Lebensmittelüberwachung Gentechnik 2017

In Deutschland sind die Bundesländer für die Überwachung der Lebensmittel zuständig. Die Behörden der Länder kontrollieren auch die Einhaltung der Kennzeichnungsvorschriften zur Gentechnik. Jedes Bundesland entscheidet selbst, wann und wo die Ergebnisse veröffentlicht werden. Bislang liegen die Ergebnisse von fünf Bundesländern vor.

Ergebnisse 2017 im Überblick

Lebensmittelüberwachung Gentechnik  bundesweit 2017 Stand: 09.07.2018

Baden-Württemberg

Anzahl der Proben: 553

Untersuchte Lebensmittel: Soja, Mais (GVO-Anteile s. Grafik), Raps und Soja in Honig, Raps in Saat und Öl, Reis, Papaya, Leinsaat, Kartoffel, Zuckerrübe, Tomate, Raps in Senf, Soja v.a. in Weizen und Teigwaren, Bacillus subtilis in Vitamin B2-Präparaten, Lachs

Bei einer Probe eines sojahaltigen „Veggie-Schnitzels“ lag der GVO-Anteil mit 0,91 Prozent knapp über dem Kennzeichnungsschwellenwert von 0,9 Prozent, unter Berücksichtigung der Messunsicherheit allerdings kein sicheres Ergebnis. Bei vier weiteren Proben wurden Spuren von gv-Soja über 0,1 Prozent gefunden.
Auch eine Maisprobe ( glutenfreies Teigwarenerzeugnis) enthielt mehr als 0,1 Prozent Spuren von gv-Mais.

Eine Fruchtkonserve enthielt DNA-Sequenzen eines gv-Papaya-Events, das in Taiwan entwickelt wurde und bislang in keinem Land zugelassen ist.

In sieben von 48 Importhonigen wurden Spuren von gv-Soja nachgewiesen.

Bioprodukte: In nur noch 3,4 Prozent der Bio-Sojaprodukte waren GVO-Spuren - alle geringer als 0,05 Prozent - nachweisbar, gegenüber dem Vorjahr mit zehn Prozent erneut ein deutlicher Rückgang. Bei Biomaiserzeugnissen wurden keinerlei GVO-Spuren gefunden.


Bayern

Anzahl der Proben: 899

Untersuchte Lebensmittel: Soja, Mais, (GVO-Anteile s. Grafik), Papaya, Reis, Leinsamen

Keine Auffälligkeiten

2017 gab es ein Schwerpunktprogramm in Bezug auf Papayas, da in den letzten Jahren immer wieder nicht zugelassne gv-Papayas gefunden worden waren (2004 10, 2009 2 und 2012 23). Das Probenspektrum wurde neben ganzen Früchten auf verarbeitete Papayaerzeugnisse wie Fruchtpulver, Fruchtpüree und Papayakerne ausgeweitet. Bei keiner der untersuchten Proben wurden Verstöße festgestellt.


Mecklenburg-Vorpommern

Anzahl der Proben: 83, Anzahl der Untersuchungen: 92

Untersuchte Lebensmittel: Soja, Mais (GVO-Anteile s. Grafik), Reis

Keine Auffälligkeiten

Bei Futtermitteln enthielten 18 von 27 Sojaproben Bestandteile zugelassener gv-Sojabohnen, bei einer Probe wurde gegen die Kennzeichnungspflicht verstoßen. Sie enthielt mehr als 0,9 Prozent gv-Soja, war aber nicht gekennzeichnet. Bei Raps war eine von zehn Proben GVO-positiv. Kein Befund bei Mais und Lein.


Rheinland-Pfalz

Anzahl der Proben: 239

Untersuchte Lebensmittel: Soja, Mais (GVO-Anteile s. Grafik), Leinsamen, Zucchini, Tomaten, Papaya, Reis, Kartoffel, Raps, Luzerne, Sonstige (Honig, Nudeln aus Weizen, Sesamkörner, Mungbohnen/-keimlinge)

1 Probe Sojabohnen sowie 2 Proben vorgekochtes Maismehl enthielten GVO-Anteile von mehr als 0,9 Prozent (Schwellenwert für die Kennzeichnung). Alle drei Proben waren als gentechnisch verändert gekennzeichnet.

Ansonsten keine Auffälligkeiten


Sachsen

Anzahl der Proben: 178, Anzahl der Untersuchungen: 188

Untersuchte Lebensmittel: Soja, Mais (GVO-Anteile s. Grafik), Reis, Raps, Leinsamen, Tomate Papaya, Screening

Es wurden auch „Ohne Gentechnik“-/Bioprodukte untersucht, in den Ergebnissen aber nicht differenziert.

Auffällig war eine Probe eines Getreideerzeugnisses aus Vietnam, das Spuren von neun zugelassenen gv-Pflanzenlinien (6 Mais, 3 Soja) enthielt.

Ansonsten keine Auffälligkeiten