Baumwolle

Anbau-Zulassungen USA, Mexiko, Indien, weitere 13 Länder
Import-Zulassungen EU 10
Anbau Indien, USA, China, weitere 12 Länder
Forschungsschwerpunkte Herbizidtoleranz, Anpassung an Standortfaktoren, Insektenresistenz
Freilandversuche EU 95 (3 Länder)
USA ca. 1177, weitere 22 Länder

Baumwolle Info

Baumwollpflanzen werden weltweit vorwiegend in tropischen und subtropischen, aber auch in trockenen, warmen Klimaregionen der gemäßigten Breiten angebaut.

Führend in der Baumwollproduktion sind Indien, China, die USA, Pakistan, Usbekistan und Brasilien. In Europa wird Baumwolle in Griechenland, Bulgarien und Spanien angebaut. 2014 wurden weltweit auf 37 Millionen Hektar Baumwolle angepflanzt, der Anteil an gv-Baumwolle betrug 68 Prozent (25,1 Millionen Hektar).

Baumwolle ist eine Naturfaser, die aus den Samenhaaren der Pflanze_Gossypium hirsutum_ gewonnen wird. Seit Tausenden von Jahren wird Baumwolle zu Naturtextilien verarbeitet. In Europa ging im 19. Jahrhundert der Flachsanbau zur Herstellung von Leinen stark zurück, weil Baumwolle die heimische Naturfaser ersetzte. Im 20. Jahrhundert machten dann Polyesterfasern der Baumwolle Konkurrenz. Anfang des 21. Jahrhunderts wurden erstmals weltweit mehr Textilien aus Kunstfasern hergestellt als aus Baumwolle.

Nach der Ernte werden die Fasern von den eiweiß- und fettreichen Samen abgetrennt. Bei der Verarbeitung fallen verschiedene Nebenprodukte an, die als Lebens- und Futtermittel genutzt werden: Das hochwertige Baumwollsaatöl findet Verwendung als Speise- oder Frittieröl sowie in Margarine. Das eiweißreiche Schrot wird vor allem als Tierfutter verwendet. Es ist aber auch Grundstoff für Eiweißpräparate und -isolate sowie Baumwollsaatmilch. Aus den sehr kurzen, nicht verspinnbaren Fasern, den „Linters“, die an den Baumwollsamen haften und fast ausschließlich aus Cellulose bestehen, werden verschiedene Lebensmittelzusatzstoffe wie Cellulose E 460 oder Methylcellulose E 461 gewonnen. Sie dienen der Lebensmittelwirtschaft als Verdickungsmittel, Stabilisatoren, Emulgatoren oder Füllstoff.

Hauptabnehmer für Baumwoll-Linters als Nachwachsender Rohstoff ist die Papierindustrie. Aus ihnen werden vor allem hochwertige, reißfeste Papiere hergestellt, etwa für Geldscheine.


Gentechnik

Gentechnik: Ziele bei Forschung und Entwicklung

Anbaueigenschaften

  • Insektenresistenz: Durch Bildung des Bt-Toxins ist die Pflanze resistent gegen den Baumwollkapselwurm. Auch gv-Baumwolle, die gegen Wanzenarten resistent ist, wurde im Freiland getestet.
  • Pilzresistenz
  • Herbizidtoleranz gegen Herbizide mit den Wirkstoffen Glyphosat und Glufosinat, oft in Verbindung mit Insektenresistenz (stacked genes). Toleranz gegenüber Herbiziden mit dem Wirkstoff Dicamba.
  • Kälte-, Hitze- und Trockentoleranz
  • Salztoleranz
  • bessere Stickstoffverwertung

Produkteigenschaften

  • veränderter Öl- und Stärkegehalt, Fettsäurezusammensetzung
  • geringerer Gehalt an Gossypol, ein in den Samen vorkommender, schwach giftiger Farbstoff.
  • Optimierung von Länge und Stärke der Baumwollfasern
  • Baumwolle, die einen Farbstoff (Melanin) produziert und nicht mehr eingefärbt werden muss.

Freilandversuche

Freilandversuche mit gv-Baumwolle

Anzahl der Freisetzungsanträge in der europäischen Union seit 1997: 95,

in den USA seit 1985: ca. 1177

Die Karte zeigt, in welchen Ländern Freilandversuche durchgeführt wurden.

Freisetzungen Baumwolle auf einer größeren Karte anzeigen


Zulassungen

Zulassungen von gv-Baumwolle

Weltweit sind etwa 45 Events gentechnisch veränderter Baumwolle zugelassen, in den einzelnen Ländern unterschiedlich viele.

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Legende Karten Zulassung