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Glyphosat akkumuliert in “Roundup Ready” gv-Soyabohnen
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Autor:  Franz Behringer [ So 29.06.2014 15:58 ]
Betreff des Beitrags:  Glyphosat akkumuliert in “Roundup Ready” gv-Soyabohnen

Roundup wird nach dem Versprühen nicht - wie behauptet - einfach von den Pflanzen abgewaschen: Glyphosat wird absorbiert und verbleibt in den Pflanzen ... und gelangt so in unsere Nahrungsmittel.

Neue Studie veröffentlicht in Food Chemistry:

Compositional differences in soybeans on the market: Glyphosate accumulates in Roundup Ready GM soybeans
Food Chemistry
Volume 153, 15 June 2014, Pages 207–215

Abstract
This article describes the nutrient and elemental composition, including residues of herbicides and pesticides, of 31 soybean batches from Iowa, USA. The soy samples were grouped into three different categories: (i) genetically modified, glyphosate-tolerant soy (GM-soy); (ii) unmodified soy cultivated using a conventional “chemical” cultivation regime; and (iii) unmodified soy cultivated using an organic cultivation regime. Organic soybeans showed the healthiest nutritional profile with more sugars, such as glucose, fructose, sucrose and maltose, significantly more total protein, zinc and less fibre than both conventional and GM-soy. Organic soybeans also contained less total saturated fat and total omega-6 fatty acids than both conventional and GM-soy. GM-soy contained high residues of glyphosate and AMPA (mean 3.3 and 5.7 mg/kg, respectively). Conventional and organic soybean batches contained none of these agrochemicals. Using 35 different nutritional and elemental variables to characterise each soy sample, we were able to discriminate GM, conventional and organic soybeans without exception, demonstrating “substantial non-equivalence” in compositional characteristics for ‘ready-to-market’ soybeans.
http://www.sciencedirect.com/science/ar ... 4613019201

"Extreme" Levels of Roundup Detected in Food
http://www.rodalenews.com/roundup-food

5 Disgusting Facts about Roundup
http://www.mariasfarmcountrykitchen.com ... t-roundup/


Autor:  fafner [ Di 01.07.2014 22:36 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Glyphosat akkumuliert in “Roundup Ready” gv-Soyabohnen

Macht ja nix, da Glyphosat harmloser ist als Koffein oder gar Alkohol.

Autor:  ThorstenS [ Mi 02.07.2014 08:50 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Glyphosat akkumuliert in “Roundup Ready” gv-Soyabohnen

Gibt es eigentlich Studien darüber wie die Gefahr einzustufen ist, wenn Unkräuter mitgeerntet werden und sich mit den Lebensmitteln vermischen?
Es ist ja bekannt, dass es einige für den Menschen sehr giftige Unkräuter gibt, wenn die nicht beseitigt werden vor der Ernte, dann dürfte die Gefahr der Kontamination gegeben sein.
Beim Pferdeheu ist das ja bekannt, siehe Jakobskraut.

Bislang konnte ich darüber nichts finden.

Autor:  Sebastian Fettig [ Mi 02.07.2014 22:23 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Glyphosat akkumuliert in “Roundup Ready” gv-Soyabohnen

Naja, hier zumindest wird über Besatz von Weizen mit Möhre und Schierling (!) diskutiert, Letzteren möchte ich nicht in meinem Müsli haben: http://www.agrowissen.de/de/forum/index ... 26.90;wap2

Das Jakobskreuzkraut war außer im Pferdeheu auch schon mal im Rucolasalat, aber Studien? Auf die Schnelle nur das hier, scheint eine Dissertation zu sein: http://agris.fao.org/agris-search/searc ... 9890005282

Grüße, Sebastian

Autor:  Reinhard Szibor [ Mo 07.07.2014 21:47 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Glyphosat akkumuliert in “Roundup Ready” gv-Soyabohnen

Lieber ThorstenS, die Kornrade war früher ein Problem, das zu sehr schlimmen Vergiftungen geführt hat. Das Problem ist aber dank der Herbizide beseitigt. http://de.wikipedia.org/wiki/Kornrade
„Die ganze Pflanze ist stark giftig, von den Samen gelten schon 3-5 als giftig. Durch die Giftigkeit der Samen war die Kornrade lange Zeit ein „gefürchtetes Ackerunkraut“, weil die Reinigung des Getreides nur mangelhaft war. Heute ist eine Vergiftung sehr selten; außerdem ist die Pflanze durch Herbizide fast ausgerottet.“
Übrigens: Fachleute sprechen sich einmal mehr für Glyphosat aus: http://bundestag.de/bundestag/ausschues ... sat/283322

Autor:  Langelüddeke [ Di 08.07.2014 15:57 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Glyphosat akkumuliert in “Roundup Ready” gv-Soyabohnen

Danke Herr Szibor für den Hinweis auf die Diskussion im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft des Bundestages.

Was mich dabei ein bißchen wunderte, war die Tendenz, die pfluglose Bodenbearbeitung, die nun mal vor der Neuaussaat eine wirksame Herbizid-Anwendung benötigt, auf Situationen zu beschränken, in denen Erosionsgefahr besteht. Vor allem die Präsidentin des Umwelt-Bundes-Amtes (UBA) argumentierte in diese Richtung. Und im übrigen sollte lieber gepflügt werden. Da wurde unterstellt, dass Pflügen umweltschonender sei als eine Glyphosat-Anwendung. Ist eigentlich jemals gründlich untersucht worden, welche Wirkung Pflügen auf das Bodenleben hat? Nicht nur auf Regenwürmer, sondern auch auf Laufkäfer, Springschwänze, Raubmilben ect ect? Da ist unsere Landwirtschaft längst weiter entwickelt.

