Kichererbsen

Kichererbsen

Forschungsschwerpunkte Insektenresistenz, Trockentoleranz
Freilandversuche USA: 1 (2006)
Indien, Pakistan, Australien

Die Kichererbse (Cicer arietinum; engl.: Chickpea) wird weltweit in subtropischen Klimaregionen angebaut. 2018 belief sich die Weltproduktion auf rund 17 Millionen Tonnen, davon wurden 11,4 Millionen Tonnen in Indien geerntet. Weitere wichtige Anbaugebiete sind Australien, Pakistan, Türkei, Myanmar und Äthiopien.

In Indien sind die proteinreichen Kichererbsen Grundnahrungsmittel.

Kichererbsen werden in verschiedenen Zubereitungsformen verzehrt, eingeweicht und gekocht als Püree (im arabischen Raum: Hummus), geröstet als Kaffeeersatz, als Mehl für Gebäck (oft zusammen mit Weizenmehl) und als Knabbergebäck.

In Spanien sind gekochte oder geröstete Kichererbsen Grundlage für das Nationalgericht Garbanzos. In Indien werden die jungen Pflanzen als Salat oder gekocht wie Spinat gegessen.

Kichererbsen dienen auch als Futterpflanze.

Gentechnik: Ziele bei Forschung und Entwicklung

Anbaueigenschaften

  • Insektenresistenz gegen Käfer (weevil), Schmetterlinge (Baumwollkapseleule) und Blattläuse
    In Indien sind verschiedene gv-Kichererbsen entwickelt worden, in denen ein oder mehrere Varianten des Bt-Proteins gegen schädliche Schmetterlinge oder Käfer gebildet werden. Einige dieser Linien wurden in Freilandversuchen in den USA getestet. In Indien hat bislang erst einer von elf Freisetzungsanträgen grünes Licht erhalten.
  • Virusresistenz
  • Salztoleranz
  • Dürre- und Kältetoleranz
    Forschungsprojekte in Australien und Indien haben sich zum Ziel gesetzt, Kichererbsen mit erhöhter Trockentoleranz zu entwickeln. In Australien wurde 2019 ein Freilandversuch durchgeführt.

Produkteigenschaften

  • Anreicherung mit Eisen und Zink: In Indien haben Wissenschaftler eine Kichererbse entwickelt, die neben einer Trockentoleranz auch erhöhte Eisen- und Zinkgehalte in den Samen aufweisen. Die Forscher reduzierten den Cytokinin-Gehalt in der Wurzel, indem sie ein Gen für das Enzym Cytokinin oxidase 6 (CKX6) exprimierten. Das Pflanzenhormon Cytokinin spielt eine wichtige Rolle bei Wachstum und Entwicklung der Pflanze. Durch das Enzym CKX6 wurde in Verbindung mit einem wurzelspezifischen Promotor (P WRKY31) der Cytokinin-Gehalt in der Wurzel reduziert, was zu verstärktem Längenwachstum und stärkerer Verzweigung der Wurzeln führte. Die Wurzeln erreichten so tiefere Schichten im Boden, aus denen sie bei Trockenheit noch Wasser und Nährstoffe aufnehmen konnten. Die Pflanzen lebten außerdem länger und bildeten mehr Samen.

Großes Foto oben: iStockphoto