Mais

Anbau-Zulassungen EU 1
USA, Japan, Kanada, Brasilien, Argentinien, weitere 12 Länder
Import-Zulassungen EU 28
Anbau EU (Spanien, Portugal, Tschechien, Rumänien, Slowakei)
USA, Brasilien, Argentinien, weitere 9 Länder
Forschungsschwerpunkte Herbizidtoleranz, Stresstoleranz, veränderte Produktqualität
Freilandversuche EU: 954 (17 Länder)
USA: ca. 8710, weitere 22 Länder

Mais Info

Ursprünglich eine Pflanze der Tropen, wird Mais (Zea mays) heute weltweit bis in die gemäßigten Klimaregionen angebaut (2014 auf einer Fläche von 184 Millionen Hektar, wovon 30 Prozent mit gv-Mais bestellt wurden).

Maisanbaufläche1960 bis 2015

Maisanbaufläche in Deutschland 1960 bis 2015

Hauptanbauländer sind die USA, China, Brasilien, Indien, Mexiko, Indonesien, die Philippinen, Südafrika, Argentinien und Rumänien.

Nach der Farbe der Körner werden zwei Sorten unterschieden: Gelbmais und Weißmais. Weitere Informationen: Weißmais, Zucker- bzw. Süßmais

Mais ist zusammen mit Weizen und Reis die wichtigste Nahrungspflanze der Welt. In vielen Ländern des Südens, vor allem in Zentralamerika, Südamerika und Afrika spielt Mais als Getreide eine Hauptrolle in der Ernährung. Dort gibt es eine Vielzahl traditioneller Maisprodukte (z.B. Tortillas, Tacos).

Lebensmittel und Zutaten, die aus Mais hergestellt werden sind z.B. Maiskeimöl, Maismehl für Backwaren und Knabberprodukte (Tacos, Flips, Cornflakes und andere Cerealien, alkoholische Getränke, etwa Bier, Stärke und modifizierte Stärke sowie unzählige Produkte der Stärkeverzuckerung

Mehr als zwei Drittel der Weltmaisernte wird als Futtermittel (Maiskleber, Silomais) verwertet. Vor allem in Deutschland ist eine Verwendung als Silomais üblich. Dabei wird die ganze Maispflanze gehäckselt und eingelagert.

Als nachwachsender Rohstoff liefert Mais Stärke etwa zur Herstellung von „essbarem Geschirr“. Die ganzen Maispflanzen können zu kompostierbaren Füllmaterialien verarbeitet werden, Maisspindelgranulat wird als Ölbindemittel und Kleintierstreu eingesetzt.

Immer wichtiger wird die Nutzung von Mais zur Erzeugung von Biokraftstoff (Bioethanol) oder von Wärme und Strom in Biogasanlagen. Es gibt Neuzüchtungen von Maissorten, die auf eine hohe Biomasseproduktion optimiert sind. Solche Maispflanzen werden deutlich größer. Die bisher erhältlichen Energiemaissorten sind nicht gentechnisch verändert.


Gentechnik

Gentechnik: Ziele bei Forschung und Entwicklung

Anbaueigenschaften

  • Herbizidtoleranz, zunehmend auch in Kombination mit Insektenresistenz
  • Insektenresistenz: vor allem durch Übertragung der Gene für verschiedene Bt-Toxine. Die Maispflanzen werden dadurch resistent gegen Schadinsekten wie den Maiszünsler oder den Maiswurzelbohrer. Bei neueren gv-Maislinien wird eine Resistenz auch durch Abschalten von Genen erreicht. (RNAi)
  • Trockentoleranz
    In den USA ist ein Mais zum Anbau zugelassen, der bei Dürre gleich hohe oder höhere Erträge liefert.
    Trockentoleranter Mais wird in zahlreichen Ländern erforscht und entwickelt u. a. auch mit neuen Verfahren wie der RNA-Interferenz.
  • Toleranz gegenüber erhöhten Salz- und Schwermetallgehalten im Boden

Pflanzenentwicklung

  • verbesserte Stickstoffverwertung der Maispflanze, so dass ohne Düngung bei Böden mit mäßigem Stickstoffgehalt erhöhte Erträge und bei Böden mit geringem Stickstoffgehalt keine Ertragseinbußen zu erwarten sind.
  • männliche Sterilität zur Erleichterung der Züchtung von Hochertragssorten (Hybridsorten); meist zusammen mit Herbizidresistenz
  • veränderter Blühzeitpunkt

Produkteigenschaften

  • erhöhter Ölgehalt und damit gesteigerter Energiegehalt.
  • Erhöhung des Anteils der Aminosäuren Lysin und Tryptophan sowie Reduktion des Gehalts an bitter schmeckender Sinapinsäure. Ein Antrag in der EU auf Import und Verarbeitung als Lebens- und Futtermittel eines high-lysine Maises (LY038-Mais) wurde zurückgezogen.
  • Produktion des Enzyms Phytase in Maiskörnern Ziel: Bei Schweinen und Hühnern bessere Verwertung des im Futter enthaltenen Phosphors, Verringerung der Phosphatbelastung in Gülle und Stalldung. In China soll dieser gv-Mais in den nächsten Jahren zum Anbau zugelassen werden.
  • Erhöhung des Gehalts verschiedener Vitamine (Vitamin B, C und E, Beta-Karotin)
    Die Universität Lleida (Spanien ) beantragte 2015 eine Freisetzung mit gv-Mais, der höhere Mengen an Provitamin A, Vitamin C sowie Folsäure bildet.

Nachwachsende Rohstoffe, Energiepflanzen

  • Bildung einer hitzebeständigen Alpha-Amylase in Maiskörnern
    Ziel: Besserer Aufschluss der Maisstärke und damit mehr Effektivität bei der Herstellung von Bioethanol. Der bisher übliche Zusatz einer auch bei hohen Prozesstemperaturen wirksamen Alpha-Amylase kann entfallen.
    In den USA ist der gv-Mais (Event 3272) seit 2011 zum Anbau zugelassen
  • erhöhter Stärkegehalt und damit höhere Ausbeute bei der Bioethanolerzeugung
  • Bildung bestimmter Stärkevarianten und Erhöhung des Stärkegehaltes, um aus Mais neuartige Kunststoffe herzustellen

Produktion von pharmazeutischen Wirkstoffen

  • Molecular Pharming: Nutzung von gentechnisch verändertem Mais als System zur Produktion von technischen und pharmazeutischen Enzymen

Freilandversuche

Freilandversuche mit gv-Mais

Anzahl der Freisetzungsanträge in der EU seit 1992: 954

in den USA seit 1986: ca. 8710

Die Karte zeigt, in welchen Ländern Freilandversuche durchgeführt wurden.

Freisetzungen Mais auf einer größeren Karte anzeigen


Zulassungen

Zulassungen von gv-Mais

Weltweit sind etwa 147 Events gentechnisch veränderten Maises zugelassen, in den einzelnen Ländern unterschiedlich viele.

Zulassungen Mais auf einer größeren Karte anzeigen

Legende Karten Zulassung