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Transparenz
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Autor:  Franz Behringer [ Sa 21.06.2014 04:18 ]
Betreff des Beitrags:  Transparenz

Wo erfahren wir mehr über fünf neue gv-Soja- und Maissorten und deren Risikobewertung?

http://ec.europa.eu/dgs/health_consumer ... _ag_en.pdf

Harald Enger, MdB: "Die EU-Kommission wird jetzt die Importzulassung für die Gensoja- und Maissorten erteilen. Die haben zum Teil ganz neue Qualitäten: zwei der neuen künstlich geschaffenen Sojasorten sind nicht nur resistent gegen besonders giftige Pestizide, sondern haben auch eine vorsätzlich veränderte Fettsäurenzusammensetzung. Die Gensoja-Sorten haben also mit Sicherheit und ganz gezielt einen Effekt auf Menschen und Tiere, die sich damit ernähren. Wie genau der aussieht, wird nun der große unfreiwillige Feldversuch mit uns EuropäerInnen zeigen."

Autor:  Dirk Büssis [ So 22.06.2014 10:22 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Transparenz

Ganz einfach und transparent auf der EFSA Webseite http://www.efsa.europa.eu. Auf der Startseite EFSA Journal klicken und dann die entsprechenden Scientific Opinions lesen! Das sollte auch einem Franz Behringer möglich sein. Und mit dem MdB meinten Sie da eventuell Harald Ebner?

Autor:  Franz Behringer [ Mo 23.06.2014 15:46 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Transparenz

Es geht um die folgenden gv-Sorten, Herr Büssis .. die die Kommission nun zum Import durchwinken kann.

Sojasorten MON87708 und MON87705: resistent gegen Dicamba und Glyphosat.

MON87705 hat außerdem eine andere Fettsäurenzusammensetzung, ebenfalls Soja 305423 von Dupont-Pioneer.

Von BASF BPS-CV127-9: resistent gegen Herbizidwirkstoffe wie Imazamox, die BASF unter dem Markennamen „Clearfield” verkauft.

Bayer Cropscience Maislinie T25: resistent gegen Glufosinat (Markenname „Liberty”). T25 durfte auch bisher schon importiert werden, Genehmigung wird nun um 10 Jahre verlängert.

Vielleicht können Sie mir ja noch etwas behilflich sein, entspr. Risikobewertungen zu finden.

Autor:  prgntc [ Mo 23.06.2014 21:48 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Transparenz

@Herrn Behringer.
Hier nur mal was zu Fettsäuren. Warum machen Sie sich eigentlich nicht die Mühe mit ein paar Klicks im Internet herauszufinden in welchen Bereichen die Fettsäurezusammensetzungen bei Sojasorten liegen, die nicht gentechnisch verbessert wurden?
Ich habe Ihnen die äußerst schwierige Arbeit abgenommen. Sie brauchen nur noch dem Link
(http://orgprints.org/4844/1/4844-02OE43 ... lanzen.pdf)
zu folgen und finden da z.B. auf Seite 9 der Untersuchung „Vergleich der Anbaueignung verschiedener Ölpflanzenarten und -sorten für den ÖKOLOGISCHEN Landbau unter den Aspekten Speiseölgewinnung und Eiweißquelle“
Fettsäurewerte, die selbst bei einer einzigen ÖKO-Sorte in weiten Bereichen schwanken.
Zitat für die Sorte ‚Fiskeby‘: ...Das Sojaöl enthält neben ca. 15% gesättigter Fettsäuren ferner 15 bis 33% Ölsäure, 43 bis 56% Linolsäure und 5 bis 11% Linolensäure (Schuster, 1985a).“
Und, Herr Behringer, wie hätten Sie es denn nun gerne?
15% Ölsäure, 43% Linolsäure und 5% Linolensäure oder lieber
33% Ölsäure, 56% Linolsäure und 11% Linolensäure?
Oder vielleicht doch noch anders? Sind alle die verschiedenen möglichen Zusammensetzung auf ihre Unbedenklichkeit getestet worden? Was für ein großer unfreiwilliger Feldversuch wird uns da schon seit vielen Jahren mit ÖKO-Sorten zugemutet!
MfG
Heinz-Josef Hirsch

Autor:  Dirk Büssis [ Mo 23.06.2014 22:53 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Transparenz

Lieber Herr Behringer,

obwohl es beim Fußballgucken nervt, gerne. Allerdings kann ich mir die Bemerkung nicht verkneifen, dass alles was über copy und paste hinausgeht offenbar ihre Fähigkeiten übersteigt. So zB eine einfache Anleitung zur Suche von Scientific Opinions auf der EFSA Webseite. Sei's drum:

Zitat Behringer (meine Einfügungen in magenta)

"Sojasorten MON87708: EFSA Journal 2013; 11(10): 3355 und MON87705: EFSA Journal 2012; 10(10): 2909 resistent gegen Dicamba und Glyphosat.

MON87705 hat außerdem eine andere Fettsäurenzusammensetzung, ebenfalls Soja 305423: EFSA Journal 2013; 11(12): 3499 von Dupont-Pioneer.

Von BASF BPS-CV127-9: EFSA Journal 2014; 12(1): 3505 resistent gegen Herbizidwirkstoffe wie Imazamox, die BASF unter dem Markennamen „Clearfield” verkauft.

Bayer Cropscience Maislinie T25: EFSA Journal 2013; 11(10):3356 resistent gegen Glufosinat (Markenname „Liberty”). T25 durfte auch bisher schon importiert werden, Genehmigung wird nun um 10 Jahre verlängert."

