TransGen Forum
https://www.transgen.de/forum/

Frau Dr. Krüger auf Tournee
https://www.transgen.de/forum/viewtopic.php?f=2&t=476
Seite 1 von 1

Autor:  Jochen B. [ Fr 19.09.2014 23:42 ]
Betreff des Beitrags:  Frau Dr. Krüger auf Tournee

Am Mittwoch hat mich die Neugier zu DIESER Veranstaltung getrieben:
http://www.gentechnikfrei21.de/index.ph ... uergerhaus

Frau Prof. Dr. Krüger ist wohl jetzt in Rente und bessert diese damit auf, im Stil von Schmeiser, Glöckner, Don Huber oder Shiva durch die Lande zu tingeln und Vorträge zu halten. DAS hier war ihr Vortrag:

http://gentechnikfreies-hohenlohe.de/in ... kungen.pdf

Für den Laien überzeugende Argumente und deshalb bekam sie auch viel Beifall aus dem Publikum, von dem 95% mit einer vorgefassten Meinung dort waren nur um sich diese bestätigen zu lassen. Mir selber fehlt das wissenschaftliche Wissen, um die Ausführungen zu beurteilen. Ich denke, dass zumindest Teile davon von den hier mitlesenden Fachleuten analysiert werden können.
Mir als Laie stellen sich nur ein paar simple Fragen:
Wieso gibt es im Süden kaum Botulismus bei Kühen.. obwohl es auch da sehr intensiv fütternde Betriebe (mit Soja) gibt? Warum gibt es Botulismus auch auf Holsteiner Grünlandstandorten auf denen aufgrund des hohen Eiweißgehalts des Grundfutters kaum oder garkein Soja gefüttert wird? Wie passen die immer höher werdenden Ferkelzahlen/Sau (andernorts vom anwesenden Harald Ebner angeprangert) mit der Behauptung nachlassender Fruchtbarkeit zusammen? (Das steht so nicht im script, wurde aber in Backnang von ihr so behauptet).

Einer Ihrer Kronzeugen und offensichtlich dicker Kumpel ist der hier zur Genüge bekannte Don Huber. In der nachfolgenden Diskussion stand Helmut Bleher als Vertreter des Bauernverbands einsam gegen eine Allianz aus Krüger, Ebner und einem Arzt, der sich dazu bekannte, seither noch nicht mit dem Thema befasst gewesen zu sein und sich jetzt nach ausführlicher Informationen (vom gentechfrei-Verein und aus google !!!!!!!!) sehr geschockt von der bösen Welt zeigte. Der hervorragende Moderator hatte diese für Bleher unbequeme Situation genauso gut im Griff wie Bleher selbst, was im Endeffekt dazu führte, dass Ebner mangels thematischer Argumente gegen Blehers Ausführungen einen peinlichen fast cholerischen Angriff auf den Bauernverband allgemein startete.

Verloren hatte Krüger bei mir spätestens an dem Punkt der Diskussion, als sie als Beleg ihrer Thesen einen "hessischen Landwirt" erwähnte, der durch GVO-Mais seine ganzen Kühe verlor. Wir wissen, wen sie meint und wir kennen die Hintergründe. Ich kenne mittlerweile durch Kontakte noch mehr Hintergründe, die ich aufgrund ihrer Schmutzigkeit nicht öffentlich schreiben darf.. :-). Neugierige Leute dürfen mich aber gerne per PN fragen ^^. Was ich Frau Krüger gerne gefragt hätte, aber nicht mehr dazu kam: Wie passen Ihre Ausführungen zu Glyphosat und RR-Pflanzen zum Fall Glöckner mit BT-Mais? Eigentlich hatte sie aber schon vorher verloren als sie mit Ebner zusammen die unzähligen Studien welche vom Bfr zur Neubeurteilung von Glyphosat analysiert wurden allesamt in Bausch und Bogen verdammte und es wieder mal so darstellte, als ob nur SIE, Carrasco, Huber, Seralini und Co wirklich unabhängig wären.

Wie gesagt: Ich bin sehr an einer wissenschaftlchen Beurteilung ihres Referats interessiert. Wer also Lust hat oder jemand kennt oder weiß, wer jemand kennt... nur zu!

und wenn man schon dabei ist, kann man DA weitermachen:

http://www.naturland.de/fileadmin/MDB/d ... rueger.pdf

Autor:  Dr. C. Happach-Kasan [ Mi 24.09.2014 18:35 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Frau Dr. Krüger auf Tournee

Lieber Jochen B.

ich habe mir den Vortrag angeguckt, 94 Seiten. Einiges mag richtig sein. Die wissenschaftliche Einordnung einiger Ergebnisse ist schwierig. Was ist z. B. unter Resistenz von Bakterien gegenüber Glyphosat zu verstehen?

