Der Brokkoli-Fall. Ganz ohne
Gentechnik, aber dennoch patentiert: Ein Unternehmen hat
sich eine neu gezüchtete Brokkoli-Sorte patentieren lassen,
die einen besonders hohen Gehalt an bestimmten
Inhaltsstoffen aufweist. Dagegen gab es Einsprüche, die nun
vor dem Europäischen Patentamt verhandelt werden. Der Fall
hat grundsätzliche Bedeutung.
134 Millionen Hektar. Auch 2009 sind weltweit wieder
mehr gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut worden.
In 25 Ländern nutzen Landwirte die Grüne Gentechnik.
Sojaimporte. Europa führt
jährlich 35 Millionen Tonnen Sojarohstoffe ein - aus USA,
Brasilien und Argentinien. In diesen Ländern wird
überwiegend gentechnisch veränderte Sojabohnen angebaut.
Rechnerisch ergibt das für jeden der 470 Millionen EU-Bürger
eine Menge von 70 Kilogramm. Beim Einkauf ist davon nichts
zu sehen.
Enzyme sind überall.
In der Lebensmittelherstellung spielen sie eine
immer wichtigere Rolle. Und: Immer mehr von ihnen
werden mit Hilfe gentechnisch veränderter
Mikroorganismen produziert.
In Deutschland ist es gesetzlich regelt, welche
Lebensmittel das "ohne Gentechnik"-Siegel tragen
dürfen. Die Vorschriften sind kompliziert, doch bei
Fleisch, Milch und Eiern ist ein bisschen Gentechnik
durchaus erlaubt. Bisher sind beim Einkauf nur wenig "ohne
Gentechnik"-Produkte zu finden.
Gentechnisch veränderte Tiere: Mehr Theorie
als Praxis
Keine Produkte.
Auch wenn in der Forschung gentechnisch Verfahren selbstverständlich
sind: Gentechnisch veränderte Tiere, die Produkte für den menschlichen Verzehr liefern, wird es vorerst nicht geben -
mit einer Ausnahme: Fische
Bioplastik aus Kartoffeln. Kunststoffe nicht
aus Erdöl, sondern hergestellt von Pflanzen,
umweltfreundlich und klimaneutral. Noch ist es mehr
eine Vision.
Gentechnik: Pollen, Bienen, Honig.Bienen sammeln Nektar und Pollen - und das
weiträumig. Wird auf großen Flächen gv-Mais angebaut, dann
ist es kaum zu verhindern, dass der Pollen - wenn auch in
äußerst geringen Spuren - im Honig nachweisbar ist. Bei
Importprodukten aus Ländern, in denen gv-Pflanzen
flächendeckend angebaut werden, ist das bereits der Fall.
In der Wissenschaftsscheune des Max-Planck-Institutes für
Pflanzenzüchtungsforschung in Köln informieren sich Schüler
und Schülerinnen über die Kulturgeschichte des Maises.
Alle zwei Jahre finden die DLG-Feldtage statt, eine große
Freilandausstellung rund um den modernen Pflanzenbau. 2010
gab es erstmals ein "Themenzentrum Grüne Gentechnik", an dem
sich 26 Partner beteiligten.