Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in der EU 2016

GVO-Anbau in der EU 2006 bis 2016

Die Nutzung gentechnisch veränderter Pflanzen in der EU konzentriert sich auf den Anbau von Bt-Mais MON810 in Spanien. Nachdem 2014 und 2015 die Anbauflächen mit Bt-Mais erstmals zurückgingen, legten sie 2016 wieder um fast 20 Prozent zu. Auf gv-Sorten entfallen in Spanien etwa 35 Prozent der Maisproduktion. MON810-Mais - derzeit die einzige für den Anbau in der EU zugelassene gv-Pflanze - wurde 2016 auch in Portugal, Tschechien und der Slowakei ausgebracht. Bezogen auf alle 28 EU-Mitgliedstaaten ist der gv-Mais-Anteil von 1,55 Prozent der Gesamtanbaufläche jedoch weiterhin gering.

Wie der gesamte Maisanbau in Spanien nahmen die mit gv-Sorten bewirtschafteten Flächen über Jahre zunächst kontinuierlich zu: Sie stiegen bis 2013 auf 137.000 Hektar. 2014 und 2015 verringerten sich dann die Anbauflächen um mehr als 20 Prozent auf nur noch knapp 108.000 Hektar. Da im Frühjahr 2016 der Schädlingsdruck durch den Maiszünsler überdurchschnittlich hoch war, brachten die Landwirte auf 129.081 Hektar wieder deutlich mehr Bt-Mais aus. Besonders viel Bt-Mais steht auf den Feldern in Aragonien und Katalonien im Nord-Osten Spaniens sowie in den südlichen Regionen Extremadura und Andalusien.

In Portugal stiegen die Bt-Mais-Flächen bis 2014 auf etwa 8.500 Hektar. 2016 wurden nur noch 7.000 Hektar angebaut.

Auch in Tschechien bleibt der Anbau von MON810-Mais auf niedrigem Niveau. Wurden dort 2008 noch über 8.000 Hektar angebaut, so sind es 2016 nur noch 75 Hektar. Sehr geringe Anbauflächen gibt es auch in der Slowakei. In Polen war zwar der Handel mit MON810-Saatgut verboten, es wurde aber aus den Nachbarländern eingeführt und zuletzt 2012 auf einer Fläche von 4000 Hektar angebaut. Seit 2013 ist der Anbau von MON810-Mais in Polen verboten.

Anbau von gv-Pflanzen in Europa, Anbauverbote und Nutzung der Ausstiegsklausel

Grafik: www.transgen.de
Daten: Eu-Kommission, Gain Report EU-28 2016

In Frankreich und Deutschland wurde 2008 bzw. 2009 die nach EU-Recht erteilte Zulassung für gentechnisch veränderten Bt-Mais (MON810) ausgesetzt. Französische Landwirte hatten 2007 Bt-Mais auf etwa 22.000 Hektar ausgesät, in Deutschland wurde 2008 auf etwas über 3.000 Hektar gv-Mais angebaut. Auch in Bulgarien, Österreich, Griechenland, Italien, Luxemburg und Ungarn wurde der Anbau von MON810-Mais verboten.

Seit 2015 wird den EU-Ländern und Regionen die Möglichkeit eingeräumt, den Anbau von gv-Pflanzen auf ihrem Territorium von vornherein zu verbieten. Das betreffende Land bleibt dann aus dem Geltungsbereich der Zulassung einer gv-Pflanze ausgenommen. Mit dieser Ausstiegsklausel wurde das „Selbstbestimmungsrecht“ der EU-Mitgliedstaaten in Bezug auf den GVO-Anbau rechtlich verankert. Zurzeit sind in der EU Anbau-Zulassungen für sechs Mais-Events beantragt (Erneuerung MON810, BT11, TC1507, GA21, 59122 (Herculex), TC1507 x 59122). 17 Mitgliedsländer (Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Kroatien, Österreich, Malta, Niederlande, Polen, Slowenien, Ungarn, Zypern) und vier Regionen (Wallonie, Nordirland, Wales, Schottland) haben die Ausstiegsklausel bislang genutzt.

(Die Anbauzahlen für Spanien stützen sich auf offizielle Angaben des zuständigen Ministeriums. Weitere Quellen: ISAAA; USDA/Foreign Agriculture Service, Gain Reports EU-28; Anbau Deutschland: Standortregister des BVL)