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Gentechnische Methoden sind immer dabei: Das Gute im Reis
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Autor:  Dr. C. Happach-Kasan [ Mi 15.08.2012 23:03 ]
Betreff des Beitrags:  Gentechnische Methoden sind immer dabei: Das Gute im Reis

Ein informativer Beitrag zur Bedeutung von Reis für die Welternährung und zur Entwicklung neuer Reissorten.

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/wib/1837262/

Mit freundlichen Grüßen

Christel Happach-Kasan

Autor:  Langelüddeke [ Do 16.08.2012 16:19 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Gentechnische Methoden sind immer dabei: Das Gute im Reis

Herzlichen Dank, liebe Frau Happach-Kasan, für den Hinweis auf den Beitrag von Deutschland-radio. Leider „nur“ Radio und kein TV. Das macht mir richtig Lust, den Koffer zu packen und mich beim IRRI anzumelden um mich dort schlau zu machen – diesmal mit Fotos. Ich wüsste schon einige liebe Mitmenschen, denen ich dann davon erzählen möchte. Und es juckt mich, meine Füße mal wieder in Reisfeldern zu baden.

Nur eine kleine Korrektur ist notwendig: Da wird behauptet, das entsprechende Gen für den Golden Rice stamme aus dem Mais. Das stimmt nicht: Es wurden, wenn ich das richtig verstanden habe, zwei Gene übertragen, nämlich aus Narcissus pseudonarcissus (Osterglocke) und aus Erwinia uredovora, einer Bakterienart.

Aber sonst finde ich den dradio-Beitrag sehr ok. Von dort kamen bisweilen auch andere sehr sachliche Berichte.

PL

Autor:  Sebastian Fettig [ Fr 17.08.2012 08:14 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Gentechnische Methoden sind immer dabei: Das Gute im Reis

Langelüddeke hat geschrieben:
Nur eine kleine Korrektur ist notwendig: Da wird behauptet, das entsprechende Gen für den Golden Rice stamme aus dem Mais. Das stimmt nicht: Es wurden, wenn ich das richtig verstanden habe, zwei Gene übertragen, nämlich aus Narcissus pseudonarcissus (Osterglocke) und aus Erwinia uredovora, einer Bakterienart.
PL


Dies trifft für den Golden Rice 1 zu (der außerdem noch die Cyclase aus der Osterglocke enthält, also drei neue Gene), der GR2 enthält tatsächlich das Phytoensynthasegen aus Mais und nicht mehr das aus der Osterglocke neben der Desaturase aus Erwinia. Auf die Cyclase wurde beim GR2 verzichtet.

Grüße

Sebastian

Autor:  Langelüddeke [ Fr 17.08.2012 09:40 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Gentechnische Methoden sind immer dabei: Das Gute im Reis

Danke für die Korrektur, Herr Fettig

Autor:  Franz Behringer [ Mo 27.08.2012 04:44 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Gentechnische Methoden sind immer dabei: Das Gute im Reis

Eine wirkliche Chance bietet die Rückbesinnung auf traditionelle Pflanzensorten:
Molekularbiologin Dr. Suman Sahai setzt sich dafür ein, dass die Vielfalt der Reissorten in Indien erhalten bleibt. Sie ist Initiatorin einer Gendatenbank, in der einheimisches Saatgut gesammelt, bewahrt und den Bauern im ganzen Land zur Verfügung gestellt wird.

Hierzu der sehenswerte Film vom SWR (Nov.2010):
"Sackgasse Gentechnologie - Indiens Bauern zwischen Gentechnik und traditionellem Saatgut"
http://www.swr.de/hunger/laender/indien ... index.html
http://www.swr.de/hunger/laender/indien

Und das komplette Interview mit Suman Sahai, in dem sie klarstellt, dass die traditionellen Sorten satt machen und der Dürre trotzen, wogegen gentechnisch veränderter Reis weniger nahrhaft und anfälliger ist:
http://www.swr.de/hunger/laender/indien ... index.html



Autor:  Hoffmeister [ Mo 27.08.2012 09:52 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Gentechnische Methoden sind immer dabei: Das Gute im Reis

