Keine Entscheidung. Auch 2010 wird das vor einem Jahr
verhängte Anbauverbot für MON810-Mais Bestand haben. Die
Bundesregierung will erst eine gerichtliche Entscheidung
über eine Klage gegen das Verbot abwarten.
Wenig Resonanz. Seit Mai ist die "ohne
Gentechnik"-Kennzeichnung gesetzlich geregelt.
Doch bisher macht die Lebensmittelwirtschaft davon
kaum Gebrauch. Daran hat auch das im Herbst
eingeführte offizielle Label wenig geändert.
Kennzeichnung? Fehlanzeige.
Im Supermarkt gibt es praktisch keine Produkte, die als
"gentechnisch verändert" zu erkennen sind. Offensichtlich
werden kennzeichnungspflichtige Anwendungen der Gentechnik
vermieden. Doch zwischen "mit" und "ohne Gentechnik"
liegt ein weites Feld.
Weltweit 125 Millionen Hektar. Auch 2008 hat der
globale Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen zugenommen.
In 25 Ländern wird die Grüne Gentechnik kommerziell genutzt.
In Europa hingegen gehen die Flächen zurück.
Gentechnik: Pollen, Bienen, Honig.Bienen sammeln Nektar und Pollen -
und das weiträumig. Wird auf großen Flächen gv-Mais
angebaut, dann ist es kaum zu verhindern, dass der Pollen -
wenn auch in äußerst geringen Spuren - im Honig nachweisbar
ist. Bei Importprodukten aus Ländern, in denen gv-Pflanzen
flächendeckend angebaut werden, ist das bereits der Fall.
Die Kraut-und Knollenfäule löst heute zwar keine
Hungerkatastrophen mehr aus, doch noch immer ist sie ein großes Problem.
Die Züchtung resistenter Kartoffelsorten war lange
Zeit wenig erfolgreich. Nun gibt es neue Ansätze -
auch mit Hilfe der Gentechnik.
Bioplastik aus Kartoffeln. Kunststoffe nicht
aus Erdöl, sondern hergestellt von Pflanzen,
umweltfreundlich und klimaneutral. Noch ist es mehr
eine Vision. Doch nun wird in Deutschland eine
gentechnisch veränderte Kartoffel getestet, die als
Nebenprodukt einen Biokunststoff produziert.
Amflora, die Stärkekartoffel. Noch ist sie in
der EU nicht zugelassen, doch die neue
Bundesregierung will ihren Anbau unterstützen. Die
Amflora-Kartoffel ist nur für die Stärkeindustrie
interessant.
Kontrollen: Auch 2008
GVO-Spuren in vielen Lebensmitteln
Bundesweite Ergebnisse: In jedem Jahr
untersuchen die Bundesländer mehrere tausend Lebensmittel auf gentechnisch
veränderte Organismen. Wie im Vorjahr wurden auch 2008 etwa
in jedem vierten untersuchten sojahaltigen Lebensmittel
geringe Spuren von gentechnisch veränderten Sojabohnen
gefunden. Meist werden die
Kennzeichnungsvorschriften eingehalten.
Wasser ist eine immer
knapper werdende Ressource. Schon heute fließen
zwei Drittel des weltweiten Wasserverbrauchs in die
Landwirtschaft - und mit zunehmender Erderwärmung
wird dieser Anteil steigen. 2012 soll die erste
gentechnisch veränderte Pflanzen auf den Markt
kommen, die auch bei Trockenheit gute Erträge
liefert.
An der RWTH Aachen werden Fraßversuche mit
Schmetterlingslarven durchgeführt. Sie bekommen eine ganz
spezielle Diät: Pollen von gentechnisch verändertem Bt-Mais.