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Greenpeace: Unermüdlich im Kampf gegen den Golden Rice
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Autor:  Langelüddeke [ Mi 19.11.2014 18:48 ]
Betreff des Beitrags:  Greenpeace: Unermüdlich im Kampf gegen den Golden Rice

Greenpeace hat mal wieder einen Film gedreht:
http://www.greenpeace.org/international ... lden-Rice/

Greenpeace: Unermüdlich im Kampf gegen den schrecklichen Golden Rice

Wunderbar wie die Welt auf den Philippinen noch in Ordnung ist - oder wenigstens in Ordnung zu sein scheint. Da werden wunderbare Bilder gezeigt von Reisfeldern, vor allem von den Reisterassen von Banaue, die zum Weltkulturerbe der UNESCO gehören. Und Bauern, die geernteten Reis im Mörser zerstampfen. Und immer mit einschmeichelnder Musik untermalt. So richtig wunderbar schöne heile Welt. Und auch in Manila ist die Welt in Ordnung. Lager voll mit vollen Säcken voller Reis, Märkte die vom Gemüse-Angebot überquellen und und und. Und viele kompetente Leute, die in wunderbar philippinisch gefärbtem Englisch klar machen, dass der Goldene Reis ja nicht mehr ist als der Wegbereiter für andere GMOs. Und ein Abgeordneter, der für ein soziales Problem eine soziale Lösung fordert. Und ein Mitarbeiter des IRRI, sogar mit Doktortitel, der den Goldenen Reis für unsicher für die menschliche Ernährung hält. Wenn man allerdings im Film zurückgeht, entdeckt man hinter dem Namen des IRRI die Jahreszahlen 1983 - 1992. Was ich mir erlaube so zu interpretieren, dass er dienstlich mit dem Goldenen Reis absolut nichts zu tun gehabt haben kann. Und immer wieder kleine Kinder, vorzugsweise beim Essen - natürlich Reis, what else. Und Bauern, die sich richtig im Grünen suhlen, irgend welches Grünzeug abschneiden - und die "contamination of our seeds" an die Wand malen. Und natürlich wird im Kindergarten nur regional oder lokal gewachsenes Gemüse verarbeitet, Kürbis und anderes. Die natürlich problemlos den Vitamin A-Bedarf decken. Die sind ja sowieso billiger. Und das Vorsorge-Prinzip wird beachtet, natürlich. Und die Kinder, die sind richtig süß, mit ihren großen braunen Kulleraugen, die so perfekt zu ihrer sanft braunen Hautfarbe passen, und die selbstverständlich nicht durch Blindheit infolge von Vitamin A-Mangel bedroht sind. Dann kommt ein muslimischer Geistlicher, der erklärt, dass GMOs nicht halal seien, sondern makruh, "food that shall be avoided". Natürlich. Und ein Pater von der Caritas Filipinas, dem das Ganze auch nicht geheuer ist. Schade, dem sollte man mal ein Foto schicken von der Segnung des Golden Rice durch Papst Franziskus im letzten Jahr. Das scheint sich in der sonst so mächtigen und omnipräsenten katholischen Kirche der Philippinen noch nicht herumgesprochen zu haben. Vielleicht gibt es da Kommunikationsprobleme. Und ein wohlgenährter Restaurant-Chef, der in der Pfanne ein leckeres Mal zubereitet mit viel Grünzeug drin und Krabben. Das hat mich richtig angemacht, so gut roch das selbst im Greenpeace-Film. Der gute Mann befürchtet das Vordringen von GMOs, gefördert durch Misswirtschaft und Korruption. Und der Goldene Reis sei ja nur ein Vorwand.

Dort, wo der Goldene Reis eigentlich benötigt wird, bei bitter armen Kleinbauern in bitter armen Regionen, waren die Filmemacher natürlich nicht. Wäre sicher nicht so idyllisch und bequem gewesen.

Irgendwie haben die wunderbar tüchtigen Filmemacher von Greenpeace noch nicht Notiz davon genommen, dass auf den Philippinen längst Bt-Mais angebaut wird. Und dass Bt-Auberginen intensiv geprüft wurden und auf die Zulassung warten. Aber das ist vorerst ein anderes Thema.

So ganz nebenbei: Ich würde ja gerne mal wissen, wie viel ein solcher Film kostet.

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