Sojabohnen

Gentechnik-Pflanzen: Anbauflächen steigen 2017 weltweit auf 190 Millionen Hektar

Der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen hat 2017 erneut zugenommen. Weltweit sind deren Flächen auf 189,8 Millionen Hektar angestiegen, gegenüber dem Vorjahr ein leichtes Plus von drei Prozent. Die wichtigsten Länder, die gv-Pflanzen landwirtschaftlich nutzen sind USA, Brasilien, Argentinien, Kanada und Indien. Auf sie entfallen etwa 95 Prozent des globalen GVO-Anbaus. Die landwirtschaftliche Nutzung von gv-Sorten konzentriert sich nach wie vor auf Sojabohnen, Mais, Baumwolle und Raps.

2017 Fläche GVO (Mio ha) Anteil GVO
(in %)
Soja 91,4 (+2,7) 77
Baum- wolle 24,2 (+1,9) 80
Mais 60,6 (-0,9) 32
Raps 10,2 (+1,6) 30

Daten: ISAAA-Report 2017

GVO-Anbau weltweit nach Ländern 2017, ISAAA-Zahlen
GVO-Anbau weltweit nach Kulturarten 2017, ISAAA-Zahlen

Weltweite Anbauflächen gentechnisch veränderter Pflanzen 1996-2017 in Millionen Hektar; nach Ländern (oben) und Kulturarten (unten)

(Quelle: ISAAA)

Großen Foto oben: iStockphoto

Wie schon in den Vorjahren nennt der aktuelle Report der Agro-Biotech-Agentur ISAAA auch 2017 elf Länder, in denen die mit gv-Pflanzen bewirtschafteten Flächen eine Million Hektar übersteigen. An der Spitze stehen weiterhin die USA (75 Mio. ha) vor Brasilien (50,2), Argentinien (23,6), Kanada (13,1), Indien (11,4), Paraguay und Pakistan (jeweils 3,0). Zudem erreichten China, Südafrika, Uruguay und Bolivien GVO-Flächen von über einer Million Hektar. Australien bleibt mit 0,9 Mio. Hektar knapp darunter. In Europa sind nur noch Spanien und Portugal als Anbauländer übrig geblieben.

Insgesamt listet die ISAAA weltweit 24 Länder auf, in denen gv-Pflanzen landwirtschaftlich genutzt werden, zwei weniger als 2016. Hinzu kommen 43 weitere Länder, die Ernteprodukte von gv-Pflanzen als Lebens- und Futtermittel importieren.

Auf die fünf führenden Anbauländer - USA, Brasilien, Argentinien, Kanada und Indien - entfallen 94,5 Prozent aller weltweit ausgebrachten gv-Pflanzen. In diesen Ländern ist eine Marktsättigung nahezu erreicht. Größere Flächenzuwächse sind hier nur dann zu erwarten, wenn bei weiteren Kulturarten neue gv-Sorten mit attraktiven Merkmalen zugelassen werden und bei Landwirten – und Verbrauchern – Akzeptanz finden.

Trotz der anhaltenden gesellschaftlichen Debatte um Gentechnik-Lebensmittel in den USA und einer grundsätzlich beschlossenen Kennzeichnung haben die Farmer dort auch 2017 wieder mehr gv-Pflanzen ausgebracht. Die Flächen stiegen um zwei auf nunmehr 75 Millionen Hektar. Damit liegen die USA weiter klar an der Spitze aller GVO-Anbauländer.

Auch in Brasilien stiegen die GVO-Flächen an, allerdings fiel der Zuwachs mit etwa einer Million Hektar deutlich geringer aus als im Rekordjahr 2016. Der Löwenanteil bei den gv-Pflanzen entfällt wieder auf Sojabohnen: Sie stehen auf 33,7 Millionen Hektar (+1,7), das entspricht etwa 95 Prozent der Sojaproduktion des Landes. Für die EU - und auch für Deutschland – ist Brasilien das wichtigste Erzeugerland für Soja-Futtermittel.

In Indien stieg der Anbau von gv-Baumwolle um 600.000 Hektar auf nunmehr 11,4 Mio. Hektar. Das entspricht einem Anteil von 93 Prozent der gesamten indischen Baumwollproduktion. Einen Rückgang beim GVO-Anbau verzeichnet der ISAAA-Report dagegen in Argentinien und in Paraguay.

Die Hälfte aller 2017 ausgebrachten gv-Pflanzen sind Sojabohnen. Ihre Flächen stiegen 2017 um 2,7 auf nunmehr 94,1 Millionen Hektar. Zuwächse gab es auch bei Baumwolle und Raps, während bei Mais die mit gv-Sorten bewirtschafteten Flächen abnahmen.

Bei den neu eingeführten Merkmalen lag immer noch die Herbizidtoleranz an der Spitze (47 Prozent), jedoch mit weiter rückläufiger Tendenz. Nachgefragt wurden zunehmend gv-Pflanzen mit kombinierten Merkmalen, die sowohl gegenüber unterschiedlichen Herbizid-Wirkstoffen resistent sind, als auch Abwehrstoffe gegen verschiedene Schadinsekten (Bt-Protein) bilden. Auf solche Stacked Genes-Sorten entfielen 41 Prozent aller weltweit angebauten gv-Pflanzen, ein Plus von drei Prozent.

Neben Soja, Mais, Baumwolle und Raps werden inzwischen weitere gv-Pflanzen kommerziell angebaut: In den USA gv-Zuckerrüben (458.000 ha) und die ausschließlich als Tierfutter verwendete gv-Alfalfa (Luzerne) (1,23 Mio. ha), dazu nicht-bräunende Innate-Kartoffeln (3.000 ha) und auf jeweils tausend Hektar gv-Apfelbäume, gv-Papaya und gv-Squash (Zucchini). In Pakistan hat sich der Anbau von Bt-Auberginen (2.400 ha) etabliert. Neu sind gv-Ananas (Pink Pinapple) auf 25 Hektar in Costa Rica.

Die Statistik über den weltweiten Anbau von gv-Pflanzen wird jährlich von der Agro-Biotechnologie-Agentur ISAAA (International Service for the Acquisition of Agri-Biotech Applications) herausgegeben.

USA 75 + S, M, B, R, ZR, Alfalfa, Squash, Papaya, Kartoffel, Äpfel
Brasilien 50,2 + S, M, B
Argentinien 23,6 - S, M, B
Kanada 13,1 + R, M, S, ZR, Alfalfa, Kartoffel
Indien 11,4 + B
Paraguay 3,0 - S, M, B
Pakistan 3,0 + B
China 2,8 +/- B, Papaya
Südafrika 2,7 +/- M, S, B
Bolivien 1,3 + S
Uruguay 1,1 - S, M
Australien 0,9 +/- B, R
Philippinen 0,6 - M
Myanmar 0,3 +/- B
Sudan 0,2 + B
EU (2 Länder) 0,1 M
Mexiko 0,1 B
Kolumbien 0,1 B, M
Vietnam <0,1 M
Honduras <0,1 M
Chile <0,1 M, R, S
Bangladesh <0,1 Aubergine
Costa Rica <0,1 B, Ananas

Anbauflächen für gv-Pflanzen nach Ländern 2016 
Fläche in Millionen Hektar
+/-: Veränderung gegenüber 2016 
S = Sojabohnen, M = Mais, R= Raps, B = Baumwolle, ZR = Zuckerrüben

Quelle: ISAAA Brief No 52-2016