Maiskörner

Saatgutkontrollen 2017: Nur bei Sojabohnen eine Probe mit Gentechnik-Spuren, Mais und Winterraps ohne Befund

Jedes Jahr untersuchen die Überwachungsbehörden der Bundesländer mehrere Hundert Saatgutproben auf Spuren von gentechnisch veränderten Pflanzen. Bei Maissaatgut wurden erstmals seit mehr als 15 Jahren in keiner Probe mehr GVO-Spuren nachgewiesen. Insgesamt enthielt lediglich eine Probe Sojabohnen-Saatgut geringfügige Anteile von gv-Soja. Diese Saatgutpartie wurde nicht ausgeliefert. Das in einigen Bundesländern geprüfte Saat- oder Pflanzgut bei Luzerne, Roten Rüben, Sommerraps, Tomaten, Zucchini und Zuckerrüben blieb ohne Befund. Auch die vor der Aussaat im Herbst 2017 untersuchten 254 Winterraps-Proben erwiesen sich alle als „gentechnik-frei“.

Lebensmittelüberwachung Gentechnik Saatgut Stand: Oktober 2017

Saatgut: GVO-positive Proben 2006 bis 2017

Quelle: Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Gentechnik (LAG)

Jährlich untersuchen die Überwachungsbehörden der Bundesländer mehrere Hundert Saatgutproben. Sie prüfen, ob gentechnisch veränderte (gv-)Pflanzen - meist gv-Mais - nachweisbar sind. Es wird sowohl Saatgut aus Deutschland als auch Importware überwacht.

Wenn Spuren von GVO gefunden werden, liegt ihr Anteil in der Regel unterhalb der technischen Nachweisgrenze von 0,1 Prozent und damit in einem Messbereich, in dem Ergebnisse einen großen Schwankungsbereich aufweisen und nicht reproduzierbar sind.

Der Anteil der Saatgutpartien, in denen die Behörden 2017 GVO-Spuren nachweisen konnten, war sehr gering. Nur bei Sojabohnen wurden in einer von insgesamt 39 Saatgutpartien GVO-Spuren gefunden (in Sachsen). Bei Maissaatgut wurden 2017 erstmals seit mehr als 15 Jahren in keiner der 516 Proben mehr GVO-Anteile nachgewiesen. Außer Mais und Sojabohnensaatgut wurden 2017 auch Saatgutproben von Luzerne (29), Rote Rüben (1), Senf (4) Sommerraps (23), Tomaten (2), Zucchini (2) und Zuckerrüben (16) untersucht. Es konnten keine GVO-Spuren nachgewiesen werden.

Auch die vor der Aussaat Ende September 2017 veröffentlichten Ergebnisse der Untersuchungen bei Winterraps bestätigten den Trend: Keine der 254 Saatgut-Proben war „GVO-positiv“.

Noch immer kein Schwellenwert für Saatgut

Die Züchter betreiben einen hohen Aufwand, um die „Gentechnik-Freiheit“ des Saatguts zu gewährleisten. So vermehren sie es meist in Regionen, in denen keine gv-Pflanzen angebaut werden und im Feld keine Einkreuzungen möglich sind. Dennoch: Die Natur ist ein offenes System, in dem eine absolute „GVO-Freiheit“ nicht zu erreichen ist.

Noch immer gibt es in der EU keine verbindlichen Schwellenwerte für tolerierbare GVO-Beimischungen in konventionellem Saatgut. Da es an eindeutigen Rechtsvorschriften fehlt, wie im Falle geringer GVO-Funde an der Nachweisgrenze von 0,1 Prozent zu verfahren ist, reagieren die Behörden in den EU-Mitgliedstaaten unterschiedlich. So gilt etwa im „gentechnik-kritischen“ Österreich ein Toleranzwert von 0,1 Prozent für zugelassene gv-Pflanzen. Die meisten der in Deutschland gefundenen GVO-positiven Saatgutpartien könnten daher in Österreich ohne Probleme ausgesät werden.

In Deutschland wird dagegen eine strikte „Nulltoleranz“ angewendet: Wenn in Saatgut GVO-Beimischungen nachgewiesen werden, wird es unabhängig von der Höhe des gemessenen GVO-Anteils als nicht verkehrsfähig behandelt. Die betroffenen Partien werden vom Markt genommen. Sollte das Saatgut bereits ausgebracht worden sein, ordnen die Behörden an, die Felder unterzupflügen. Deshalb wird angestrebt, die Untersuchungen weit vor dem Aussaattermin abzuschließen, um GVO-positive Saatgutpartien frühzeitig aus dem Handel nehmen zu können.