Auffällig ist, welche Aussagen fehlen, die zur Beurteilung von Glyphosat wichtig sind, wenn dies denn eine Informationsversanstaltung gewesen sein soll.

In der letzten Legislaturperiode hatte ich in Beantwortung einer Frage wegen eines Films zu Monsanto mal zusammengefasst:

"Glyphosat hemmt bei Pflanzen ein Enzym, das für die Biosynthese verschiedener Aminosäuren essentiell ist. Bei Tieren kommt dieses Enzym gar nicht vor. Glyphosat kann also bei Mensch und Tier nicht in der Weise wirken, wie dies bei Pflanzen der Fall ist.

Glyphosat wird nicht als giftig, sondern als gesundheitsschädlich eingestuft. Ein Maß für die Gesundheitsschädlichkeit ist der so genannte LD50-Wert. Dieser beträgt für Glyphosat bei verschiedenen Tierarten zwischen 1g und 5g/kg Körpergewicht. Er liegt damit in der Größenordnung von Alkohol.

Es gibt verschiedene natürlich vorkommende Gifte, die tausendmal giftiger sind als Glyphosat. Aflatoxin B1 (natürliches Gift von Schimmelpilzen) wirkt bei der Aufnahme von Erwachsenen von 1 – 10mg/kg Körpergewicht tödlich, ist also mehr als tausendmal giftiger als Glyphosat.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat, anders als im Film behauptet wird, national und international einen sehr guten Ruf. Das Institut hat am 11.11.2011 Fragen und Antworten zur gesundheitlichen Bewertung von Glyphosat veröffentlicht.

www.bfr.bund.de

Weiterhin hat das Institut eine Einschätzung zu den Funden von Glyphosat im Urin gegeben:

www.bfr.bund.de

Die Funde von Glyphosat in Lebens- und Futtermitteln sind gering. Sie überschreiten nicht die gesetzlich festgelegten Höchstwerte. Vor dem Hintergrund der toxikologischen Bewertung von Glyphosat und der Einschätzung des BfR sind geringfügige Spuren kaum als besorgniserregend einzustufen.

www.genossenschaftsverband.de"

Die Multikaktorenkrankheit bei Rindern, andere nennen die Krankheit "Viszeralen Botulismus" gibt es wohl. Sie wird von allen möglichen Leuten für alle möglichen Themen instrumentalisiert. Das Friedrich-Löffler-Institut hat leider nach meiner Einschätzung nicht ausreichend die Krankheit und ihre Ursachen erforscht. Deshalb gibt es Raum für Spekulationen, die insbesondere zu Lasten der Landwirte gehen, die dieses Problem in ihren Ställen haben. Es macht mich wpütend, dass zwar 2 Forschungsaufträge in Höhe von jeweils 3 Mio. € vergeben wurden, der Erkenntnisfortschritt jedoch gering ist. Die Ressortforschung im BmEL hat keine Daseinsberechtigung, wenn sie nicht ein solches Krankheitsgeschehen als Auftrag betrachtet, durch Ursachenforschung zur Minderung des Problems beizutragen. Den beiden CSU-Ministern ist das Problem, da es mehr Norddeutschland betrifft, wohl auch schnurz. Schade.

Die Aussagen zu nachlassender Fruchtbarkeit sind falsch. Ich hoffe, ich finde die Literatur wieder.

Frau Prof. Krüger wird uns wohl auch weiterhin mit ihrer Pseudowissenschaft beglücken.

Mit freundlichen Grüßen

Christel Happach-Kasan

Autor:  Dr. C. Happach-Kasan [ Mi 24.09.2014 18:49 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Frau Dr. Krüger auf Tournee

Als Nachtrag:

„But we don’t need to depend on anecdotes to address these concerns. Writing in the Journal of Animal Science [NOTE: article behind paywall], in the largest study ever conducted, Alison Van Eenennaam and Amy E. Young, geneticists with the Department of Animal Science at the University of California-Davis, reviewed 29 years of livestock productivity and health data from both before and after the introduction of GE animal feed. The field data represented more than 100 billion animals.

What did they find?

