Sojabohnen, Farmer

Aussaat 2018: US-Farmer bleiben bei Gentechnik-Pflanzen

(02.07.2018) In den USA setzen die Farmer weiterhin auf gentechnisch veränderte Pflanzen. Im Frühjahr 2018 haben sie nahezu genau so viel davon ausgesät wie im Jahr zuvor. Die Anbauflächen bleiben auf dem Rekordniveau von 74 Millionen Hektar. Der GVO-Anteil bei Sojabohnen, Mais und Baumwolle liegt zwischen 92 und 94 Prozent. Trotz aller öffentlichen Diskussionen und der bevorstehenden Kennzeichnungspflicht - eine Trendwende zurück zu konventionellen Sorten ist nicht in Sicht.

Fläche in Mio. ha Anteil in %
Gv-Soja 34,1 - 94
Gv-Mais 33,2 - 92
Gv-Baumwolle 5,1 + 94
Gv-Zuckerrübe 0,44 100
Gv-Raps 0,82 100
Gv-Alfalfa 1,2 13
Papaya, Squash, Karoffeln Apfel 0,005
Gesamt- fläche GVO 2018 74,8 + 0,3%
2017 74,6
2016 72,3
2015 70,5
Anbauzahlen Sojabohnen 2018 USA
Anbauzahlen Mais 2018 USA
Anbauzahlen Baumwolle 2018 USA

Anbau USA 1996-2018: Gesamtanbaufläche und Fläche mit gv-Sorten; in Mio. Hektar: Sojabohnen (oben), Mais (Mitte), Baumwolle (unten)

Foto oben: Dusan Kostic, 123RF

Auch wenn es in den USA immer wieder Anzeichen einer abnehmenden Verbraucherakzeptanz für Genfood gibt - für die Landwirte ist das offenbar kein Anlass für einen Strategiewechsel bei der Sortenwahl. Nach den offiziellen Zahlen des statistischen Dienstes der US-Landwirtschaftsbehörde (NASS) haben die Farmer im Frühjahr 2018 ähnlich viel gentechnisch verändertes Saatgut gekauft und ausgesät wie im Vorjahr. Die Flächen sind mit 74,8 Mio. Hektar nahezu konstant geblieben.

Bei Sojabohnen ist der Gesamt-Anbau 2018 nahezu konstant geblieben. Da der GVO-Anteil unverändert bei 94 Prozent liegt, haben die mit gv-Sojabohnen bewirtschafteten Flächen mit 34 Millionen Hektar nahezu den Rekord des Vorjahrs erreicht. Es sind weiterhin ausschließlich gv-Sojabohnen mit Resistenzen gegen einen oder mehrere Herbizidwirkstoffe auf dem Markt.

Wie im Vorjahr sind bei Mais die Gesamtflächen erneut gesunken, allerdings nur um ein Prozent. Der GVO-Anteil beträgt weiterhin 92 Prozent. Die meisten der im Frühjahr 2018 ausgesäten gv-Maissorten (80 Prozent) verfügen über mehrere Insekten- und Herbizidresistenzen (Stacked Genes). Im Handel sind verschiedene Sorten, die zwei oder mehr Varianten des Bt-Proteins bilden, die gegen Schädlinge wie etwa den Maiszünsler (European Corn borer) oder den Maiswurzelbohrer (Corn root worm) gerichtet sind. Zusätzlich sind diese Maispflanzen resistent gegen verschiedene Herbizide. Selbst in Ohio - dem Bundestaat mit dem niedrigsten GVO-Anteil bei Mais - stehen auf 86 Prozent der Maisflächen gv-Sorten.

Erneut gestiegen ist der Anbau von Baumwolle. Die Gesamtflächen legen noch einmal um sieben Prozent zu. Zwar geht der GVO-Anteil leicht von 96 auf 94 Prozent zurück, dennoch steigen die Flächen, auf denen 2018 gv-Baumwolle heranwächst, auf 5,1 Millionen Hektar, gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 400.000 Hektar. Auch bei Baumwolle werden überwiegend Stacked Genes-Sorten mit Kombinationen von Herbizid- und Schädlingsresistenzen ausgesät. Ihr Anteil liegt bei 82 Prozent.

Die aktuellen Anbauzahlen deuten darauf hin, dass die US-Farmer nach wie vor von den Vorteilen gentechnisch veränderter Sorten mit Herbizid- und Insektenresistenzen überzeugt sind. Offenbar haben die zunehmenden Probleme mit resistenten Unkräutern und Schädlingen nicht zu einer veränderten Saatgut-Nachfrage geführt.

In einigen Regionen haben sich inzwischen verschiedene Unkräuter verbreitet, die gegen den überwiegend ausgebrachten Herbizidwirkstoff Glyphosat (Roundup) resistent geworden sind. Allerdings sind die Landwirte deswegen kaum zu herkömmlicher Unkrautbekämpfung zurückgekehrt, sondern bevorzugen neue gv-Sorten, die über Toleranzen gegen weitere Herbizid-Wirkstoffe verfügen, mit denen auch die Roundup-resistenten Unkräuter bekämpft werden können. Außerdem können die Landwirte nun im Wechsel verschiedene Herbizide ausbringen und so der Resistenzbildung bei den Unkräutern entgegenwirken.

Auch bei Mais und Baumwolle scheint der Trend zu gv-Sorten trotz einiger Probleme ungebrochen. Zwar treten im mittleren Westen verstärkt Maiswurzelbohrer auf, die gegen den Wirkstoff (Bt-Protein Cry3Bb1) im gv-Mais resistent geworden sind. Doch da das Konzept gegen den wichtigsten Schädling - den Maiszünsler - weiterhin wirksam ist, entscheiden sich die meisten Farmer nun für solche gv-Maissorten, die mehrere Bt-Proteine bilden und damit beide Schädlinge abwehren. Mehrere, „gestapelte“ Bt-Varianten in den neuen Sorten sollen zudem die Resistenzbildung erschweren.

Die aktuellen Zahlen für Soja, Mais und Baumwolle beziehen sich auf die jeweiligen Flächen nach der Aussaat 2018. Sie werden vom National Agricultural Statistics Service, NASS) der US-Landwirtschaftsbehörde USDA herausgegeben und basieren auf Auswertungen von Saatgutverkäufen und repräsentativen Befragungen von Landwirten. Die später im Herbst geernteten Flächen sind in der Regel etwas niedriger.

Die Zahlen zu den übrigen gv-Pflanzen stammen aus anderen Quellen. Sie stellen in der Regel die Flächen nach der Ernte 2017 dar.

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