Sojabohne

Anbau-Zulassungen USA, Kanada, weitere 11 Länder
Import-Zulassungen EU 12
Anbau Rumänien (2006, vor EU-Beitritt)
USA, Argentinien, Brasilien, weitere 8 Länder
Forschungsschwerpunkte verschiedene Herbizidtoleranzen, veränderte Produkteigenschaften, Stresstoleranz, Ertragssteigerung
Freilandversuche EU: 21 (6 Länder)
USA: ca. 2500, Kanada, Brasilien, Argentinien, weitere Länder

Sojabohne Info

Die Sojabohne ist die wichtigste Öl- und Eiweißpflanze weltweit. Ihr Anbau ist auf großen Flächen möglich und erfordert wenig Arbeitsaufwand. Wie alle Leguminosen nehmen Sojabohnen Luftstickstoff auf und benötigen daher keine Nitratdüngung.

Ihre Hauptanbaugebiete liegen in warmgemäßigten und subtropischen Klimaregionen. Führende Anbauländer sind die USA, Brasilien, Argentinien, China, Indien, Paraguay, Kanada und Bolivien.

2014 wurden weltweit 111 Millionen Hektar Sojabohnen angebaut, auf 82 Prozent (90,7 Millionen Hektar) dieser Fläche wuchsen gv-Sojabohnen.

Sojabohnen sind Roh- und Grundstoff für unzählige Lebensmittel, -zutaten und -zusatzstoffe, wie z. B. Sojaöl, Lecithin und andere Emulgatoren, Tocopherol (Vitamin E), Sojamehl, Sojaschrot, verschiedene Sojaeiweißpräparate (vor allem bei Fertigprodukten), traditionelle Sojaprodukte (Sojamilch, Sojasoße, Tofu, Miso, Tempeh), Ersatzprodukte für Fleisch und Milch (Sojamilch, Sojapudding, texturiertes Sojaeiweiß).

Aufgrund ihrer Aminosäurezusammensetzung sind Sojabohnen ideal für die Fütterung von Schweinen und Geflügel. In den Ölmühlen wird der Fettanteil der Sojabohnen abgetrennt und zu Ölen verarbeitet. Die übrig bleibende Sojamasse wird als eiweißreiches Futtermittel verwertet. Die EU führt jährlich 35 bis 40 Millionen Tonnen Sojabohnen ein; etwa die Hälfte davon als Sojaschrot (grob gemahlene Sojabohnen als Futtermittel). Ohne den Import von Futtermitteln aus Sojabohnen könnte die Erzeugung tierischer Lebensmittel in Europa nicht auf dem gegenwärtigen Niveau gehalten werden.

Als Nachwachsender Rohstoff ist Sojaöl Grundstoff etwa für Lacke, Farben, Wasch- und Putzmittel, Schmierstoffe, Weichmacher, kosmetische Produkte.

Aus Sojaöl können auch Biokraftstoffe gewonnen werden (vor allem in den USA).


Gentechnik

Gentechnik: Ziele bei Forschung und Entwicklung

Anbaueigenschaften

  • Herbizidtoleranz ist mit Abstand das kommerziell wichtigste Merkmal der gv-Sojabohnen. RoundupReady-Sojabohnen (Resistenz gegen Herbizide mit dem Wirkstoff Glyphosat) werden vor allem in Nord- und Südamerika seit mehreren Jahren großflächig angebaut. Inzwischen sind weitere gv-Sojabohnen erhältlich, die über Resistenzen gegen andere Herbizidwirkstoffe (Glufosinat, Imidazolinone, ab 2013 auch Dicamba) verfügen. Die Landwirte können damit verschiedene Herbizide im jährlichen Wechsel aufbringen und so eine Resistenzbildung bei den Unkräutern hinauszögern.
  • Dürre- und Salztoleranz, Kältetoleranz
    In Argentinien wurde im Oktober 2015 eine stresstolerante Sojabohne für den Anbau zugelassen. Die Sojabohne wurde von argentinischen Wissenschaftlern mit staatlicher Unterstützung entwickelt. Durch ein verändertes Gen aus Sonnenblume bildet die Sojabohne HB4, welches die Ethylenbiosynthese und damit das Pflanzenwachstum unter Stress beeinflusst. In fünfjährigen Feldversuchen hatte sich gezeigt, dass die Erträge bei Trockenstress und hohem Salzgehalt um 14 Prozent höher lagen als bei herkömmlichen Sojabohnen.
  • Pilzresistenz
  • Nematodenresistenz
  • Insektenresistenz gegen die Raupen verschiedener Falterarten sowie gegen Blattläuse

