Großes Sojafeld mit Farmer

Gentechnik-Pflanzen: Globale Anbauflächen steigen 2025 auf 216 Millionen Hektar

Der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen hat 2025 erneut zugenommen. Weltweit standen sie auf 216 Millionen Hektar, gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 2,5 Prozent. Die wichtigsten Länder, die gv-Pflanzen landwirtschaftlich nutzen sind USA, Brasilien, Argentinien, Kanada und Indien. Auf sie entfallen 89 Prozent des globalen GVO-Anbaus. Nach wie vor konzentriert er sich auf Sojabohnen, Mais, Baumwolle und Raps.

GVO-Anbau nach Ländern 2025
GVO-Anbau global nach Pflanzen 2025

Weltweite Anbauflächen gentechnisch veränderter Pflanzen 1996-2025 in Millionen Hektar; nach Ländern (oben) und Kulturarten (unten)

(Quelle Daten: AgbioInvestor GM Monitor); Großes Foto oben: Zoran Zeremski / iStock

Der aktuelle Report des AgbioInvestor GM Monitor nennt 2025 zehn Länder, in denen die mit gv-Pflanzen bewirtschafteten Flächen eine Million Hektar übersteigen. An der Spitze stehen weiterhin die USA (75,2 Mio. ha) vor Brasilien (70), Argentinien (25,4), Kanada (11,6), Indien (10,6), China (6,2) und Paraguay (5,5). In China sind die mit gv-Pflanzen bewirtschafteten Flächen am stärksten – um 79 Prozent – angestiegen. Dort kam 2025 erstmals gv-Mais auf die Felder, gleich auf einer Fläche von 3,2 Millionen Hektar. Auch Pakistan, Südafrika und Australien erreichten GVO-Flächen von über einer Million Hektar.

Der GM Monitor listet weltweit insgesamt 30 Länder auf, in denen gv-Pflanzen landwirtschaftlich genutzt werden. In zahlreichen weiteren Ländern werden die Ernteprodukte von gv-Pflanzen als Lebens- und Futtermittel importiert.

Auf die fünf führenden Anbauländer – USA, Brasilien, Argentinien, Kanada und Indien – entfallen 89 Prozent aller weltweit ausgebrachten gv-Pflanzen. In diesen Ländern ist eine Marktsättigung nahezu erreicht. Größere Flächenzuwächse sind hier nur dann zu erwarten, wenn bei weiteren Kulturarten neue gv-Sorten mit attraktiven Merkmalen zugelassen werden und bei Landwirten – und Verbrauchern – Akzeptanz finden.

In den USA haben die Farmer 2025 etwas weniger gv-Pflanzen ausgebracht als im Jahr davor. Die USA liegen mit 75,2 Millionen Hektar – ein Minus von 0,3 Prozent – weiter klar an der Spitze aller GVO-Anbauländer.

In Brasilien stiegen die GVO-Flächen deutlich um 3,1 Prozent auf 70 Millionen Hektar an. Der Löwenanteil bei den gv-Pflanzen entfällt wieder auf Sojabohnen: Sie stehen auf 46,9 Millionen Hektar, das entspricht nahezu hundert Prozent der Sojaproduktion des Landes. Für die EU – und auch für Deutschland – ist Brasilien das wichtigste Erzeugerland für Soja-Futtermittel.

In Argentinien brachten die Landwirte 2025 ebenfalls mehr gv-Pflanzen aus. Die Flächen stiegen um 3,4 Prozent auf nunmehr 25,4 Millionen Hektar, die größten Zuwächse gab es bei Sojabohnen und Baumwolle. Als einziges Land wird dort gv-Weizen genutzt. 2025 stand der drei Jahre zuvor zugelassene trockentolerante HB4-Weizen auf einer Fläche von 55.000 Hektar.

In Indien ging der Anbau von gv-Baumwolle zurück, die Flächen sanken um 2,5 Prozent auf nun 10,6 Millionen Hektar. Das entspricht einem Anteil von etwa 95 Prozent der gesamten indischen Baumwollproduktion.

In China ging der Anbau von gv-Baumwolle leicht auf 2,9 Millionen Hektar (Anteil 95%) zurück. Erstmals wurde 2025 dort großflächig gv-Mais angebaut. Nach mehrjährigen Anbauversuchen wurde g-Mais auf 3,2 Millionen Hektar ausgepflanzt, 7,1 Prozent der Maisfläche des Landes. China ist mit einer Fläche von 45 Millionen Hektar der größte Maiserzeuger der Welt.

In Europa ist weiterhin Spanien das einzige Land mit einem nennenswerten Anbau von gv-Pflanzen. Dort haben die mit gv-Mais bewirtschafteten Flächen 2024 und 2025 nach Jahren des Rückgangs wieder zugenommen: Sie stiegen um 0,9 Prozent auf nunmehr 70.000 Hektar. Hinzu kommen kleine Flächen mit gv-Mais in Portugal. In der Europäischen Union ist der bereits 1998 zugelassene MON810-Mais nach wie vor die einzige gv-Pflanze, deren Anbau erlaubt ist.