Franz Behringer

Wie so oft die Welt ist nicht schwarz/ weiß.
Als Kronzeugin gegen Gentechnik eignet sich Frau Sahai nicht. Auch wenn Sie in Bezug auf gv-Pflanzen ein paar merkwürdige Äußerungen zu deren angeblichen Risiken macht („Bei der Gentechnik herrscht viel Unverständnis, vielleicht weil die Gefahren, anders als bei der Kernenergie, nicht so offensichtlich sind“) , so profitiert sie offenbar noch von ihrer Tätigkeit als Human-Genetikerin und verteufelt Gentechnik nicht per se:

http://futurenow.dw.de/deutsch/2011/02/ ... geschopft/
Denken Sie, dass die Gentechnik helfen kann, die globale Nahrungsmittelsicherheit zu erhöhen?
„Nein. Aber ich glaube, dass das Potenzial der Gentechnik längst nicht ausgeschöpft ist. Wenn man sie zielgerichtet einsetzt und sorgfältig auf ein spezielles Problem anwendet, zum Beispiel um die Trockentoleranz von Pflanzen zu verbessern oder die Versalzung zu verhindern, könnte die Gentechnik eines Tages Probleme lösen. Aber ich sehe nicht, wie eine bestimmte Technologie alleine das große Nahrungsmittelproblem lösen könnte, das ja verschiedene komplexe Aspekte hat. Hunger ist keine überschaubare Situation, er entsteht aus einer Vielzahl von Gründen. Also ist es absurd zu behaupten, mit der Gentechnik ließe sich der Hunger besiegen.“

Übrigens war die Frage, ob Gentechnik gegen Hunger helfen kann, die Frage lautete nicht, ob sich einzig und allein dadurch der Hunger besiegen ließe. Die Antwort, insbesondere der letzte Satz drückt das instrumentalisierte Missverständnis der Anti-Gentechnikbewegung aus. Auch davor ist Frau Sahai als Aktivistin nicht gefeit.

Autor:  Franz Behringer [ Mo 27.08.2012 22:16 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Gentechnische Methoden sind immer dabei: Das Gute im Reis

Herr Hoffmeister, man sollte doch schlicht annehmen, dass derart offensichtliche unmoralische Vorgehensweisen, die Märkte (hier Bsp. Indien) zu erobern, JEDEN MENSCHEN (einschl.Wissenschaftler, Politiker) abstoßen!!! Aber offenbar tut es das nicht.

http://weblife24.com/videocreator/video ... santo.html

Autor:  Beobachter [ Di 28.08.2012 07:59 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Gentechnische Methoden sind immer dabei: Das Gute im Reis

Nein, ich habe mir das Video nicht angeschaut.

Aber auch wenn die Geschichte stimmen sollte, hat dies doch nicht mit der Technologie an sich zu tun. Diese Missverständnisse tauchen auch hier im Forum immer wieder auf.

Sollen jetzt auch alle Apple Handys verboten werden, weil sie unter widerlichsten Umständen in China hergestellt werden? Bei Ikea sollte auch nicht mehr eingekauft werden, weil Sie in der DDR von Zwangsarbeitern Möbel herstellen ließen?
Autos dürfen dann wohl aus vielen Gründen auf unseren Straßen nicht mehr fahren? Wieviele Unfalltote gibt es pro Jahr?
Wie steht es um die politische Vergangenheit von Volkswagen und Co?

Diese Argumente bringen uns nicht weiter. Wir sollten schauen ob die Technologie sicher ist und der Menschheit momentan und in der Zukunft einen Vorteil bringt.

Industrialisierte Landwirtschaft gibt es schon und sie hilft den Wohlstand zumindest der hoch entwickelten Länder zu halten. Monokulturen von z.B. Mais sind eine Folge dessen. Dies ist kein Problem der Gentechnik. Pestizide werden seit vielen Jahren angewendet (Mit Kupfer auch im hohen Maße im Biolandbau). Dies ist also auch kein Problem der Gentechnik.


Die grüne Gentechnik bietet ein Werkzeug zur Reduzierung der Herbizid- und Insektizidanwendungen. Sie kann somit zum integrierten Pflanzenschutz beitragen.

Von den neuen Sorten mit Trockenresistenzen oder Vitamingehalten, Virusresistenzen gan zu schweigen.

Schade wenn dies von satten Ideologen torpediert wird.

Autor:  Hoffmeister [ Di 28.08.2012 09:11 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Gentechnische Methoden sind immer dabei: Das Gute im Reis

Franz Behringer
Die von Ihnen hier zitierte Frau Sahai ist da offensichtlich weiter als Sie. Sie kann nämlich differenzieren zwischen den Potenzialen einer Technologie und dem Agieren von Unternehmen unter Anwendung dieser Technologie. Warum ideologisieren Sie so nur bei dem Thema Gentechnik ? Das Betätigungsfeld wäre doch viel größer. Gerade eben zu beobachten bei dem Patentstreit zwischen Apple und Samsung, wo es in diesem schmutzigen Konflikt um nichts anderes geht als um Marktbeherrschung. Da kommt doch auch keiner auf die Idee, die IT-Technik als solche zu verdammen. Die haben es mit der Mobilfunktechnik geschafft einen ganzen Kontinent zu „unterjochen“. Wenn etwas in Afrika funktioniert, ist es der Mobilfunk, auch wenn das auf Kosten der Lösung dringenderer Probleme geht.

