Sojabohnen Feld 2

USA 2016: Anbau von Gentechnik-Pflanzen unverändert hoch

(01.07.2016) Der Trend ist ungebrochen: In den USA setzen die Farmer weiterhin auf gentechnisch veränderte Pflanzen. Die Flächen, auf denen sie Saatgut für gentechnische veränderte Sojabohnen, Mais und Baumwolle ausgebracht haben, sind im diesem Frühjahr wieder gestiegen. Der GVO-Anteil bei diesen Kulturarten ist nahezu unverändert und liegt weiterhin zwischen 92 und 94 Prozent. Offenbar haben die auch in den USA heftiger werdende kontroverse öffentliche Diskussion und die Forderung nach Kennzeichnung bei den Landwirten nicht dazu geführt, wieder mehr zu konventionellen Sorten zurückzukehren.

Fläche in Mio. ha Anteil in %
Gv-Soja 31,8 94
Gv-Mais 35,0 92
Gv-Baumwolle 3,76 93
Gv-Zuckerrübe 0,47 100
Gv-Raps 0,64 93
Gv-Alfalfa 1,0 13
Papaya, Squash 0,002
Gesamtfläche GVO 2016 72,7 +3%
Gesamtfläche GVO 2015 70,5

USA: Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen 2016

Soja Anbauflächen USA 2
Mais Anbauflächen USA 2
Baumwolle: Anbauflächen USA 2

Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in den USA: 1996-2016

(jeweils Gesamtanbaufläche und Fläche mit gentechnisch veränderten Sorten; in Millionen Hektar): Sojabohnen (oben), Mais (Mitte), Baumwolle (unten)

Die aktuellen Zahlen für Soja, Mais und Baumwolle beziehen sich auf die jeweiligen Flächen nach der Aussaat 2016. Sie werden vom National Agricultural Statistics Service (NASS) der US-Landwirtschaftsbehörde USDA herausgegeben und basieren auf Auswertungen von Saatgutverkäufen und repräsentativen Befragungen von Landwirten. Die später im Herbst geernteten Flächen sind in der Regel etwas niedriger.

Die Zahlen zu den übrigen gv-Pflanzen stammen aus anderen Quellen. Sie stellen in der Regel die Flächen nach der Ernte 2015 dar.

Foto oben: Dusan Kostic, 123RF

Allen Prognosen über eine Trendumkehr zum Trotz: Nach den offiziellen Zahlen des statistischen Dienstes der US-Landwirtschaftsbehörde nutzen die Farmer bei Mais, Sojabohnen und Baumwolle weiterhin überwiegend Saatgut mit gentechnisch erzeugten Schädlings- und Herbizidresistenzen.

Bei Sojabohnen sind 2016 die Anbauflächen nahezu konstant geblieben. Wie im Vorjahr beläuft sich der GVO-Anteil auf 94 Prozent. Die mit gv-Sojabohnen bewirtschafteten Flächen haben sich gegenüber 2015 kaum verändert und liegen nun bei 31,8 Millionen Hektar. Es sind weiterhin ausschließlich gv-Sojabohnen mit ein oder mehreren Herbizidresistenzen auf dem Markt.

Nach dem Rückgang im Vorjahr sind bei Mais die Gesamtflächen wieder um sieben Prozent gestiegen. Der GVO-Anteil beträgt weiterhin 92 Prozent. Mehr als drei Viertel (76 Prozent) der im Frühjahr 2016 ausgesäten gv-Maissorten verfügen über mehrere Insekten- und Herbizidresistenzen (Stacked Genes). Im Handel sind verschiedene Sorten, die zwei oder mehr Varianten des Bt-Proteins bilden, die gegen Schädlinge wie den Maiszünsler (European Corn borer) oder den Maiswurzelbohrer (Corn root worm) gerichtet sind. Zusätzlich sind diese Maispflanzen resistent gegen verschiedene Herbizide.

Nach mehreren Jahren mit rückläufiger Tendenz hat der Anbau von Baumwolle 2016 wieder einen deutlichen Sprung nach oben gemacht. Die Gesamtflächen legen um 17 Prozent zu. Zwar geht der GVO-Anteil leicht auf nunmehr 93 Prozent zurück. Die Fläche, auf denen 2016 gv-Baumwolle heranwächst, sind jedoch wieder gestiegen und betragen nun 3,76 Millionen Hektar. Auch bei Baumwolle werden überwiegend Stacked Genes-Sorten mit Kombinationen von Herbizid- und Schädlingsresistenzen ausgesät. Ihr Anteil liegt bei 76 Prozent.

Die aktuellen Anbauzahlen deuten darauf hin, dass die US-Farmer nach wie vor von den Vorteilen gentechnisch veränderter Sorten mit Herbizid- und Insektenresistenzen überzeugt sind. Offenbar haben die zunehmenden Probleme mit resistenten Unkräutern und Schädlingen nicht zu einer veränderten Saatgut-Nachfrage geführt.

In einigen Regionen haben sich inzwischen verschiedene Unkräuter verbreitet, die gegen den überwiegend ausgebrachten Herbizidwirkstoff Glyphosat (Roundup) resistent geworden sind. Allerdings sind die Landwirte deswegen kaum zu herkömmlicher Unkrautbekämpfung zurückgekehrt, sondern bevorzugen neue gv-Sorten, die über Toleranzen gegen weitere Herbizid-Wirkstoffe verfügen, mit denen auch die Roundup-resistenten Unkräuter bekämpft werden können. Außerdem können die Landwirte nun im Wechsel verschiedene Herbizide ausbringen und so eine Resistenzbildung bei den Unkräutern hinauszögern.

Auch bei Mais ist der Trend zu gv-Sorten ungebrochen. Zwar treten im mittleren Westen verstärkt Maiswurzelbohrer auf, die gegen den Wirkstoff (Bt-Protein Cry3Bb1) im gv-Mais resistent geworden sind. Doch da das Konzept gegen den wichtigsten Schädling - den Maiszünsler - weiterhin wirksam ist, entscheiden sich die meisten Farmer nun für solche gv-Maissorten, die mehrere Bt-Proteine bilden und damit beide Schädlinge abwehren.

Nicht in der offiziellen Agrarstatistik der US-Landwirtschaftsbehörde ausgewiesen sind Flächenanteile für gv-Sorten bei anderen Kulturarten. Angebaut werden gv-Raps und gv-Zuckerrüben - fast ausschließlich gv-Sorten - sowie gv-Alfalfa (Luzerne), gv-Papaya und gv-Squash (Zucchini). Auch neue, gentechnisch eingeführte Merkmale bei Mais wie Trockentoleranz oder veränderte Enzymaktivitäten im Hinblick auf die Verabeitung als Biotreibstoff verzeichnet die Statistik nicht.

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