Goldener Reis (Golden Rice)

Reis, der mit Beta-Carotin (Provitamin A) angereichert wurde, um Vitamin A-Mangel zu lindern

Der „Goldene Reis“ hat seinen Namen von eingelagertem Beta-Carotin (ß-Carotin, Provitamin A), das den Reiskörnern eine gelblich-orange Färbung verleiht. Damit im Reiskorn ß-Carotin produziert werden kann, wurde mit Hilfe der Gentechnik u.a. ein Mais-Gen in den Reis eingeführt. Der neue Reis soll dabei helfen, Vitamin A-Mangel in Entwicklungsländern zu lindern, wo Reis für viele Menschen die Hauptnahrungsquelle ist. Vitamin A-Mangel kann zur Erblindung führen und erhöht die Anfälligkeit für oft tödlich verlaufende Infektionskrankheiten. Für die neuesten Linien von Goldenem Reis konnte gezeigt werden, dass das ß-Carotin vom menschlichen Körper auf effiziente Weise in Vitamin A umgewandelt wird und dass die Menge ausreicht, um einem Vitamin A-Mangel vorzubeugen.

Der Goldene Reis wurde von einer internationalen Forschergruppe um Ingo Potrykus (ETH Zürich) und Peter Beyer (Universität Freiburg) entwickelt. Das Projekt wurde außerdem von Unternehmen unterstützt, die patentierte Verfahren und Materialien zur Verfügung stellten, ohne dafür Lizenzgebühren zu fordern. Das Saatgut kann daher kostenlos an Kleinbauern abgegeben werden, und diese dürfen es für den Eigenbedarf nachzüchten.

Gegenwärtig werden die Arbeiten an Goldenem Reis vom Internationalen Reisforschungsinstitut (IRRI) koordiniert und fortgeführt. Derzeit wird Goldener Reis in lokale Sorten eingekreuzt, die in den Anbauländern wichtig sind. Zulassungen als Lebens- und Futtermittel wurden in Australien, Neuseeland, Kanada, den USA und den Philippinen erteilt. Auf den Philippinen und für Bangladesch ist die Anbauzulassung beantragt. Weitere Zielländer sind Vietnam, Indien und Indonesien.

Siehe auch

Carotinoide