Splicing (Spleißen)

bei höheren Organismen: Herausschneiden von bestimmten Bereichen aus der Boten-RNA

Viele Gene in höheren Organismen liegen „gestückelt“ vor, d.h. die Gensequenz wird von DNA-Abschnitten, die keine „Bauanleitung“ für Proteine enthalten, unterbrochen. Diejenigen Bereiche, die die biologische Information enthalten, nennt man Exons (expressed sequences), die dazwischen liegenden Sequenzen heißen Introns (intervening sequences).

Bei der Umsetzung der genetischen Information in Proteine wird zunächst von der gesamten Gensequenz eine RNA-Kopie erstellt (Transkription). Man spricht in diesem Fall von einem Primärtranskript (prä-mRNA). Über einen komplizierten Regulationsmechanismus werden anschließend die Introns entfernt und die Exon-Sequenzen miteinander verbunden. Diesen Prozess nennt man Spleißen. Die nun fertige mRNA wandert dann zu den Ribosomen, um dort in eine Aminosäurekette (Protein) umkopiert (translatiert) zu werden.

In vielen Fällen können die Exons beim Spleißen in unterschiedlicher Weise miteinander kombiniert werden („alternatives“, „differentielles“ oder „gewebespezifisches Spleißen“). Auf diese Weise kann aus einem einzigen Gen-Abschnitt eine große Zahl unterschiedlicher Proteine entstehen. Den Rekord hält gegenwärtig das dscam-Gen der Fruchtfliege Drosophila mit 38016 verschiedenen Proteinen.

Siehe auch

RNA

Transkription

Translation