There were no indications of any unusual trends in the health of animals since 1996 when GMO crops were first harvested. Considering the size of the dataset, it can reasonably be said that the debate over the impact of GE feed on animal health is closed: there is zero extraordinary impact.“

29 Jahre Tierproduktion und Tiergesundheit wurden betrachtet. Ergebnis? Kein Unterschied zwischen vor und nach Einführung der Verfütterung gentechnisch veränderter Pflanzen.

http://www.geneticliteracyproject.org/2 ... pA.twitter

Mit freundlichen Grüßen

Christel Happach-Kasan

Autor:  Langelüddeke [ So 28.09.2014 18:00 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Frau Dr. Krüger auf Tournee

Zur ganz kleinen Ergänzung habe ich mir mal einige der fast unendlich vielen Folien (94 Stück!) angesehen
:
Folie 7, 2. Zeile: Rechtschreibfehler: "dass" anstatt "das"

Folie 8: Da wird es hochwissenschaftlich - ein Normalbürger wird sicher unendlich dankbar sein für diese Art der Aufklärung - mit Chelator oder Kation.
Zur Erinnerung: Ein Kation ist ein positiv geladenes Ion. Naja. Das sollte man einem interessierten Oberschüler erklären können. Aber das mit dem Chelator, das wird verdammt schwierig. Bei Wikipedia fand ich Folgendes:

Zitat:
Die Bezeichnung Chelatkomplexe – oder auch verkürzt als Chelate bezeichnet – steht in der Komplexchemie für Verbindungen, bei denen ein mehrzähniger Ligand (besitzt mehr als ein freies Elektronenpaar) mindestens zwei Koordinationsstellen (Bindungsstellen) des Zentralatoms einnimmt. Der Ligand heißt in diesem Fall Chelator (griech. Χηλή, chele für „Krebsschere“). Beim Zentralatom handelt es sich meistens um ein zweifach positiv geladenes Metallion (etwa Fe2+, Cu2+). Liganden und Zentralatom sind über koordinative Bindungen verknüpft. Das bedeutet, das bindende Elektronenpaar wird allein vom Liganden bereitgestellt.


Alles klar?

Folie 13: Glyphosat-Anwendung: da wird die "Vorerntesikkation" erwähnt und "Totspritzen von Kartoffeln". Da hätte sich die Frau Professor im Pflanzenschutzmittel-Verzeichnis des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit besser informieren sollen. In der Tat findet man bei den vielen in Deutschland zugelassenen Glyphosat-Produkten bei Getreide die Vorerntebehandlung, deklariert als Ernteerleichterung oder bei Lagergetreide als Sikkation, meist bis 7 Tage vor der Ernte, Ausnahmen: bei Getreide zur Saatguterzeugung oder bei Braugetreide. Vereinzelt gibt es auch Zulassungen zur Sikkations-Anwendung bei Raps, bei Senf-Arten, bei Lein, Ackerbohnen, Lupinen oder Futtererbsen. Zulassungen zum Totspritzen von Kartoffeln waren da nirgends zu finden. Hat da die Hohe Dame ihre Phantasie walten lassen? Oder wird das irgendwo im Ausland praktiziert? Hätte ich irgendwo in eier Behörde darüber zu befinden, ob das zulässig sein sollte, ich würde strikt Nein sagen. Denn das würde bedeuten, dass Wirkstoff in die Knolle verlagert werden kann, und da gehört er nicht hin, nicht in Konsum - und schon gar nicht in Pflanzkartoffeln.

Folie 14: Glyphosat-Anwendung: Da hat die Frau Professor glatt einiges vergessen, so z.B.
im Ackerbau - nach der Ernte, vor der Neuaussaat. Unter mitteleuropäischen Bedingungen war und ist das ideal zur Bekämpfung mehrjähriger Unkräuter wie Quecke. Sie hätte auch tropische Plantagekulturen erwähnen können wie Kaffee, Kautschuk, Ölpalme.

Folie 16: Fotos zu Glyphosat zur Bekämpfung von Unkräutern: Zwei der drei Fotos stammen vom BUND, da ist sachliche Korrektheit garantiert: Vor allem bei der Anwendung ganz offensichtlich im Kleingarten - mit weißem Schutzanzug wie beim Ebola-Bekämpfungs-Personal. Brrr, und ich Simpel habe bei mir im Kleingarten wiederholt Roundup gespritzt, ohne Schutzkleidung. Toll, dass ich das überlebt habe!