Anbau gv-Pflanzen 2025: Die wichtigsten Kulturarten. Globale Flächen in Mio ha und Anteil an der Weltproduktion (Veränderung gegenüber Vorjahr in %)

2025 Fläche GVO (Mio ha) Anteil GVO
(in %)
Soja 106,2 (+1) 74
Baum-wolle 22,6 (-3,8) 77
Mais 75,2 (+7,9) 36
Raps 10,8 (-2,7) 25
Zucker-rübe 0,4 (-3,8) 10

Sojabohnen: Knapp drei Viertel der Weltproduktion mit Gentechnik

Die Hälfte aller 2025 ausgebrachten gv-Pflanzen sind Sojabohnen. Ihre Flächen vergrößerten sich 2025 um ein Prozent auf nunmehr 106,2 Millionen Hektar. Damit entfallen drei Viertel der globalen Sojaproduktion auf gv-Sorten. Bei Mais stiegen die GVO-Flächen auf 74,6 Millionen Hektar (+7,9 Prozent), ein Drittel der weltweiten Maisproduktion. Dagegen gingen sie bei Baumwolle auf 22,6 Millionen Hektar zurück (-3,8 Prozent) und bei Raps auf 10,8 Millionen Hektar (-2,7 Prozent). Auch der Anbau von gv-Zuckerrüben in den USA und Kanada ging zurück (-3,8 Prozent) und betrug noch etwa 400.000 Hektar.

Bei den neu eingeführten Merkmalen lagen wie schon in den Vorjahren gv-Pflanzen mit kombinierten Merkmalen (Stacked Genes), die sowohl gegenüber unterschiedlichen Herbizid-Wirkstoffen resistent sind, als auch Abwehrstoffe gegen verschiedene Schadinsekten (Bt-Protein) bilden, an der Spitze.

Neben Soja, Mais, Baumwolle, Raps und Zuckerrüben werden inzwischen weitere gv-Pflanzen kommerziell angebaut: In den USA, Kanada und Argentinien die ausschließlich als Tierfutter verwendete gv-Alfalfa (Luzerne) (1,1 Mio. ha / -2,8% ) und in Brasilien auf etwa 5000 Hektar virusresistente Bohnen, in den USA nicht-bräunende Innate-Kartoffeln, gv-Apfelbäume, gv-Papayas und gv-Squash (Zucchini) auf kleineren Flächen.

In Bangladesch hat sich der Anbau von Bt-Auberginen etabliert. Nach einem Rückgang seit 2021 betragen die Anbauflächen 2025 noch etwa 1800 Hektar (-9,2 Prozent). Der stärkste prozentuale Anstieg gegenüber dem Vorjahr ist bei gv-Zuckerrohr zu verzeichnen. In Indonesien und vor allem Brasilien stand es 2025 auf etwa 100.000 Hektar (+44 Prozent).

Gv-Weizen wird nach wie vor auf kleineren Flächen in Argentinien angebaut, 2025 stiegen sie leicht auf 55.000 Hektar an. Dieser HB4-Weizen soll infolge eines eingeführten Gens aus Sonnenblumen Hitzestress besser aushalten, zudem verführt er über eine Resistenz gegenüber dem Herbizid Glufosinat.

Anbauflächen für gv-Pflanzen nach Ländern 2025, Fläche in Millionen Hektar

Nordamerika 87,1
USA 75,2 (-) S, M, B, R, ZR, Alfalfa, Squash, Kartoffel, Äpfel, Papaya
Kanada 11,6 (-) R, M, S, ZR, Kartoffel
Mittel- und Südamerika 99,63
Brasilien 70 (+) S, M, B, Zuckerrohr, Bohnen
Argentinien 25,4 (+) S, M, B, Alfalfa, Weizen
Paraguay 4,5 (+) S, M, B
Bolivien 1,8 (+) S
Uruguay 1,6 (+) S, M
Kolumbien 0,15 (+) M, B, S
Honduras 0,07 (+/-) M
Chile 0,04 (-) M, R, S
Mexiko 0,004 (-) B
Asien, Pazifik 20,05
Indien 10,6 (-) B
China 6,2 (+) M, B, S
Pakistan 1,9 (-) B
Australien 2,1 (+) B, R, Färberdistel
Philippinen 0,74 (+) M
Vietnam 0,42 (-) M
Myanmar 0,15 (-) B
Indonesia 0,02 (+/-) Zuckerrohr, M
Bangladesch 0,0018 (-) Aubergine, B
Afrika 3,69
Südafrika 3,32 (+) M, S, B
Sudan 0,069 (+/-) B
Kenia 0,015 (+) B
Äthiopien 0,008 (+/-) B
Malawi 0,0017 (-) B
Eswatini 0,0001 (-) B
EU
Spanien 0,07 (+) M
Portugal 0,00065 (-) M


S = Sojabohnen, M = Mais, R= Raps, B = Baumwolle, ZR = Zuckerrüben

Quelle: AgbioInvestor GM Monitor