbau gentechnisch veränderter Organismen zu untersagen. Schleswig-Holstein wird wieder Mitglied im Europäischen Netzwerk gentechnikfreier Regionen werden.


Da wollen sich also die neu gebildeten Landesregierungen dafür einsetzen, dass es keinen Anbau gibt, vor allem nicht auf landeseigenen Flächen, in NRW soll es keine Freisetzungen mehr geben, was eigentlich ein grundgesetzwidriges Forschungsverbot wäre. Da soll jede Verunreinigung im Saatgut, in Futter- und Lebensmitteln verhindert werden, da soll Ländern und Regionen das Recht zu Anbauverboten eingeräumt werden (endlich! Danach lechzen die Bürger! Und vor allem profilsüchtige Politiker!), und und und….. Und selbstverständlich soll Schleswig-Holstein wieder Mitglied im Europäischen Netzwerk gentechnikfreier Regionen werden (wieso „wieder“? Waren die da schon mal drin?). Lediglich die Forderung nach einer eindeutigen Kennzeichnung könnte mir gefallen, aber vermutlich wäre meine Vorstellung von eindeutiger Kennzeichnung nicht kompatibel mit der der braven Koalitionäre.

Eigentlich ist das Ganze ja nix Neues. Und verglichen mit den Vereinbarungen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz noch harmlos. Denn dort war beschlossen worden, dass Forschung aus Landesmitteln nicht mehr finanziert werden soll. Man könnte ja mal wieder spotten über die Bedeutung des Begriffes „gentechnikfrei“. Da fehlt eigentlich etwas, nämlich das Verbot von Futtermitteln mit Bestandteilen aus gv-Pflanzen. Da ist in beiden Verträgen nur von Verunreinigungen die Rede. Haben die Hohen vertragschließenden Parteien da etwas übersehen? Da fehlt natürlich die Forderung nach gentechnikfreien Textilien, und nach einer Verbannung von Waschmittel-Enzymen und Arzneimitteln aus gentechnischer Herstellung. Und es fehlt natürlich und vor allem die Forderung, Euro-Scheine endlich aus gentechnikfreier Baumwolle herzustellen. Es ist den Bürgerinnen und Bürgern doch nicht zuzumuten, dass sie jedesmal beim Bezahlen ein Stück Monsanto-Technologie mit bloßen Fingern anfassen müssen.

Ach, diese Politiker! Von den Grünen erwartet man ja nichts anderes. Aber dass die Hirne meiner Genossinnen und Genossen der SPD so durch Grünem Mehltau verseucht sind, dass sie dann bereitwillig vor dem Grünen-Dogma in die Knie gehen, ist ein beschämendes Trauerspiel. Da kann man nur sagen: Armes Deutschland!

Autor:  Reinhard Szibor [ Mo 25.06.2012 19:02 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Armes Deutschland

Nicht nur die Wäsche und die Euroscheine sind vorwiegend aus „Gen-Baumwolle“, auch die Tampons, mit denen auch die Damen Abgeordnete der Grünen und der SPD ziemlich intim sind!
Es gibt zwar-wie das in Deutschland auch zu erwarten ist-Bio-Tampons, aber die sind nur angeblich chlorfrei. Wenn es „genfreie“ Tampons gäbe, wären die sicher im Internet mit entsprechendem grünem Werbe-Tamtam ausgewiesen und auffindbar. Wenn ich Geschäftsmann wäre, hätte ich jetzt sicher eine riesen Marktlücke entdeckt und könnte mir jetzt eine goldene Nase verdienen. Bin ich aber nicht. Schade! So bleibt mir nichtsanderes übrig, als die roten und grünen Damen Abgeordnete, die sich nun Mansanato-Tampons einverleiben müssen, zu bedauern!

Autor:  fafner [ Mo 25.06.2012 19:09 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Armes Deutschland

Wikipedia hat geschrieben:
In der Anfangszeit wurden Tampons vor allem aus Baumwolle hergestellt. Mittlerweile wird vornehmlich die Kunstfaser Viskose verwendet, die durch spezielle Ausrüstung und Querschnitte saugfähiger gemacht werden kann. Weil Viskosefasern Kunstfasern sind, verhaken sie sich nicht miteinander und der Saugkörper könnte abfasern. Er wird daher mit einer Kunststofffolie verschweißt oder verklebt. Im Unterschied zu Tampons aus Baumwolle sind Viskose/Kunststoff-Tampons nicht biologisch abbaubar.
Neben Tampons aus Viskose sind Bio-Tampons erhältlich, d. h. Tampons ausschließlich aus biologischer Baumwolle, sowie Softtampons aus Schaumstoffschwämmen.
Seit 2002 sind auch sogenannte probiotische Tampons auf dem Markt, die in der Scheide Milchsäurebakterien abgeben sollen.

Jeder Markt wird bedient. Schließlich leben wir im Kapitalismus.

Autor:  Reinhard Szibor [ Mo 25.06.2012 22:11 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Armes Deutschland

Danke fafner! Ja, ich gebe zu: Ich habe nicht sorgfältig genug recherchiert. Es ist eben ein Gebiet, in dem ich nicht so zu Hause bin. Aber etwas amüsant finde ich die jetzt gefunden Stellen schon. Die Biowelle ist eben doch universal.
http://www.erdbeerwoche.com/meineproduk ... wolle.html
Produkte aus zertifizierter Biobaumwolle haben folgende Vorteile für dich und deinen Planeten:
Wenn ich richtig informiert bin gehht es um max. 5 g Material , einmal im Monat einer Frau. Oder?
Und damit retten wir dann unseren Planeten?!

Autor:  fafner [ Di 26.06.2012 06:17 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Armes Deutschland

Für die "Bio"käufer reicht halt die Einbildung. So funktioniert ja dieses Marktsegment.

Und offenbar haben die Bauern keinen Bock mehr auf "Bio". Ganz besonders in Indien.

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