Süßkartoffel

Forschungsschwerpunkte Virus- und Pilzresistenz, Nährstoffanreicherung
Freilandversuche USA: 18 (1989-2013),
Kenia, Uganda, Ghana, Philippinen

Die Süßkartoffel (Ipomoea batatas), auch Batate genannt, wird in den meisten tropischen sowie in einigen subtropischen und warmgemäßigten Regionen angebaut. Führendes Anbauland ist mit großem Abstand China (71,3 Mio. t). Weitere wichtige Erzeugerländer sind Nigeria, Tansania, Äthiopien, Mosambik und Indonesien. In Europa werden sie in Italien, Spanien, Portugal und Griechenland angebaut. 2014 betrug die Ernte weltweit 106,5 Millionen Tonnen.

Süßkartoffeln sind in vielen tropischen Ländern ein Hauptnahrungsmittel. Sie werden wie Kartoffeln zubereitet, aber auch zu Mehl, Stärke und zu alkoholischen Getränken (in Westindien, Lateinamerika) verarbeitet.

Die Blätter werden in afrikanischen Ländern als Gemüse ähnlich wie Spinat verzehrt. Knollen und Blätter finden auch Verwendung als Futtermittel.

Als stärkehaltige Pflanze werden Süßkartoffeln zur Gewinnung von Biokraftstoffen (Bioethanol) genutzt. So werden einige Bioethanolanlagen in China hauptsächlich durch Süßkartoffeln gespeist.

Gentechnik: Ziele bei Forschung und Entwicklung

Anbaueigenschaften

  • Herbizidtoleranz
  • Virusresistenz
    Südafrikanische Wissenschaftler haben Süßkartoffeln entwickelt, die gegen vier verschiedene Viren resistent sind. Durch Übertragung von DNA-Abschnitten des Viren-Erbgutes kann die Vermehrung der Viren in der Pflanze blockiert werden (RNA-Interferenz).
  • Pilzresistenz
  • Insektenresistenz: Resistenz gegen den Süßkartoffel-Rüsselkäfer Cylas formicarius, einen der bedeutendsten Schädlinge im Süßkartoffelanbau. Dabei wird u.a. die RNAi-Methode eingesetzt.
  • Trocken- und Kältetoleranz
  • Salztoleranz

Produkteigenschaften

  • Aminosäuren: Damit soll eine Unterversorgung mit bestimmten essentiellen Aminosäuren ausgeglichen werden, die durch die in einigen Regionen vorherrschende Futter- und Nahrungsmittelzusammensetzung entsteht.
  • Süßkartoffel mit erhöhtem Proteingehalt: In Ghana werden derartige transgene Süßkartoffeln in begrenzten Freilandversuchen getestet.
  • Anreicherung mit Vitamin A
    Im Rahmen des Programms HarvestPlus wurden neue Vitamin A angereicherte Süßkartoffel-Sorten mit Hilfe moderner Züchtungsverfahren (Smart breeding, auch: Präzisionszüchtung ) entwickelt. Inzwischen werden sie in mehreren afrikanischen Ländern angebaut. Diese Sorten gelten nicht als gentechnisch veränderte Organismen (GVO).