Hirse

Hirse (Sorghum)

Forschungsschwerpunkt Nährstoffanreicherung, nachwachsende Rohstoffe
Freilandversuche USA: 36 (2002-2018)
Indien, Kenia, Nigeria, Uganda, Südafrika
Hirse

Grundnahungsmittel Mohrenhirse (Sorghum): Durch Anreicherung mit Vitaminen und Mineralstoffen soll die in vielen Regionen Afrikas verbreitete Mangelernährung zurückgedrängt werden.

Foto: Farming First

Hirse, Mais

Hirse statt Mais. Auch in Deutschland wird immer mehr Hirse angebaut, oft als Alternative oder im Fruchtwechsel mit Mais. Inzwischen gibt es Hirsesorten, die an die mitteleuropäischen Klimabedingungen angepasst sind.

Unter den verschiedenen Hirsearten ist die Mohrenhirse Sorghum bicolor landwirtschaftlich die bedeutendste. Sie wird in den tropischen und subtropischen Klimaregionen, und in Europa im Mittelmeerraum (Frankreich, Italien, Spanien) angebaut.

Die Hirse zeichnet sich natürlicherweise durch besondere Dürreresistenz aus. Hauptanbauländer sind die USA, Nigeria, Indien und Mexiko. Weltweit wurden 2016 auf etwa 45 Millionen Hektar rund 64 Millionen Tonnen Hirse produziert.

In vielen Gebieten Afrikas und Asiens sind verschiedene Hirsearten Hauptnahrungsmittel. Hirse besteht überwiegend (60-80%) aus Kohlenhydraten. Wenn man im deutschen Sprachraum von Hirse spricht, handelt es sich meist um die Rispenhirse Panicum miliaceum. Diese wird hauptsächlich in Asien angebaut.

Über die Hälfte der Hirseernte findet als Lebensmittel Verwendung. Der Samen der Hirse wird verarbeitet zu Mehl, Gries, Grütze, Flocken, Popcorn, nicht-alkoholischen Getränken und Hirse-Bier. Hirse wird auch als Grünfutter angebaut (Frischweide und Silage).

Die Mohrenhirse, wegen ihres hohen Zuckergehalts auch Zuckerhirse genannt, eignet sich zur Herstellung des Kraftstoffs Bioethanol.

Die Stängel der Hirse finden Verwendung zur Dachabdeckung, zur Herstellung von Fasern und zur Stärkegewinnung.

Das Hirsestroh dient in afrikanischen Ländern auch als Brennmaterial.

Gentechnik: Ziele bei Forschung und Entwicklung

Produkteigenschaften

  • Anreicherung mit Vitamin A und E, Eisen, Zink, Aminosäuren
    In einem gemeinsamen Projekt arbeiten mehrere afrikanische Forschungseinrichtungen und Unternehmen (Pioneer Hi Bred) an der Entwicklung von nährstoff-angereicherter Sorghum. Mit gentechnischen Verfahren konnte der Gehalt dreier Aminosäuren sowie von Vitamin E gesteigert und die Bioverfügbarkeit von Eisen und Zink in Sorghum verbessert werden.

    In den USA sind sechs Freilandversuche mit nährstoff-angereichertem gv-Sorghum durchgeführt worden, ebenso Gewächshausversuche in Südafrika und Kenia. Weitere Freilandversuche werden in Kenia, Uganda und Nigeria durchgeführt. - Saatgut für nährstoffangereicherte gv-Hirse soll afrikanischen Landwirten ab 2017/18 zur Verfügung stehen.
  • erhöhter Glutengehalt, um die Backeigenschaften zu verbessern

Anbaueigenschaften

Nachwachsende Rohstoffe, Energiepflanzen

  • Optimierung der stofflichen Zusammensetzung der Hirsepflanze im Hinblick auf die Ethanolgewinnung
  • Verbesserung der Photosyntheseleistung
  • Veränderung der Biomasse: Bildung und Speicherung von Ölen anstelle von Zuckern (Cellulose) zur Erzeugung von Biodiesel