Landwirt im Sojafeld

Anbau von Gentechnik-Pflanzen bleibt hoch: 2018 weltweit 191,7 Millionen Hektar

Der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen hat 2018 erneut zugenommen. Weltweit sind deren Flächen auf 191,7 Millionen Hektar angestiegen, gegenüber dem Vorjahr ein leichtes Plus von ein Prozent. Die wichtigsten Länder, die gv-Pflanzen landwirtschaftlich nutzen sind USA, Brasilien, Argentinien, Kanada und Indien. Auf sie entfallen etwa 95 Prozent des globalen GVO-Anbaus. Die landwirtschaftliche Nutzung von gv-Sorten konzentriert sich nach wie vor auf Sojabohnen, Mais, Baumwolle und Raps.

2018 Fläche GVO (Mio ha) Anteil GVO
(in %)
Soja 95,9 (+1,8) 78
Baum- wolle 24,9 (+0,7) 76
Mais 58,9 (-1,7) 30
Raps 10,1 (-0,1) 29

Daten: ISAAA-Report 2018

GVO-Anbau weltweit 2018 nach Ländern
GVO-Anbau weltweit 2018 nach Kulturarten

Weltweite Anbauflächen gentechnisch veränderter Pflanzen 1996-2018 in Millionen Hektar; nach Ländern (oben) und Kulturarten (unten)

(Quelle: ISAAA)

Großen Foto oben: Dusa Kostic, 123RF

Wie schon in den Vorjahren nennt der aktuelle Report der Agro-Biotech-Agentur ISAAA auch 2018 elf Länder, in denen die mit gv-Pflanzen bewirtschafteten Flächen eine Million Hektar übersteigen. An der Spitze stehen weiterhin die USA (75 Mio. ha) vor Brasilien (51,3), Argentinien (23,9), Kanada (12,7), Indien (11,6) und Paraguay (3,8). Auch China, Pakistan, Südafrika, Uruguay und Bolivien erreichten GVO-Flächen von über einer Million Hektar. Australien bleibt mit 0,8 Mio. Hektar knapp darunter. In Europa sind nur noch Spanien und Portugal als Anbauländer übrig geblieben.

Insgesamt listet die ISAAA weltweit 26 Länder auf, in denen gv-Pflanzen landwirtschaftlich genutzt werden, zwei mehr als 2018 (Indonesien und Swasiland). Hinzu kommen 44 weitere Länder, die Ernteprodukte von gv-Pflanzen als Lebens- und Futtermittel importieren.

Auf die fünf führenden Anbauländer - USA, Brasilien, Argentinien, Kanada und Indien - entfallen 91 Prozent aller weltweit ausgebrachten gv-Pflanzen. In diesen Ländern ist eine Marktsättigung nahezu erreicht. Größere Flächenzuwächse sind hier nur dann zu erwarten, wenn bei weiteren Kulturarten neue gv-Sorten mit attraktiven Merkmalen zugelassen werden und bei Landwirten – und Verbrauchern – Akzeptanz finden.

Trotz der anhaltenden gesellschaftlichen Debatte um Gentechnik-Lebensmittel in den USA haben die Farmer dort 2018 genauso viele gv-Pflanzen ausgebracht wie im Jahr davor. Die Flächen blieben konstant bei 75 Millionen Hektar. Damit liegen die USA weiter klar an der Spitze aller GVO-Anbauländer.

In Brasilien stiegen die GVO-Flächen weiter um etwa eine Million Hektar auf 51,3 Millionen Hektar an. Der Löwenanteil bei den gv-Pflanzen entfällt wieder auf Sojabohnen: Sie stehen auf 34,9 Millionen Hektar (+1,2), das entspricht etwa 95 Prozent der Sojaproduktion des Landes. Für die EU - und auch für Deutschland – ist Brasilien das wichtigste Erzeugerland für Soja-Futtermittel.

In Indien stieg der Anbau von gv-Baumwolle um 200.000 Hektar auf nunmehr 11,6 Millionen Hektar. Das entspricht einem Anteil von 95 Prozent der gesamten indischen Baumwollproduktion. Einen Rückgang beim GVO-Anbau verzeichnet der ISAAA-Report dagegen in Kanada, Pakistan und Australien.

Die Hälfte aller 2018 ausgebrachten gv-Pflanzen sind Sojabohnen. Ihre Flächen stiegen 2018 um zwei Prozent auf nunmehr 95,9 Millionen Hektar. Einen leichten Zuwachs gab es auch bei Baumwolle, während bei Mais und Raps die mit gv-Sorten bewirtschafteten Flächen abnahmen.

Bei den neu eingeführten Merkmalen lag immer noch die Herbizidtoleranz an der Spitze (46 Prozent), jedoch mit weiter rückläufiger Tendenz. Nachgefragt wurden zunehmend gv-Pflanzen mit kombinierten Merkmalen, die sowohl gegenüber unterschiedlichen Herbizid-Wirkstoffen resistent sind, als auch Abwehrstoffe gegen verschiedene Schadinsekten (Bt-Protein) bilden. Auf solche Stacked Genes-Sorten entfielen 42 Prozent aller weltweit angebauten gv-Pflanzen, ein Plus von vier Prozent.

Neben Soja, Mais, Baumwolle und Raps werden inzwischen weitere gv-Pflanzen kommerziell angebaut: In den USA gv-Zuckerrüben (491.000 ha) und die ausschließlich als Tierfutter verwendete gv-Alfalfa (Luzerne) (1,26 Mio. ha), dazu einige tausend Hektar mit nicht-bräunenden Innate-Kartoffeln, gv-Apfelbäumen, gv-Papayas und gv-Squash (Zucchini). In Pakistan hat sich der Anbau von Bt-Auberginen (etwa 3000 ha) etabliert. Neu ist gv-Zuckerrohr mit 1350 Hektar in Indonesien und 400 Hektar in Brasilien.

Die Statistik über den weltweiten Anbau von gv-Pflanzen wird jährlich von der Agro-Biotechnologie-Agentur ISAAA (International Service for the Acquisition of Agri-Biotech Applications) herausgegeben.

USA 75 +/- S, M, B, R, ZR, Alfalfa, Squash, Papaya, Kartoffel, Äpfel
Brasilien 51,3 + S, M, B, Zuckerrohr
Argentinien 23,9 + S, M, B
Kanada 12,7 - R, M, S, ZR, Alfalfa, Äpfel
Indien 11,6 + B
Paraguay 3,8 + S, M, B
China 2,9 + B, Papaya
Pakistan 2,8 - B
Südafrika 2,7 +/- M, S, B
Uruguay 1,3 + S, M
Bolivien 1,3 +/- S
Australien 0,8 - B, R
Philippinen 0,6 +/- M
Myanmar 0,3 +/- B
Sudan 0,2 +/- B
Mexiko 0,2 + B
EU (2 Länder) 0,1 M
Kolumbien 0,1 B, M
Vietnam <0,1 M
Honduras <0,1 M
Chile <0,1 M, R, S
Bangladesh <0,1 Aubergine
Costa Rica <0,1 B,S
Indonesia <0,1 Zuckerrohr
Swasiland <0,1 B

Anbauflächen für gv-Pflanzen nach Ländern 2018 
Fläche in Millionen Hektar
+/-: Veränderung gegenüber 2017 
S = Sojabohnen, M = Mais, R= Raps, B = Baumwolle, ZR = Zuckerrüben

Quelle: ISAAA Brief No 54-2018