Folie 17: schlampige Rechtschreibung (unsinnige Trennung) im Wort "Nichttargetorga-nismen". Was soll sich Otto Normalverbraucher darunter vorstellen? "Nichtzielorganismen" wäre sicher besser verständlich. Aber das klingt natürlich nicht so hochgestochen wissenschaftlich.
Oder was ist "Degradierung"? Klingt "Abbau" weniger wissenschaftlich?
Immerhin steht da am Ende "relativ schnelle Degradierung".

Dann aber in

Folie 22: "Ausbringung im Herbst verlängert Abbauzeit". Na klar, nachdem weiter oben erklärt worden war, dass Persistenz und Transport vom Bodentyp, Klima, MO (soll wohl heißen: Mikro-Organismen) und Bodenbearbeitung abhängen. Logischerweise passiert der Abbau umso schneller, je intensiver das Bodenleben ist. Und das hängt natürlich ab von der Witterung. Ich habe Roundup-Versuche (nicht für Monsanto!) zur Queckenbekämpfung aus den 1980er Jahren in Erinnerung, in denen zu verschiedenen Zeiten im Herbst behandelt wurde. Das funktionierte selbst bei saukaltem Wetter im November noch super, auch wenn man die Wirkung erst im Frühjahr beurteilen konnte. Wir haben dabei keine Rückstandsanalysen im Frühjahr gemacht, aber es war klar, dass der Wirkstoff unter diesen Bedingungen nicht nach 2 oder 3 Wochen verschwunden war.

Folie 24: Was ist "Bodenmatrix"? Hier mal wieder Wikipedia:

Zitat:
Das Bodengefüge (auch: Bodenstruktur) ist ein Begriff der Bodenkunde und bezeichnet die räumliche Anordnung der festen Bodenbestandteile. Das gesamte Bodenvolumen der Bodenmatrix teilt sich in das Volumen der festen Bodensubstanz und in das Porenvolumen auf.

Nicht jeder Zuhörer einer Veranstaltung mit der Frau Professor hat seinen Laptop auf dem Schoß, um im Bedarfsfall mal schnell googeln zu können.

Folie 29: Was bitteschön ist "extravasales Gewebe"? Wer versteht das ohne Fachwörter-Lexikon?
Und was ist "Eliminationshalbwertszeit"?

Folie 30: Einfluss von Glyphosat auf die Tiergesundheit - "Spurenelementmängel"
bitte welche Spurenelemente werden zu knapp?

Folie 33: Schlampige Rechtschreibung: Unsinnige Trennungsstriche wie
"zusätz-lichen" oder "Agrobacte-rium"
Dass glyphosatresistente Pflanzen Glyphosat aufnehmen, ist ja eigentlich eine Binsenweisheit, denn erst in der Pflanze wird der Wirkstoff inaktiviert.

Folie 34: Dass die RR-Sojabohne zum Import und zur Verarbeitung als Lebens- oder Futtermittel zugelassen wurde, ohne dass die Endprodukte gekennzeichnet werden mussten, stimmt nicht. Es gab 1997 die Novel Food Verordnung der EU, wonach Produkte mit analytisch nachweisbaren Bestandteilen aus gv-Pflanzen gekennzeichnet werden mussten. 2004 folgte die Änderung: Jetzt muss ein Produkt gekennzeichnet werden, das Bestandteile aus gv-Pflanzen enthält auch wenn die analytisch nicht nachweisbar sind.

Folie 38: Was sollen in dieser Tabelle so merkwürdige Abkürzungen wie "Rindermischpellets Mö", oder "Rindermischpellets Po" oder oder??? Für Futtermittelspezialisten sicher verständlich, aber nicht für Fachfremde. Woher kamen die Glyphosat-Rückstände? Was enthielten diese Pellets? Soja, oder gar "Gen-Soja"? Mais oder vielleicht auch "Gen-Mais"?

Folie 48: Kritik am BfR: Am liebsten gleich alle "Agrargifte" verbieten wie in El Salvador. Nach dem Motto "Von El Salvador lernen heißt Siegen lernen!!"

Danach hatte ich genug. Diese Mischung aus für Laien unverständlichem und deshalb ungemein beeindruckenden wissenschaftlichem Geschwurbel, Falschbehauptungen und schlampigen Formulierungen - das langt.