Autor:  Franz Behringer [ Di 28.08.2012 21:51 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Gentechnische Methoden sind immer dabei: Das Gute im Reis

Potenzialen einer neuen Technologie, die sich leider bisher nicht zum Wohl und Vorteil der Menschen und der Umwelt entwickelt und bewährt haben ... sondern ganz zu ihrem Verderb. Das sind die Fakten ... überall in der Welt zu sehen, wenn man sich die Mühe macht und vor Ort informiert!

Das schmutzige Geschäft der Marktbeherrschung ist korrupt, aber auch, dass sich unsere besten Wissenschaftler vor den Karren solcher Geschäfte (haben) spannen lassen.

Wenn gentechnischveränderte Lebensmittel keinen Nährwert mehr besitzen, sogar gesundheitsschädigend sind, wie unabhängige (nicht immer in „renommierten Fachzeitschriften“ veröffentlichte) Studien seit Jahren zeigen, wäre es nicht an der Zeit umzudenken und solchen schmutzigen Geschäften, endlich den Rücken zu kehren?!

Der Hybridreis zum Beispiel macht nicht satt. Und Bishu Bhiagat, Leiter einer Reissamenbank, bringt es auf den Punkt:
„Einheimischen Reis kann man bis zu 5 mal aussähen, während genveränderter Hybridreis schon bei der zweiten Saat nicht mehr wächst. Und wenn ich 250 g Hybridreis esse, habe ich nach einer Stunde schon wieder Hunger, wenn ich aber die gleiche Menge einheimischen Reis esse, bleibe ich bis zum Abend satt“.
http://www.swr.de/hunger/laender/indien ... index.html

Autor:  Hoffmeister [ Mi 29.08.2012 09:40 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Gentechnische Methoden sind immer dabei: Das Gute im Reis

F.B.: „Potenzialen einer neuen Technologie, die sich leider bisher nicht zum Wohl und Vorteil der Menschen und der Umwelt entwickelt und bewährt haben ... sondern ganz zu ihrem Verderb. Das sind die Fakten“

Das sind Ihre Fakten, so wie Sie sie wahrnehmen wollen. Mio. Kleinbauern in Südamerika, Indien, China und Südafrika, die GVO-Kulturen anbauen, sehen das offenbar anders.

Hier mal aktuelle Fakten:
http://www.presseportal.de/pm/100311/22 ... erten-us-1

http://www.mdpi.com/2071-1050/3/5/743

http://farmersforum.in/policy/study-on- ... -in-india/
„As regards perception of farmers on various issues of Bt cotton, it was seen that 94 per cent farmers said that Bt cotton yields were higher than Non-Bt cotton and 87 per cent said that returns were also higher. 84 per cent farmers said that the quantity of seed usage per hectare on Bt cotton was less than that used in Non-Bt cotton. However, 92 per cent farmers said that the expenditure on Bt cotton seeds was more than Non-Bt cotton.“

Sehen Sie und da ist Ihr Problem: Sie suchen sich die 6 oder 13 % Farmer aus, die an irgendeiner Stelle etwas anderes sagen und deklarieren das als Fakt. Sie sind doch immer so für Mehrheiten, wenn es in Europa um die Ablehnung von GV-Lebensmitteln geht. Warum akzeptieren sie für Indien keine Mehrheitsmeinung ?

„As regards the proportion of farmers using Bt cotton seeds from different seed companies in the surveyed regions, it was found that a high proportion of farmers (25.14 per cent) used seeds of Nuziveedu Seeds Pvt Ltd followed by Shriram Bioseeds Genetics (20.57 per cent), Rasi Seeds Pvt. Ltd (19.24 per cent), Ankur Seeds Pvt Ltd (17.24%), Bayer Biosciences Pvt Ltd (14.95 per cent), Mahyco Ltd (13.62 per cent) and Monsanto Holdings Pvt. Ltd (6.29 per cent)"

Nanu, nur 35 % des Bt-Saatguts stammt von den „Bösen“ ? Da kann es mit der Abhängigkeit aber nicht so weit her sein !