Produkteigenschaften

  • erhöhter Anteil an Ölsäuren (86 Prozent statt 23 Prozent), dafür weniger Linolensäure. Aufgrund des geringeren Linolensäuregehalts werden bei der Verarbeitung solcher Sojabohnen weniger gesundheitlich bedenkliche Transfettsäuren gebildet. Diese entstehen bei hohen Temperaturen, etwa beim Härten der Fette oder beim Frittieren. Gv-Sojabohnen mit erhöhtem Ölsäuregehalt werden in den USA angebaut.
  • Anreicherung mit Omega-3-Fettsäuren, die als gesundheitsfördernd angesehen werden. In den USA sind solche gv-Sojabohnen seit 2012 für den Anbau zugelassen.
  • veränderter Eiweiß- und Aminosäuregehalt, etwa Anreicherung mit der Aminosäure Methionin. Diese ist in Sojabohnen nur in geringen Mengen enthalten und muss bei einer ausschließlichen Fütterung mit Soja-Futter zugesetzt werden.
  • verringerter Gehalt der Mehrfachzucker Stachyose und Raffinose: Stachyose ist ein Oligosaccharid (Mehrfachzucker), das viele Nutztiere und auch der Mensch nicht verdauen können. Im Dünndarm wird die Stachyose durch Bakterien abgebaut und es entstehen Gase (Blähungen). Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Futtermittel mit geringerem Stachyosegehalt das Wachstum bei Schweinen und Geflügel fördern.
  • Anreicherung mit gesundheitsfördernden sekundären Pflanzenstoffen (Sterole und Stanole), die Cholesterin senkend wirken
  • Anreicherung mit Vitamin E
  • Entfernen gesundheitsschädlicher allergener Stoffe

Pflanzenentwicklung

  • Ertragssteigerung: In Argentinien wurde eine mit Hilfe lokaler Wissenschaftler entwickelte Sojabohne mit Ertragsteigerungen um etwa 10 Prozent erfolgreich im Freiland gestestet und steht kurz vor der Zulassung.
  • veränderte Stickstoffverwertung

Nachwachsende Rohstoffe

  • Anreicherung bestimmter Fettsäuren: Sojaöl enthält verschiedene Fettsäuren, die unterschiedliche chemische und physikalische Eigenschaften aufweisen. Für bestimmte industrielle Verwendungszwecke wird Öl mit definierten Eigenschaften benötigt. Ziel ist es, in gv-Sojabohnen eine bestimmte Fettsäure anzureichern und die Bildung anderer zu unterbinden, um Sojaöl als Rohstoff für spezielle industrielle Produkte zu erhalten.

Produktion von pharmazeutischen Wirkstoffen

  • Molecular Pharming: Nutzung von gentechnisch veränderten Sojabohnen als System zur Produktion von Arzneimittelwirkstoffen.
    So will das tschechische Institute of Experimental Botany ab 2016 im Freiland überprüfen, ob sich Sojabohnen als Produktionsorganismus für Impfstoffe eigenen.

Freilandversuche

Freilandversuche mit gv-Sojabohnen

Anzahl der Freisetzungsanträge in der EU 1994 bis 2010: 21

in den USA seit 1985: ca. 2500

Die Karte zeigt, in welchen Ländern Freilandversuche durchgeführt wurden.

Freisetzungen Soja auf einer größeren Karte anzeigen


Zulassungen

Zulassungen von gv-Sojabohnen

Weltweit sind etwa 30 Events gentechnisch veränderter Sojabohnen zugelassen, in den einzelnen Ländern unterschiedlich viele.

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Legende Karten Zulassung