Maiszünsler in Deutschland: Ein raffinierter Schädling auf dem Weg nach Norden

In Süddeutschland und im Oderbruch ist er schon weit verbreitet, in Mecklenburg-Vorpommern ist er auf seinem Weg nach Norden an der Ostseeküste angekommen: der Maiszünsler. Der unscheinbare grau-braune Schmetterling ist der wirtschaftlich bedeutendste Maisschädling und kann bis zu 50 Prozent Ertragsverluste verursachen.

European corn borer - der in Nordamerika gebräuchliche Name erinnert an die Herkunft: Der Maiszünsler (Ostrinia nubilalis) stammt aus den wärmeren Regionen Europas und wurde um 1910 in die USA eingeschleppt. Inzwischen hat er sich weltweit in allen Maisanbaugebieten ausgebreitet.

Maiszünsler Verbreitung  Deutschland

Verbreitung des Maiszünslers. Die Karte zeigt die nördliche Verbreitungsgrenze (Stand 2011)

Grafik: transgen/i-bio

In Deutschland hat sich der Maiszünsler von Bayern und Baden-Württemberg aus kontinuierlich weiter nach Norden ausgebreitet und inzwischen in Mecklenburg-Vorpommern die Ostseeküste erreicht. 2006 wurde erstmals auch in Niedersachsen Maiszünsler-Befall festgestellt. Hier ist der Schädling bereits bis nach Lüchow-Dannenberg vorgedrungen. In Nordrhein-Westfalen verläuft die Befallsgrenze nördlich von Münster und erreicht mittlerweile im Westen den Kreis Borken bei Heek. Vom Schädling betroffen ist inzwischen auch Schleswig-Holstein. Hier wurden 2010 im Kreis Herzogtum Lauenburg erstmals Zünslerschäden an Maispflanzen festgestellt.

Seit 2006 breitet sich in Baden-Württemberg, südwestlich von Freiburg, eine neue (bivoltine) Rasse des Maiszünslers aus, die zwei Generationen im Jahr durchläuft. Die erste Falter-Generation fliegt bereits Ende Mai in die Felder ein, der zweite Falterflug ist zwischen Mitte Juli bis Mitte September. Die zweite Generation schädigt den Mais insbesondere durch Raupenfraß an den Kolben.

Nach Berechnungen der früheren Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (heute Julius-Kühn-Institut) verursacht der Maiszünsler jährlich einen Schaden von 11 bis 12 Millionen Euro. Da der kleine Falter wenig natürliche Feinde hat und in den Maisfeldern ideale Lebensbedingungen vorfindet, breitet er sich im Zuge des Maisanbaus immer weiter aus.