Die dürfen sie nun transparent selber suchen (für Ungeduldige gerne auch über google). Und geben sie doch Herrn Ebner (wenn er der Zitatgeber war) auch gleich Bescheid.

Mit freundlichen Grüßen

Dirk Büssis

Autor:  Franz Behringer [ Di 24.06.2014 16:33 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Transparenz

Es geht aber hier um gentechnisch veränderte Sorten, Herr Hirsch ... die ohne wirklich ernsthafte, wissenschaftlich verantwortungsvolle Prüfung zugelassen werden:

"In conclusion, the EFSA GMO Panel considers that the information available for soybean MON 87708 addresses the scientific issues indicated in the relevant Guidance Documents of the EFSA GMO Panel and the scientific comments raised by the Member States, and that soybean MON 87708, as described in this application, is as safe as its conventional counterpart and non-GM soybean reference varieties with respect to potential effects on human and animal health or the environment, in the context of its intended uses."

"In conclusion, the EFSA GMO Panel considers that the soybean BPS-CV127-9, as described in this application, is as safe as its conventional counterpart and commercial soybean varieties with respect to potential effects on human and animal health and the environment in the context of its intended uses."

"In conclusion, the EFSA GMO Panel considered that maize T25, as described in applications EFSA-GMO-RX-T25 and EFSA-GMO-NL-2007-46, is as safe as its conventional counterpart with respect to potential effects on human and animal health or the environment in the context of its intended uses for food and feed, import and processing."

Und nicht nur Séralini, auch alarmierende Umweltstudien werden weiterhin ignoriert und nicht ernst genommen:

http://phys.org/news/2014-06-pesticides ... alike.html



Autor:  Hans Brandl [ Sa 28.06.2014 11:58 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Transparenz

Unser Alltag ist voll von spruchförmigen Lebensweisheiten, die mal mehr, mal weniger klug sind. Sie haben eine komplexitätsreduzierende Funktion und helfen so bei der Bewältigung schwer überschaubarer Situationen. Auch im Alltag der Wissenschaften gibt es neben den methodischen Standards im engeren Sinne solche Heuristiken. „Nimm nach Möglichkeit die einfachste Erklärung“ ist so eine, geadelt als „Ockhams Rasiermesser“ hat sie sogar Eingang in die Wissenschaftsphilosophie gefunden.
Eine Selbstverständlichkeit ist die Hypothesenökonomie Ockhams nicht.
Ein anderes Beispiel für Hypothesenökonomie, aus dem Bereich des Allzumenschlichen, ist “Hanlons’s Razor“: „Nimm niemals Böswilligkeit an, wenn Dummheit ausreicht“. Anwendungsfälle , zumindest einen bekannten, kennt hier jeder.

Aus scienceblogs.de

Autor:  prgntc [ So 29.06.2014 13:44 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Transparenz

@Herrn Behringer.
Werden denn Ihre „Ökosorten“ (so will ich jetzt mal die herkömmlichen Sorten nennen) einer wirklich ernsthaften, wissenschaftlich verantwortungsvollen Prüfung unterzogen? Nein, jeder konnte und kann immer noch auf seinem Bio-Hof oder im Bio-Laden Sorten verkaufen, von deren genetischer und physiologischer Beschaffenheit man keine Ahnung zu haben braucht. Demgegenüber sind die Genome der gentechnisch gezüchteten Sorten bekannt. Der Stoffwechsel wird ausführlich analysiert und mit dem der Ausgangssorten verglichen.

Dann behauptet der Herr Enger (MdB) u.a.:
“...sondern haben auch eine „vorsätzlich“ veränderte Fettsäurezusammensetzung. Die Gensoja-Sorten haben also mit Sicherheit und „ganz gezielt“ einen Effekt auf Menschen und Tiere...“.

Wieso braucht er das Wort „vorsätzlich“, wenn es Ziel der Züchtung ist die Fettsäurezusammensetzung zu verändern? (Verwendet der Ökolandbau z.B. kupferhaltige Bordeauxbrühe auch „vorsetzlich“?).
Und irgendwelche Effekte hat schließlich jedes Nahrungsmittel; aber Sie suggerieren hier natürlich ganz gezielt negative Effekte. Lesen Sie doch mal Prof. Szibors Artikel über „Antigentechnik-Demagogie“.

Und was die neue Séralini-Veröffentlichung anbelangt, so hat Ihnen ja schon Frau Dr. Happach-Kasan erklärt, dass schlecht gemachte und schlecht interpretierte Experimente auch nicht besser werden, egal wie oft man sie veröffentlicht oder zitiert. Ganz anders ist das bei Gentechnikskeptikern: Je öfter die den gleichen Unsinn hören oder lesen, desto größer wird deren Gentechnikphobie.

Autor:  Frankenstein [ Di 01.07.2014 14:15 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Transparenz

Zitat:
Prof. Szibors Artikel über „Antigentechnik-Demagogie“


ist wirklich sehr lesenswert!

http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/biotechnologie_sprache_und_anti_gentechnik_demagogie

Es ist schon erschreckend, wie sich Umweltvergifter (Ausbringen von Dieselöl auf Versuchsfelder!) mit dem Etikett "Umweltschützer" schmücken, ohne dabei zu merken (oder - was noch schlimmer wäre - bewusst in Kauf zu nehmen), dass sie diesen an sich positiv besetzten Begriff zu einem hohlen Euphemismus entwerten.

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