Anbau gv-Pflanzen weltweit 2016

Wieder mehr Gentechnik-Pflanzen 2016: Anbauflächen steigen weltweit auf 185 Millionen Hektar

Der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen hat 2016 weltweit wieder zugenommen. Nach dem leichten Rückgang im Vorjahr sind die Flächen nun auf insgesamt 185 Millionen Hektar angestiegen, so viel wie noch nie. Den größten Zuwachs gab es in Brasilien, vor USA, Australien und Kanada. In einigen Ländern, vor allem China und Indien, ging der Anbau von gv-Baumwolle zurück. Mehr als die Hälfte aller mit gv-Sorten bewirtschafteten Flächen entfiel auf Sojabohnen.

2016 Fläche GVO (Mio ha) Anteil GVO
(in %)
Soja 91,4 (-0,7) 78 (-5)
Baum- wolle 22,3 (-1,7) 64 (-11)
Mais 60,6 (+7,0) 26 (-3)
Raps 8,6 (+0,2) 24 (0)

Daten: ISAAA-Report 2016

GVO-Anbau weltweit 2016, ISAAA
GVO-Anbau weltweit 2016, ISAAA Pflanzenarten

Weltweite Anbauflächen gentechnisch veränderter Pflanzen 1996-2016 in Millionen Hektar; nach Ländern (oben) und Kulturarten (unten)

(Quelle: ISAAA)

Wie schon in den Vorjahren nennt der aktuelle Report der Agro-Biotech-Agentur ISAAA auch 2016 elf Länder, in denen die mit gv-Pflanzen bewirtschafteten Flächen eine Million Hektar übersteigen. An der Spitze stehen weiterhin die USA (72,9 Mio. ha) vor Brasilien (49,1), Argentinien (23,8), Kanada (11,6), Indien (10,8), Paraguay (3,6) und Pakistan (2,9). Zudem erreichten China, Südafrika, Uruguay und Bolivien GVO-Flächen von über einer Million Hektar. Insgesamt listet die ISAAA weltweit 26 Länder auf, in denen gv-Pflanzen landwirtschaftlich genutzt werden, zwei weniger als 2015. Neue Länder sind 2016 nicht hinzugekommen.

Den weitaus größten Flächenzuwachs gab es in Brasilien: 2016 wurden dort auf 49,2 Millionen Hektar gv-Pflanzen (Soja, Mais, Baumwolle) angebaut, ein Plus von knapp fünf Millionen Hektar (11 Prozent). Allein auf gut 32 Millionen Hektar (+ 2) wuchsen gv-Sojabohnen, das entspricht etwa 95 Prozent der Sojaproduktion des Landes. Für die EU - und auch für Deutschland – ist Brasilien das wichtigste Erzeugerland für Soja-Futtermittel.

Anders als noch im Vorjahr haben die Farmer in den USA 2016 wieder mehr gv-Pflanzen ausgebracht. Die Flächen stiegen um zwei auf nunmehr 72,9 Millionen Hektar. Trotz der auch dort zunehmenden gesellschaftlichen Debatte um Gentechnik-Lebensmittel liegen die USA damit weiter klar an der Spitze aller GVO-Anbauländer. Auch in Australien, Kanada und Südafrika wurden 2016 mehr gv-Pflanzen ausgesät als im Jahr zuvor.

Die kommerzielle Nutzung von gv-Sorten konzentriert sich weiterhin auf Sojabohnen, Mais, Baumwolle und Raps.

  • Nahezu der gesamte Jahreszuwachs für GVO-Flächen entfiel auf Mais. Die mit gv-Sorten bewirtschafteten Flächen stiegen deutlich um 11 Prozent auf nunmehr 60,6 Millionen Hektar. Dennoch fiel ihr Anteil an der Gesamterzeugung weiter, 2016 um drei auf 26 Prozent.
  • Bei Sojabohnen gingen die Anbauflächen für gv-Soja gegenüber 2016 leicht von 92,1 auf 91,4 Millionen Hektar zurück. Auch der Anteil der GVO-Flächen an der weltweiten Sojaerzeugung sank erneut und beträgt nun 78 Prozent. Mit einem Jahreszuwachs von 2 Millionen Hektar hat Brasilien erstmals die USA als Land mit den größten Flächen für gv-Soja abgelöst. Dagegen verzeichnete Argentinien ein Minus von knapp 2,5 Millionen Hektar. In den anderen südamerikanischen Sojaerzeuger-Ländern wie Paraguay und Uruguay blieben die GVO-Flächen ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres.
  • Bei Raps nahmen die GVO-Flächen wieder leicht zu. Die wichtigsten Anbauländer sind Kanada und Australien.
  • Rückläufig war der Anbau von gv-Baumwolle. 2016 gingen die Flächen um 1,7 Millionen Hektar zurück, der GVO-Anteil an der Gesamterzeugung von 75 auf 64 Prozent. Am stärksten war der Rückgang in China (-0,9 Mio. ha oder 22 Prozent) und Indien. Burkina Faso – 2015 noch mit 400.000 Hektar aufgeführt – hat 2016 ganz auf gv-Baumwolle verzichtet. Unverändert hoch ist dagegen in Pakistan der Zuspruch für gv-Baumwolle (2,9 Mio. ha).

Bei den neu eingeführten Merkmalen lag immer noch die Herbizidtoleranz an der Spitze (47 Prozent), jedoch mit weiter rückläufiger Tendenz. Nachgefragt wurden zunehmend gv-Pflanzen mit kombinierten Merkmalen, die sowohl gegenüber unterschiedlichen Herbizid-Wirkstoffen resistent sind, als auch Abwehrstoffe gegen verschiedene Schadinsekten (Bt-Protein) bilden. Auf solche Stacked Genes-Sorten entfielen 41 Prozent aller weltweit angebauten gv-Pflanzen.

Neben Soja, Mais, Baumwolle und Raps werden inzwischen weitere gv-Pflanzen kommerziell angebaut: In den USA gv-Zuckerrüben (470.000 ha) und die ausschließlich als Tierfutter verwendete gv-Alfalfa (Luzerne) (1,23 Mio. ha), dazu nicht-bräunende Innate-Kartoffeln (2.500 ha) und wie schon seit Jahren gv-Papaya und gv-Squash (Zucchini) auf jeweils etwa tausend Hektar. In Pakistan hat der Anbau von Bt-Auberginen begonnen.

USA 72,9 + S, M, B, R, ZR, Alfalfa, Squash, Papaya, Kartoffel
Brasilien 49,1 + S, M, B
Argentinien 23,8 - S, M, B
Kanada 11,6 + R, M, S, ZR, Alfalfa
Indien 10,8 - B
Paraguay 3,6 +/- S, M, B
Pakistan 2,9 +/- B
China 2,8 - B, Pappeln, Papaya
Südafrika 2,7 + M, S, B
Uruguay 1,3 - S, M
Bolivien 1,2 + S
Australien 0,9 + B, R
Philippinen 0,8 + M
Myanmar 0,3 +/- B
Mexiko 0,1 B, S
EU (4 Länder) 0,1 M
Kolumbien 0,1 B, M
Sudan 0,1 B
Honduras <0,1 M
Chile <0,1 M
Vietnam <0,1 M
Costa Rica <0,1 B, S, Ananas
Bangladesh <0,1 Aubergine

Anbauflächen für gv-Pflanzen nach Ländern 2016 
Fläche in Millionen Hektar
+/-: Veränderung gegenüber 2015 
S = Sojabohnen, M = Mais, R= Raps, B = Baumwolle, ZR = Zuckerrüben

Quelle: ISAAA Brief No 52-2016