Maiskörner

Saatgutkontrollen 2018: Nur bei Sojabohnen und Mais je eine Probe mit Gentechnik-Spuren

Jedes Jahr untersuchen die Überwachungsbehörden der Bundesländer mehrere Hundert Saatgutproben auf Spuren von gentechnisch veränderten Pflanzen. 2018 enthielten lediglich je eine Probe Mais- und Sojabohnen-Saatgut geringfügige Gentechnik-Anteile. Diese Saatgutpartien wurden nicht ausgeliefert. Das in einigen Bundesländern geprüfte Saat- oder Pflanzgut von Luzerne, Roten Rüben, Senf, Sommer- und Winterraps, Tomaten, Zucchini und Zuckerrüben blieb ohne Befund.

Saatgut: gv-Anteile 2018

Saatgut: GVO-positive Proben 2006 bis 2018

Quelle: Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Gentechnik (LAG)

Jährlich untersuchen die Überwachungsbehörden der Bundesländer mehrere Hundert Saatgutproben. Sie prüfen, ob gentechnisch veränderte (gv-)Pflanzen - meist gv-Mais - nachweisbar sind. Es wird sowohl Saatgut aus Deutschland als auch Importware überwacht.

Wenn Spuren von GVO gefunden werden, liegt ihr Anteil in der Regel unterhalb der technischen Nachweisgrenze von 0,1 Prozent und damit in einem Messbereich, in dem Ergebnisse einen großen Schwankungsbereich aufweisen und nicht reproduzierbar sind.

Der Anteil der Saatgutpartien, in denen die Behörden 2018 GVO-Spuren nachweisen konnten, war sehr gering. Bei Sojabohnen wurden in einer von insgesamt 44 Saatgutpartien GVO-Spuren gefunden (in Sachsen-Anhalt). Nachdem bei Maissaatgut 2017 erstmals seit mehr als 15 Jahren in keiner Probe mehr GVO-Anteile nachgewiesen werden konnten, wurden 2018 wieder geringfügige Spuren gefunden - allerdings in nur einer von insgesamt 1001 Proben (in Niedersachsen). Außer Mais und Sojabohnensaatgut wurden 2018 auch Saatgutproben von Luzerne (12), Rote Rüben (3), Senf (17) Sommerraps (35), Tomaten (6), Winterraps (283) Zucchini (6) und Zuckerrüben (48) untersucht. Es konnten keine GVO-Spuren nachgewiesen werden.

Noch immer kein Schwellenwert für Saatgut

Die Züchter betreiben einen hohen Aufwand, um die „Gentechnik-Freiheit“ des Saatguts zu gewährleisten. So vermehren sie es meist in Regionen, in denen keine gv-Pflanzen angebaut werden und im Feld keine Einkreuzungen möglich sind. Dennoch: Die Natur ist ein offenes System, in dem eine absolute „GVO-Freiheit“ nicht zu erreichen ist.

Noch immer gibt es in der EU keine verbindlichen Schwellenwerte für tolerierbare GVO-Beimischungen in konventionellem Saatgut. Da es an eindeutigen Rechtsvorschriften fehlt, wie im Falle geringer GVO-Funde an der Nachweisgrenze von 0,1 Prozent zu verfahren ist, reagieren die Behörden in den EU-Mitgliedstaaten unterschiedlich. So gilt etwa im „gentechnik-kritischen“ Österreich ein Toleranzwert von 0,1 Prozent für zugelassene gv-Pflanzen. Die meisten der in Deutschland gefundenen GVO-positiven Saatgutpartien könnten daher in Österreich ohne Probleme ausgesät werden.

In Deutschland wird dagegen eine strikte „Nulltoleranz“ angewendet: Wenn in Saatgut GVO-Beimischungen nachgewiesen werden, wird es unabhängig von der Höhe des gemessenen GVO-Anteils als nicht verkehrsfähig behandelt. Die betroffenen Partien werden vom Markt genommen. Sollte das Saatgut bereits ausgebracht worden sein, ordnen die Behörden an, die Felder unterzupflügen. Deshalb wird angestrebt, die Untersuchungen weit vor dem Aussaattermin abzuschließen, um GVO-positive Saatgutpartien frühzeitig aus dem Handel nehmen zu können.