Dominant/rezessiv

Dominante Erbfaktoren setzen sich gegenüber rezessiven durch.

Vererbungsmuster dominant-rezessiv

Gene liegen bei doppeltem Chromosomensatz jeweils paarweise vor, je ein Gen auf jedem Chromosom. Die DNA der sich entsprechenden Gene kann etwas variieren, so dass die Gene in verschiedenen Ausprägungen (Allelen) vorliegen. Man unterscheidet zwischen dominanten (lateinisch dominare = herrschen) und rezessiven (lateinisch recedere = zurückweichen) Allelen. Die Eigenschaft des dominanten Allels setzt sich gegen die des rezessiven Allels durch. Das Merkmal eines rezessiven Allels wird nur dann ausgeprägt, wenn zwei rezessive Allele zusammentreffen, das Merkmal also homozygot (reinerbig) vorliegt.

Haben beide Eltern je ein dominantes und ein rezessives Allel (heterozygot), so zeigt sich bei drei von vier Nachkommen die dominante Eigenschaft, nämlich bei allen Nachkommen, die das dominante Allel geerbt haben. Die rezessive Eigenschaft setzt sich nur bei einem von vier Nachkommen durch, nämlich bei dem, der zwei rezessive Allele geerbt hat.

Diese Aufteilung der elterlichen Allele an ihre Nachkommen wurde zuerst von Gregor Mendel beschrieben und zählt zu den „Mendelschen Regeln“. Unter natürlichen Bedingungen läuft sie normalerweise wie beschrieben ab.

Heute kennt man Mechanismen, mit denen man die Aufteilung der Allele künstlich beeinflussen kann, so dass sich in den Folgegenerationen ein gewünschtes Gen immer als dominant erweist und sich durchsetzt. Dieses Prinzip wird Gene drive genannt und wird mit Hilfe der Genschere CRISPR/Cas herbei geführt. Doch bis überhaupt praktische Anwendungen in Frage kommen, ist noch viel Forschung notwendig.

Siehe auch

Allel Gen homozygot heterozygot Gene Drive CRISPR/Cas-System