Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in der EU 2017

Anbau von gentechnisch verändertem Mais in der EU bi 2017

Die Nutzung gentechnisch veränderter Pflanzen in der EU konzentriert sich auf den Anbau von Bt-Mais MON810 in Spanien. Nachdem 2015 die Anbauflächen stark zurückgegangen waren, bauten die Landwirte 2016 und 2017 wieder deutlich mehr Bt-Mais an. Auf gv-Sorten entfallen in Spanien etwa 35 Prozent der Maisproduktion. MON810-Mais - derzeit die einzige für den Anbau in der EU zugelassene gv-Pflanze - wurde 2017 außer in Spanien nur noch in Portugal ausgebracht. Bezogen auf alle 28 EU-Mitgliedstaaten ist der gv-Mais-Anteil mit 1,5 Prozent der Gesamtanbaufläche sehr gering.

Wie der gesamte Maisanbau in Spanien nahmen die mit gv-Sorten bewirtschafteten Flächen über Jahre zunächst kontinuierlich zu: Sie stiegen bis 2013 auf 137.000 Hektar. 2014 und 2015 verringerten sich dann die Anbauflächen um mehr als 20 Prozent auf nur noch knapp 108.000 Hektar. 2016 und 2017 brachten die Landwirte mit 129 bzw 124 Tausend Hektar wieder deutlich mehr Bt-Mais aus. Besonders viel Bt-Mais steht auf den Feldern in Aragon und Katalonien im Nord-Osten Spaniens sowie in der südlichen Region Extremadura.

In Portugal stiegen die Bt-Mais-Flächen bis 2014 auf etwa 8.500 Hektar. 2016 und 2017 wurden nur noch 7.000 Hektar angebaut.

In Tschechien und der Slowakei wurde zuletzt 2016 Bt-Mais auf sehr niedrigem Niveau angebaut. 2017 findet kein Anbau mehr statt. In Polen war zwar der Handel mit MON810-Saatgut verboten, es wurde aber aus den Nachbarländern eingeführt und zuletzt 2012 auf einer Fläche von 4000 Hektar angebaut. Seit 2013 ist der Anbau von MON810-Mais in Polen verboten.

Karte Anbau und Opt-Out Europa

Grafik: www.transgen.de
Daten: Eu-Kommission, Gain Report EU-28 2017

In Frankreich und Deutschland wurde 2008 bzw. 2009 die nach EU-Recht erteilte Zulassung für gentechnisch veränderten Bt-Mais (MON810) ausgesetzt. Französische Landwirte hatten 2007 Bt-Mais auf etwa 22.000 Hektar ausgesät, in Deutschland wurde 2008 auf etwas über 3.000 Hektar gv-Mais angebaut. Auch in Bulgarien, Österreich, Griechenland, Italien, Luxemburg und Ungarn wurde der Anbau von MON810-Mais verboten.

Seit 2015 wird den EU-Ländern und Regionen die Möglichkeit eingeräumt, den Anbau von gv-Pflanzen auf ihrem Territorium von vornherein zu verbieten. Das betreffende Land bleibt dann aus dem Geltungsbereich der Zulassung einer gv-Pflanze ausgenommen. Mit dieser Ausstiegsklausel wurde das „Selbstbestimmungsrecht“ der EU-Mitgliedstaaten in Bezug auf den GVO-Anbau rechtlich verankert. Zurzeit sind in der EU Anbau-Zulassungen für sechs Mais-Events beantragt (Erneuerung MON810, BT11, TC1507, GA21, 59122 (Herculex), TC1507 x 59122). 17 Mitgliedsländer (Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Kroatien, Österreich, Malta, Niederlande, Polen, Slowenien, Ungarn, Zypern) und vier Regionen (Wallonie, Nordirland, Wales, Schottland) haben die Ausstiegsklausel bislang genutzt.

(Die Anbauzahlen für Spanien stützen sich auf offizielle Angaben des zuständigen Ministeriums. Weitere Quellen: ISAAA; USDA/Foreign Agriculture Service, Gain Reports EU-28; Anbau Deutschland: Standortregister des BVL)