Maiskolben 2

Mais

Anbau-Zulassungen EU 1
USA, Japan, Kanada, Brasilien, Argentinien, weitere 15 Länder
Import-Zulassungen EU 34 (zugelassene Unterkombinationen aus einzelnen Events: 117)
Anbau EU (Spanien, Portugal)
USA, Brasilien, Argentinien, weitere 9 Länder
Forschungsschwerpunkte Insektenresistenz, Herbizidtoleranz, Stresstoleranz, veränderte Produktqualität
Freilandversuche EU: 963 (18 Länder)
USA: ca. 9200, weitere 25 Länder

Mais Info

Ursprünglich eine Pflanze der Tropen, wird Mais (Zea mays) heute weltweit bis in die gemäßigten Klimaregionen angebaut, 2018 auf einer Fläche von 197,2 Millionen Hektar. Etwa 30 Prozent davon entfällt auf gentechnisch veränderten Mais.

Anbaufläche Mais Deutschland 1960 bis 2019

Maisanbaufläche in Deutschland 1960 bis 2019

Hauptanbauländer sind China, USA, Brasilien, Indien, Mexiko, Nigeria und Argentinien.

Nach der Farbe der Körner werden zwei Sorten unterschieden: Gelbmais und Weißmais

Mais ist zusammen mit Weizen und Reis die wichtigste Nahrungspflanze der Welt. In vielen Ländern des Südens, vor allem in Zentralamerika, Südamerika und Afrika spielt Mais als Getreide eine Hauptrolle in der Ernährung. Dort gibt es eine Vielzahl traditioneller Maisprodukte (z.B. Tortillas, Tacos).

  • Lebensmittel und Zutaten, die aus Maishergestellt werden sind z.B. Maiskeimöl, Maismehl für Backwaren und Knabberprodukte (Tacos, Flips), Cornflakes und andere Cerealien, alkoholische Getränke, etwa Bier.
  • Mais-Stärke ist der Grundstoff für die Stärkeverzuckerung, die enzymatische Umwandlung von Stärke in zahlreiche Zutaten und Zusatzstoffe wie Glukose (Traubenzucker), Glukosesirup oder Isoglukose .
  • Mehr als zwei Drittel der Weltmaisernte wird als Futtermittel (Maiskleber, Silomais) verwertet. Vor allem in Deutschland ist eine Verwendung als Silomais üblich. Dabei wird die ganze Maispflanze gehäckselt und eingelagert.
  • Aus Maisstärke können abbaubare Kunststoffe hergestellt werden („essbares Geschirr“).
  • Immer wichtiger wird die Nutzung von Mais zur Erzeugung von Biokraftstoff (Bioethanol) oder von Wärme und Strom in Biogasanlagen. Es gibt Neuzüchtungen von Maissorten, die auf eine hohe Biomasseproduktion optimiert sind. Solche Maispflanzen werden deutlich größer. Die in Europa erhältlichen Energiemaissorten sind nicht gentechnisch verändert.

Gentechnik

Beispiele Forschung und Entwicklung (Gentechnik, neue Züchtungsverfahren)

Maiskolben, Maiszünsler 2
Mais, Befall Diabrotica

Fraßschädlinge. Maiszünsler und Maiswurzelbohrer, der bei starkem Befall auch den Kolben abfrisst.

Resistenzen gegen Maisschädlinge vor allem durch Übertragung der Gene für verschiedene Bt-Proteine. Diese werden natürlicherweise vom Bodenbakterium Bacillus thuringiensis (Bt) gebildet und wirken sehr spezifisch, sind also nur für die jeweiligen Zielorganismen giftig. Deswegen werden Bt-Präparate seit langem als biologische Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt. Werden die entsprechenden Gene in das Erbgut von Maispflanzen eingeführt, bilden diese nun selbst Bt-Protein und wehren so Schadinsekten wie den Maiszünsler oder den Maiswurzelbohrer ab. Dadurch können erhebliche Mengen an Pflanzenschutzmitteln eingespart werden.

Die meisten der in Nord- und Südamerika angebauten gv-Maissorten bilden zwei oder mehr Varianten des Bt-Proteins, die gegen verschiedene Schädlinge gerichtet sind. Zudem verfügen sie über Resistenzen gegen mehrere Herbizide (Herbizidtoleranz).

Inzwischen sind weitere Konzepte entwickelt worden: Maispflanzen bilden RNA-Schnipsel, die gegen die Schädlinge (Maiswurzelbohrer) gerichtet sind. Wenn diese eine so veränderte Maispflanze fressen, nehmen sie die RNA-Schnipsel auf. Diese blockieren dort lebenswichtige Gene, was zum Tod der Schädlinge führt. Ein gv-Mais mit diesem Konzept wird in Nord- und Südamerika seit 2020 angebaut.

Verbesserte Toleranz bei Trockenstress. In den USA ist ein gv-Mais zum Anbau zugelassen, der bei Dürre gleich hohe oder höhere Erträge liefert. Seine Fähigkeit, Dürreperioden ohne große Ernteverluste zu überstehen, verdankt dieser Mais einem zusätzlich eingeführten Gen. Es wurde in Bakterien gefunden und sorgt für die Bildung des „Kälte-Schock-Proteins B“, das in Stresssituationen wie Wassermangel dazu beiträgt, wichtige Zellfunktionen aufrechtzuerhalten.

Trockentoleranter Mais wird in zahlreichen Ländern erforscht und entwickelt, auch mit neuen Genome Editing-Verfahren wie der Gen-Schere CRISPR/Cas.

Neue oder angereicherte Inhaltsstoffe.

  • Bessere Futterverwertung. Bildung des Enzyms Phytase in Maiskörnern: Dadurch sollen Schweine und Hühner den im Futter enthaltenen Phosphor besser verwerten und so die Phosphatbelastung in Gülle und Stalldung verringern. In China soll dieser gv-Mais in den nächsten Jahren zum Anbau zugelassen werden.
  • Anreicherung mit Mikronährstoffen. Die Universität Lleida (Spanien) beantragte 2015 eine Freisetzung mit gv-Mais, der höhere Mengen an Provitamin A, Vitamin C sowie Folsäure bildet.
  • Nachwachsende Rohstoffe, Energiepflanzen. In den USA und weiteren Ländern ist ein gv-Mais zugelassen, der einer hitzebeständige Alpha-Amylase (stärkespaltendes Enzym) in den Maiskörnern produziert. Damit soll die Maisstärke besser aufgeschlossen und so die Effektivität bei der Herstellung von Bioethanol gesteigert werden. Der bisher übliche Zusatz einer auch bei hohen Prozesstemperaturen wirksamen Alpha-Amylase kann entfallen.

Freilandversuche

Freilandversuche mit gv-Mais

Die Karte zeigt, in welchen Ländern Freilandversuche durchgeführt wurden.

Freisetzungen Mais auf einer größeren Karte anzeigen


Zulassungen

Zulassungen von gv-Mais

Weltweit sind etwa 112 Events gentechnisch veränderten Maises für den Anbau zugelassen, in den einzelnen Ländern unterschiedlich viele.

Zulassungen Mais auf einer größeren Karte anzeigen

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