F.B.:„Wenn gentechnischveränderte Lebensmittel keinen Nährwert mehr besitzen, sogar gesundheitsschädigend sind, wie unabhängige (nicht immer in „renommierten Fachzeitschriften“ veröffentlichte) Studien seit Jahren zeigen“

Ich wage gar nicht nach den Quellen zu fragen, vermutlich bewegen wir uns dann wieder im Urschleim von Pusztai & Co.
Aber hier mal eine aktuelle Quelle zum Thema:
http://www.nfp59.ch/files/news/132_MM_0 ... FP59_d.pdf

F.B.: „Der Hybridreis zum Beispiel macht nicht satt. Und Bishu Bhiagat, Leiter einer Reissamenbank, bringt es auf den Punkt:…“

In der gleichen Sendung bringt es Asis Datta auch auf den Punkt:
Prof. Dr. Asis Datta (http://www.nipgr.res.in/research/prof_adatta.php)
(Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften 2009 – 2010)
"Sie (die Bt-Baumwolle) wurde von Forschern wie uns entwickelt. Diese Sorten wurden nicht von Monsanto hergestellt. Aber sie (die Bauern) besitzen sie.
Wassermangel, Klimawandel, das sind alles Probleme, die miteinander zusammenhängen. Wenn man ein besseres Saatgut entwickeln kann, warum nicht? Hier kommt Biotechnologie ins Spiel. Aber ich sage auch, Gentechnik wird das Problem nicht völlig lösen. Es wird sich entwickeln, denn die Bevölkerung wächst. Wir brauchen mehr Nahrung, mehr Erträge. Nur das wird helfen. Der Hybrid-Reis von heute wächst viel schneller und höher als der herkömmliche Reis, der dort seit hundert Jahren angebaut wird. Der wächst doch nicht! Oder nur sehr mäßig. Wir müssen es vorantreiben, die gentechnische Entwicklung braucht Zeit. Und die Weltbevölkerung wächst. Unaufhörlich. Was auch immer wir tun, dieser Gefahr müssen wir uns stellen."

Autor:  Hoffmeister [ Mo 03.09.2012 14:12 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Gentechnische Methoden sind immer dabei: Das Gute im Reis

Man konnte es ja bereits ahnen, nun wurde es wieder bestätigt: Werden den Anekdoten von F.B. Fakten entgegengesetzt, kommt absolut nichts mehr.

Autor:  Franz Behringer [ Di 04.09.2012 21:17 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Gentechnische Methoden sind immer dabei: Das Gute im Reis

"Gemäss dieser Studie könnten z. B. aufgrund der reduzierten Anwendung von Agrarchemikalien und der erhöhten Widerstandsfähigkeit der Sorten gegen Insektenbefall in den kommenden 10 Jahren 149 Milliarden Liter Wasser eingespart werden, die zur Versorgung von 3,4 Millionen Menschen reichen."
http://www.presseportal.de/pm/100311/22 ... erten-us-1

Was ein Hohn!

Die Fakten (den Experten hier natürlich voll bewußt):

Pesticide use rises in Brazil as GM crop plantings increase
http://www.gmwatch.org/latest-listing/1 ... tems/14110

Transgenic crops push up pesticide sales
Use of pesticides in Brazil has risen significantly precisely over the period when the cultivation of transgenic crops has exploded, informs the leading Brazilian newspaper Valor Econômico in a report published on July 31st. Since 2005, the year that the Biosafety Law was approved (11.105/05), the area planted with genetically modified seeds has more than tripled in Brazil, rising from 9.4 million to 32 million hectares. Between 2005 and 2011, average pesticide consumption has jumped from a little of 7 kilos per hectare to 10.1, a 43.2% increase. According to data from Sindag, the union representing pesticide manufacturers cited in the report, sales of these products grew more than 72% between 2006 and 2012, from 480,100 to 826,700 tons. This rise in the use of pesticides cannot be explained by the expansion in total cultivated area since this rose by less than 19% over the same time according to the National Supply Company (CONAB), whose data includes cereals, fibres, coffee and sugar cane.
Eighty-five per cent of the transgenics released by CTNBio (National Biosafety Technical Commission), among them soybeans, maize and cotton, are modified for resistance to herbicides, whose sales reached 403,600 tons, an increase of 44% in relation to the 279,200 tons recorded in 2006. Sales of fungicides tripled while those of insecticides rose by almost 84%, the Valor report adds.
http://aspta.org.br/campanha/transgenic ... ide-sales/

Autor:  Jochen B. [ Mi 05.09.2012 08:52 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Gentechnische Methoden sind immer dabei: Das Gute im Reis

Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass ich an derselben Aussage Kritik übe, an der sie auch ein Franz Behringer übt. Wenn auch aus anderem Grund.

