Die Ausnahmen: Nicht kennzeichnungspflichtig

Keine Kennzeichnungspflicht besteht bei:

  • tierischen Lebensmittel wie Milch, Fleisch, Eiern, wenn die Tier gentechnisch veränderte Futtermittel erhalten haben;
  • Zusatzstoffen, Aromen und Vitaminen, die mit Hilfe gentechnisch veränderter Mikroorganismen hergestellt werden;
  • zufälligen, technisch unvermeidbaren GVO-Beimischungen bis zu 0,9 Prozent, wenn der jeweilige GVO in der EU zugelassen und als sicher bewertet wurde;
  • GVO-Anwendungen bei Stoffen, die nicht auf der Zutatenliste von Lebensmitteln deklariert werden müssen (Enzyme, technische Hilfsstoffe, Trägerstoffe, Nährmedien)

Keine Kennzeichnung: Milchprodukte von Kühen, die Futter aus gv-Pflanzen erhalten haben

Wurst

Keine Kennzeichnung: Fleisch und Wurst von Tieren, die Futter aus gv-Pflanzen erhalten haben.

Kaffee, Süßstoff

Keine Kennzeichnung: Süßstoff Aspartam, der mit Hilfe von gv-Mikroorganismen hergestellt wurde.

Tacos

Keine Kennzeichnung: „Zufällige, technisch unvermeidbare“ Beimischungen von GVOs bis zu 0,9 Prozent (bezogen auf die jeweilige Zutat).

Rotwein

Keine Kennzeichnung: Enzyme, die mit Hilfe von gv-Mikroorganismen erzeugt wurden. Beispiel: Wein, hergestellt unter Einsatz von Enzymen.

Bonbons

Keine Kennzeichnung: Süßigkeiten mit Glukosesirup, der unter Einsatz von Enzymen aus Stärke gewonnen wird.

Vitamintabletten

Keine Kennzeichnung: Nährstoffe für Mikroorganismen: Beispiel: Vitamin C, produziert mit Mikroorganismen, die GVO-Nährstoffe verwerten.

Fruchtgummi

Keine Kennzeichnung: Trägerstoffe. Beispiel: Lebensmittelaromen, auf Trägerstoffen aus gv-Stärke

Keine Kennzeichnung: Lebensmittel, die mit Hilfe von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) hergestellt wurden.

Tierische Lebensmittel wie Fleisch, Wurst, Eier, Milch, wenn sie von Tieren stammen, die Futtermittel aus gentechnisch veränderten Pflanzen erhalten haben.

Für Futtermittel selbst gelten dagegen die gleichen Kennzeichnungsvorschriften wie für Lebensmittel: So muss auf der Verpackung oder in den Begleitpapieren deklariert werden, wenn ein Futtermittel Bestandteile aus gentechnisch veränderten Pflanzen oder Mikroorganismen enthält.

Keine Kennzeichnung: Zusatzstoffe, Aromen und Vitamine, die mit Hilfe gentechnisch veränderter Mikroorganismen hergestellt werden.

Die eingesetzten Mikroorganismen werden als „biologische Maschine“ aufgefasst, die Nährstoffe in die jeweils gewünschten Substanzen umwandeln. Voraussetzung für die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht ist, dass im Lebensmittel bzw. dem Zusatzstoff keine Mikroorganismen oder deren Bestandteile mehr vorhanden sind.

Beispiele für Zusatzstoffe, bei denen eine Herstellung mit Hilfe gv-Mikroorganismen möglich ist, sind

Ohne Kennzeichnung bleiben geringfügige GVO-Beimischungen bis zu einem Schwellenwert von 0,9 Prozent,

  • wenn der betreffende Hersteller oder Importeur des betreffenden Produkts glaubwürdig nachweisen kann, dass es sich um zufällige, technisch unvermeidbare GVO-Beimischungen handelt;
  • und wenn die in Spuren vorhandenen GVO in der EU zugelassen sind und damit als sicher eingestuft wurden.

Nicht unter die Kennzeichnung fallen gentechnische Anwendungen bei Stoffen, die nicht auf der Zutatenliste von Lebensmitteln deklariert werden müssen.

Enzyme werden inzwischen zwar EU-weit einheitlich zugelassen. Sie müssen aber nur in Ausnahmefällen als Zutat aufgeführt werden .

Lebensmittelenzyme können mit Hilfe von gv-Mikroorganismen hergestellt werden, bei einigen ist dies der Regelfall.

Nährstoffe für Mikroorganismen. Bei der Herstellung bestimmter Lebensmittel oder Zusatzstoffe werden Mikroorganismen eingesetzt, die auf Nährmedien (Substrate) wachsen.

Diese Nährmedien können aus GVO gewonnen werden. Beispiele für davon betroffene Lebensmittel sind:

  • Bäckerhefe, die auf Nährstoffen aus gv-Maisstärke wächst
  • Vitamin C, das biotechnologisch mit Hilfe von Mikroorganismen produziert wird, welche Glukose aus gv-Maisstärke erhalten haben
  • Zitronensäure, die biotechnologisch mit Hilfe von Mikroorganismen produziert wird, welche Melasse aus gv-Zuckerrüben erhalten haben.

Keine Kennzeichnung: Trägerstoffe. Beispiel: Lebensmittelaromen, auf Trägerstoffen aus gv-Stärke

Trägerstoffe. Verschiedene Vitamine, Aromen oder Zusatzstoffe werden auf Trägerstoffe aufgebracht, um sie besser dosieren und handhaben zu können. Obwohl diese Trägerstoffe den Lebensmittel zugesetzt werden, gelten sie nicht als Zutat und müssen daher nicht gekennzeichnet werden.