Mir fehlte aber was: Im zweiten Teil werden erschreckende Bilder gezeigt von Symptomen kranker Rinder, Symptome für die Glyphosat verantwortlich sein soll. Was ist eigentlich in Nordamerika passiert in all den vielen Jahren? Da müsste das eigentlich ja noch viel schlimmer sein als bei uns. Oder?

Autor:  ThorstenS [ So 28.09.2014 21:14 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Frau Dr. Krüger auf Tournee

Glyphosat in Kartoffeln zur Sikkation anzuwenden wäre ein Desaster.
Kartoffeln vergammeln innerhalb von 14 Tagen, wenn die Glyphosat aufnehmen.
Eine "glyphosathaltige" Kartoffel wird es niemals in den Kochtopf schaffen.

Autor:  Langelüddeke [ Mo 29.09.2014 09:29 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Frau Dr. Krüger auf Tournee

Lieber Thorsten S., Sie haben recht.

Wann werden denn überhaupt Kartoffeln "tot" gespritzt?

1. bei beginnendem Befall des Laubes durch Phytophthora, um eine Infektion der Knollen zu verhindern. Sinnvollerweise nur dann wenn die Witterung eine Fungizid-Behandlung nicht zulässt. Der Ertrag ist dann natürlich gering, aber besser als verfault.

2. bei der Produktion von Pflanzkartoffeln. Die müssen natürlich absolut gesund und sie müssen nicht so dick sein. Das heißt, der Bestand wird behandelt, so lange das Kraut noch grün ist. Auch das soll natürlich dazu beitragen, gesunde Knollen zu ernten, frei vor allem von Virus-Infektionen. Die kann man bei Pflanzkartoffeln überhaupt nicht brauchen.

Zugelassen zur Krautabtötung ist nach wie vor der Wirkstoff Deiquat, Handelsname Reglone. Der sorgt für ganz schnelles Absterben des Krautes, und wird vor allem nicht nach unten in die Knolle verlagert. Der passt also für diese Indikation. Er ist allerdings viel toxischer als Glyphosat.

Autor:  Langelüddeke [ Fr 03.10.2014 11:14 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Frau Dr. Krüger auf Tournee

Da habe ich bei Folie 24 doch wirklich etwas etwas übersehen!

Frau Krüger behauptet:
"Zurzeit sind 20% der Unkräuter G-resistent"

Worauf bezieht sich diese Angabe?
Auf alle in der Welt vorkommenden Unkräuter?
Oder auf alle Unkräuter in Deutschland?
Oder auf Unkräuter auf deutschen Äckern, auf denen Glyphosat eingesetzt wurde?
Oder auf Äcker weltweit, auf denen glyphosatresistente Kulturpflanzen angebaut wurden?
Oder eventuell ebschränkt auf bestimmte Länder?

Mal wieder eine wunderbar und herrlich klare, wissenschaftlich fundierte Aussage, oder? Oder habe ich da in meiner Einfalt etwas nicht verstanden?

Autor:  ThorstenS [ Fr 03.10.2014 11:29 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Frau Dr. Krüger auf Tournee

Sie hat wohl gemeint 20 Unkrautarten...
Da erzählt die Dame ja auch nichts neues.
Und bei den toleranten Arten wird durch den reinen Glyphosateinsatz eben selektiert, ist ja auch nichts neues.
Bei Knöterich-Arten werden sich irgendwann die tolerantesten Pflanzen durchsetzen und zum Problem.

Das ist ja auch nicht Glyphosat spezifisch, mit den Problemen kämpfen wir in Deutschland auch seit geraumer Zeit bei anderen Wirkstoffen.
Ein gezieltes Nutzen von RR-Kulturen könnte dem entgegenwirken, es kommt eben auf das Resistenzmanagement an.
Um die hier FOP oder SHS resistenten Gräser wieder zurück zu drängen wäre Glyphosat ideal.
Wird teilweise ja auch praktiziert:
Saatbettbereitung, dann 4 Wochen unbearbeitet liegen gelassen und das Unkraut mit Glyphosat abgespritzt, danach die Kultur aussäen. Der Nachteil, es werden trotzdem noch wieder Unkräuter auflaufen und man muss zusätzlich behandeln, mit Wirkstoffen, die schon schlecht wirken.
Eine Glyphosat Anwendung in einer RR-Kultur wäre optimal.

Und wenn nicht jährlich RR-Kulturen angebaut werden, dann hätte man ein sehr gutes Management.

Seite 1 von 1
Powered by phpBB © 2000, 2002, 2005, 2007 phpBB Group
http://www.phpbb.com/