Zitat:
Gemäss dieser Studie könnten z. B. aufgrund der reduzierten Anwendung von Agrarchemikalien und der erhöhten Widerstandsfähigkeit der Sorten gegen Insektenbefall in den kommenden 10 Jahren 149 Milliarden Liter Wasser eingespart werden, die zur Versorgung von 3,4 Millionen Menschen reichen


Diese Aussage ist in ihrer Blödheit auf einer Stufe, die man eigentlich von militanten Gentechgegnern erwartet. Sie würde nur einigermaßen Sinn machen, wenn das für den Pflanzenschutz verwendete Wasser aus dem Trinkwasserreservoir der 3,4 Mio Menschen entnommen würde und das ganze in einem wasserknappen Land stattfände. Das ist in den Haupanbauländern mit Sicherheit NICHT der Fall. Falls das zum Wachstum benötigte virtuelle Wasser gemeint war, erschließt sich mir der Zusammenhang noch weniger.

Autor:  Hoffmeister [ Mi 05.09.2012 20:51 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Gentechnische Methoden sind immer dabei: Das Gute im Reis

Jochen B.
Nach dieser Logik würde es auch keinen Sinn machen, auf CO2 - Emmissionseinsparungen (infolge Dieseleinsparung bei no-tilling-Verfahren) als ökologischen Faktor einzugehen, weil in den Schwellenländern der Ausstoß pro Kopf ohnehin gering ist.

F.B.
Mal ganz abgesehen davon, dass die von F.B. genannten Quellen alles andere als unabhängig sind (gmwatch und GM free Campaign Brazil) lohnt ein Blick in die ausführliche Version der Celeres-Studie:
The reduction in the use of active ingredients in crops that have adopted biotechnology in Brazil reached 2.7 thousand tons in the 2009/10 harvest, in comparison to 4.9 thousand tons in the 2010/11 harvest. Effectively, 2.2 thousand tons of active ingredients ceased to be released in the soils over the last two seasons, contributing to a greater protection of the environment, reduced contamination of water resources and the farm workers' health. It is important to highlight that the corn crop in the 2010/11 crop season earned the largest share of the benefit, reaching 61.87% of the total. In the prior 2009/10 crop season, the participation in the total benefit of the crop was equivalent to 57.3%.
..It is important to emphasize that the active ingredients used in the IR-1, IR/HT, IR/HT-2, and IR/HT-4 technologies did not present products belonging to class I, extremely toxic, which represents a smaller impact on the environment and health of rural workers (Figure 9).

Hier ist die Rede von active ingredients und nicht von kg je ha, mal ganz abgesehen vom Ersatz toxischer PSM der Klasse 1 durch den Einsatz Glyphosat-toleranter GVO. Und natürlich steigt der Einsatz von Glyphosat mit dem Anbau toleranter Pflanzen um das Mehrfache, das aber bei gleichzeitiger Reduktion anderer, problematischerer Herbizide wie z.B. Atrazin im konventionellen Maisanbau, was allerdings meistens unter den Tisch fällt. Diese Statistikmanipulationen werden übrigens auch den Benbrook-Studien vorgeworfen, die Grundlage der Argumentation von NGO`s sind.
Auf den Unterschied in der Betrachtung zwischen absolut ausgebrachter Spritzmittelmenge und der Menge der eigentlichen Wirkstoffe und auf die Vorteile durch den Ersatz umwelttoxischer PSM geht auch eine USDA-Studie aus 2009 ein.

Autor:  prgntc [ Mi 05.09.2012 22:04 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Gentechnische Methoden sind immer dabei: Das Gute im Reis

@Herrn Behringer

Vielleicht könnte Sie, Herr Behringer, mir - einem unbedarften Gentechniker - mal ohne einen Wust an Zitaten und „Link“-Verweisen mit einfachen Worten Folgendes erklären:
Ökologische Landwirtschaft oder so was ähnliches gibt es doch schon ziemlich lange - so ein paar tausend Jahre. Die sollte mittlerweile ziemlich perfekt sein und mit dem „einheimischen“ Reis und den alten Sorten fast ohne Wasser auskommen, oder?
Unsere Vorfahren müssen bis in die 1950er Jahre ja im Nahrungsüberfluss geschwelgt haben.
Dann kam die "Grüne Revolution" daher mit neuen Techniken, neuen Methoden und der korrupten Agro- und Gentechnik und hat die ökologische Landwirtschaft ziemlich platt gemacht. Seitdem gelingt es uns grade mal nur noch 6 Milliarden Menschen ausreichend bis gut zu ernähren. Ohne diesen modernen Kram hätten doch heute alle 7 Milliarden satt und gut zu Essen, oder?
Mit freundlichen Grüßen
H.-J. Hirsch

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