Zuckerrübe, Ernte

Zuckerrübe

Anbau-Zulassungen USA (1998, 2005), Kanada, Japan
Import-Zulassung EU 1
Anbau USA (seit 2007), Kanada
Forschungsschwerpunkte Virusresistenz, veränderte Inhaltsstoffe, Winterhärte
Freilandversuche EU: 346 (14 Länder)
USA: 330, in zahlreichen weiteren Ländern

Zuckerrübe Info

Zuckerrüben (Beta vulgaris) werden in gemäßigten Regionen angebaut. Führend in der Zuckerrübenproduktion sind Frankreich, Deutschland, die USA und Russland.

Lange Zeit war Zuckerrohr die einzige pflanzliche Zuckerquelle. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde in Deutschland entdeckt, dass sich Zucker auch aus bestimmten, in Mitteleuropa heimischen Rübenarten gewinnen lässt. Den Pflanzenzüchtern gelang es, den Zuckergehalt der Rüben kontinuierlich von ursprünglich sieben auf heute etwa 20 Prozent zu steigern. Derzeit stammen gut 24 Prozent der Weltzuckerproduktion aus Zuckerrüben.

2018 wurden weltweit auf etwa 4,8 Millionen Hektar Zuckerrüben angebaut, gv-Zuckerrüben wuchsen auf rund zehn Prozent der Fläche.

  • Zuckerrüben sind Basis für verschiedene Lebensmittel und Zutaten, sie liefern vor allem Zucker in verschiedenen Angebotsformen (Haushalts-, Kristall-, Puder-, Kandis-, Gelierzucker).
  • Zucker und bestimmte Nebenprodukte der Zuckergewinnung werden als Nährlösung (Substrat) für verschiedene biotechnische Prozesse verwendet, etwa für die Herstellung von Alkohohl, Zitronensäure oder bei der Vermehrung von Hefe).
  • Zuckerrüben werden als Energiepflanze und nachwachsender Rohstoff genutzt: Aus Zuckerrüben können Biokraftstoffe (Bioethanol) und Biogas gewonnen werden. Zucker ist außerdem Rohstoff für verschiedene industrielle Anwendungen, etwa zur Erzeugung abbaubarer Werkstoffe (Plastik, Verpackungen) oder kosmetischer Produkte.
  • Zuckerrübenschnitzel dienen in der Tierhaltung als Futtermittel.

Großes Foto oben; Sima / 123RF


Gentechnik

Beispiele Forschung und Entwicklung (Gentechnik, neue Züchtungsverfahren)

Zuckerrüben

Konkurrenzschwache Rüben: Herbizidresistente Zuckerrüben (links), konventionelle Zuckerrüben ohne Unkrautbekämpfung (rechts). (Schaugarten Üplingen 2010).

Herbizidtoleranz: Nach der Aussaat entwickeln sich Zuckerrüben nur sehr langsam. Wildgräser oder Unkräuter sind meist schneller und konkurrieren um Licht, Wasser und Nährstoffe. Ohne deren massive Bekämpfung könnten sich die jungen Zuckerrübenpflänzchen kaum behaupten. Verglichen mit anderen Kulturarten erfordert der Zuckerrübenanbau den intensivsten und häufigsten Einsatz von Unkrautbekämpfungsmitteln (Herbizide). Der Einsatz herbizidresistenter gv-Zuckerrüben mit dem dazu passenden Komplementärherbizid soll die Unkrautregulierung einfacher, umweltverträglicher und wirtschaftlicher machen.

Seit 2008 werden in Nordamerika herbizidtolerante gv-Zuckerrüben (H7-1) großflächig angebaut. Der Zulassungsantrag für den Anbau in Europa wurde 2013 zurückgezogen. Die Einfuhr als Lebens- und Futtermittel ist dagegen erlaubt.

Virusresistenz: In Deutschland wurde in den 90er Jahren eine gv-Zuckerrübe mit einer Resistenz gegen das Rizomania-Virus entwickelt und in Freilandversuchen getestet. Inzwischen sind zwar konventionell gezüchtete Sorten mit einer besseren Widerstandsfähigkeit auf dem Markt, dennoch wird mit molekularbiologischen Methoden weiter an wirksamen Schutzkonzepten gegen diese Viruserkrankung geforscht.

Zuckerrüben, Schosser

Unerwünschte Schosser. Die Zuckerrübe ist eine zweijährige Pflanze: Im ersten Jahr bildet sie den Rübenkörper aus, im zweiten den Samenträger - die Schosser. In der Landwirtschaft sind Schosser unerwünscht und sollten schnell entfernt werden. Schosser werden durch einen Kältereiz ausgelöst.

Bessere Winterhärte: Könnten Zuckerrüben - wie etwa bei Weizen oder Raps heute üblich - bereits im Herbst ausgesät werden, ließe sich die Sonnenenergie über einen längeren Zeitraum nutzen und es wäre ein deutlich höherer Zuckerertrag möglich. Doch dazu müssten die Rüben nicht nur Frost und Kälte überstehen, sondern sie dürften auch keine Blütenstände (Schosser) bilden. Oft wird das Blühen durch einen Kältereiz ausgelöst. Grundsätzlich scheint es mit Hilfe gentechnischer Verfahren möglich, winterharte Rüben zu entwickeln.

Produkteigenschaften, Inhaltsstoffe:** In der Rübenforschung und -züchtung werden verschieden Ziele verfolgt,

  • Erhöhter Zuckergehalt
  • Produktion von Oligofruktose bzw. Inulin (Ballaststoffe mit gesundheitsfördernder Wirkung)
  • Zuckerrüben als Grundstoff für abbaubare Kunststoffe („Bioplastik“)
  • Nutzung als Energiepflanze und als Basis für Biotreibstoffe

Freilandversuche

Freilandversuche mit gv-Zuckerrüben

Die Karte zeigt, in welchen Ländern Freilandversuche durchgeführt wurden.

Freisetzungen Zuckerrübe auf einer größeren Karte anzeigen


Zulassungen

Zulassungen von gv-Zuckerrüben

Weltweit sind drei Events gentechnisch veränderter Zuckerrüben zugelassen.

Zulassungen Zuckerrübe auf einer größeren Karte anzeigen

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