Was für mein Verständnis ebenfalls zu kurz kam, war, dass Glyphosat die Biodiversität nachhaltig schädigt, andere Herbizide dagegen milde beurteilt wurden. Biodiversität hin, Biodiversität her: Jedes Herbizid soll bestimmte unerwünschte Pflanzen ausschalten, die einen ein möglichst breites Spektrum, die anderen spezielle Arten oder Artengruppen. Einer der Abgeordneten, offensichtlich einer mit landwirtschaftlicher Erfahrung, erwähnte mal, dass auch die mechanische Unkrautbekämpfung negative Auswirkungen auf die biologische Vielfalt hat. Das ging ein bißchen unter.

Ansonsten fand ich allein die Tatsache dass der zuständige Ausschuss Fachleute aus dem UBA, dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und dem Julius-Kühn-Institut (JKI) eingeladen hatte, gut. Bleibt abzuwarten, welche Wirkung diese Anhörung hatte.

Autor:  ThorstenS [ Mi 09.07.2014 10:59 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Glyphosat akkumuliert in “Roundup Ready” gv-Soyabohnen

Pflugloses Wirtschaften hat viele Vorteile.
Der Trend geht heute ja weiter in Richtung Direktsaat oder Striptill. Das ist aber noch wesentlich abhängiger von der Bodenart.
Beide Systeme werden ohne Glyphosat kaum eine Chance haben.
In Zuckerrüben ist eine Bekämpfung der "Altverunkrautung" in der Zwischenfrucht mit den üblichen Rübenherbiziden nicht machbar, die wirken zu meist nur im Keimblattstadium ausreichend.

Zur Bodenbiologie gibt es in der Schweiz Arbeiten dazu. www.itada.org/download.asp?id=01abD-200611.pdf http://www.agroscope.admin.ch/aktuell/i ... ml?lang=de
Nach wenigen Jahren waren Direktsaatflächen vergleichbar mit Dauergrünland.

In England gab es mal Studien zur Entwicklung vom Bodenleben auf pfluglosen Flächen,
Stand mal in der "Landwirtschaft ohne Pflug" ( http://www.pfluglos.de/ ), genaueres fällt mir da nicht mehr ein.

Es gibt ja noch weitere Vorteile, pflügen kostet 20 bis 40mm Wasser, die im Frühjahr dann schnell in den Sommerkulturen fehlen, bei uns hier immer wieder gut zu sehen, dass die Rüben locker eine Woche länger durchhalten, bevor beregnet werden muss.
Ist auch bei dem genehmigten Wassermengen je Hektar (rund 100mm hier) nicht zu vernachlässigen.

Autor:  Hoffmeister [ Do 10.07.2014 14:32 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Glyphosat akkumuliert in “Roundup Ready” gv-Soyabohnen

Aussagen des JKI auf dem BfR-Symposium Glyphosat am 20.01.2014:
Glyphosat mit Alleinstellungsmerkmal unter den Herbiziden, u.a. Aufnahme über Blätter, systemische schnelle Wirkung
– ja Herr Behringer es ist gewollt, dass Glyphosat in die Pflanzen eindringt und sich dort verteilt (systemische Wirkung), um z.B. auch die schwer bekämpfbare Quecke und ihre Rhizome zu erreichen.
weiter zum Alleinstellungsmerkmal: Wirkungsweise auf Pflanzen und Mikroorganismen beschränkt (weil nur hier der betroffene Stoffwechselweg), keine Akkumulationseigenschaften, schneller Abbau
Erst durch Glyphosat wurde der Pflugverzicht und die Einführung von bodenschonenden Verfahren möglich (wie z.B. die durch ThorstenS angeführten Mulchsaatverfahren), dadurch weniger Bodenerosion und Erhalt wichtiger Bodeneigenschaften wie Mikrokapillaren.
Bei Verzicht auf Glyphosat wird mit einem Anstieg des Pflugeinsatzes um 80 % gerechnet. Kein Alternativ-Wirkstoff vefügbar.

So Herr Behringer, es ist das nachhaltigste Herbizid, das es gibt und da kommen solche wie Sie (und alle NGO`s) daher und wollen eines der umweltfreundlichsten (und am wenigsten giftigen) Herbizide verbieten, nur weil es in Zusammenhang mit GVO eingesetzt wird ? Bei solchen Maßstäben sagen Sie aber auch den Menschen, dass sie zukünftig wieder zur Hacke greifen und nicht 1 % der arbeitenden Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig sein müssen, sondern 50% so wie früher. Das wird einigen gar nicht schmecken.
Nebenbei: Das „Gemecker“ des UBA zur zurückgedrängten Biodiversität ist an Bigotterie nicht mehr zu überbieten. Ja Herr Gott noch mal, wir setzen Herbizide ein, damit so was wie Biodiversität auf dem Acker nicht vorkommt, weil dann solche exotischen und beliebten Pflanzen wie Mais (hochwertiges Futter und „Hauptfutter“ für Biogasanlagen) keine Chance mehr hätten aufzuwachsen oder eine vernünftigen Ertrag zu bringen. Alternative: Hacken mit den Folgen siehe oben.
Wissen eigentlich die Leute u.a. auch die aus dem UBA, die auch für die Bekämpfung des Maiszünslers (anstelle des Bt-Mais) wärmstens den Pflug empfehlen, was das für ein Massaker an der Biodiversität ist ?

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