Soja, Handel

Sojabohne

Anbau-Zulassungen USA, Kanada, weitere 11 Länder
Import-Zulassungen EU 21
Anbau Rumänien (2006, vor EU-Beitritt)
USA, Argentinien, Brasilien, weitere 6 Länder
Forschungsschwerpunkte Kombination verschiedener Herbizidtoleranzen, veränderte Fettsäurezusammensetzung, Stresstoleranz
Freilandversuche EU: 19 (4 Länder)
USA: über 2700, Kanada, Brasilien, Argentinien, weitere Länder

Sojabohne Info

Die Sojabohne ist die wichtigste Öl- und Eiweißpflanze weltweit. Ihr Anbau ist auf großen Flächen möglich und erfordert wenig Arbeitsaufwand. Wie alle Leguminosen nehmen Sojabohnen Luftstickstoff auf und benötigen daher keine Nitratdüngung. Die Hauptanbaugebiete liegen in warmgemäßigten und subtropischen Klimaregionen. Führende Anbauländer sind die USA, Brasilien, Argentinien, China, Indien und China.

2018 wurden weltweit 123,5 Millionen Hektar Sojabohnen angebaut. Der Anteil von gv-Sojabohnen beträgt 78 Prozent.

Sojabohnen sind Roh- und Grundstoff für unzählige Lebensmittel, -zutaten und -zusatzstoffe, etwa:

Der größte Teil der Sojaernten werden als Futtermittel verwendet. Aufgrund ihrer Aminosäurezusammensetzung sind Sojabohnen ideal für die Fütterung von Schweinen und Geflügel. In den Ölmühlen wird der Fettanteil der Sojabohnen abgetrennt und zu Ölen verarbeitet. Die übrig bleibende Sojamasse (Sojaschrot, Sojaextraktionsschrot) wird als eiweißreiches Futtermittel verwertet.

Europa erzeugt nicht genug Futtermittel für seine Nutztiere. Vor allem eiweißreiche Futtermittel fehlen - deswegen müssen jährlich etwa 35 Millionen Tonnen Sojarohstoffe vorwiegend aus Nord- und Südamerika importiert werden. Um die Abhängigkeit von Importen zu verringern, wird der Anbau von Sojabohnen (und anderer eiweißreicher Futterpflanzen) gefördert.

Sojabohnen benötigen ein feucht-warmes Klima. Inzwischen arbeiten die Züchter an neuen Sorten, die besser an das trockene und kühlere Mitteleuropa angepasst sind. Durchaus mit Erfolg: In den letzten Jahren haben die Sojaflächen zugenommen, in Deutschland waren es 2020 33.000 Hektar. Doch um die Sojaimporte vollständig zu ersetzen, wären allein in Deutschland 2,5 bis 3 Millionen Hektar nötig.


Gentechnik

Beispiele Forschung und Entwicklung (Gentechnik, neue Züchtungsverfahren)

Soja, Pflanzenschutzmittel

Resistenz gegen Herbizide ist mit Abstand das kommerziell wichtigste Merkmal der gv-Sojabohnen.RoundupReady-Sojabohnen (Resistenz gegen Herbizide mit dem Wirkstoff Glyphosat) werden seit !997 vor allem in Nord- und Südamerika großflächig angebaut. Inzwischen sind weitere gv-Sojabohnen erhältlich, die über Resistenzen gegen weitere Herbizidwirkstoffe (Glufosinat, Imidazolinone, seit 2013 auch Dicamba) verfügen, oft in Kombination. Die Landwirte können damit verschiedene Herbizide im jährlichen Wechsel aufbringen und so eine Resistenzbildung bei den Unkräutern hinauszögern. Vor allem in den USA ist das ein Problem im Sojaanbau.

Herbizidresistente Sojabohnen ermöglichen eine effektivere Unkrautbekämpfung und erleichtern pfluglose oder weniger tiefe Bodenbearbeitung (no till). (siehe auch: Herbizidtoleranz)

Verbesserte Stresstoleranz, vor allem bei Trockenheit. In Argentinien wurde im Oktober 2015 eine stresstolerante Sojabohne (HB4) für den Anbau zugelassen. Die Sojabohne wurde von argentinischen Wissenschaftlern mit staatlicher Unterstützung entwickelt. In die Sojabohnen wurde ein Gen (HaHB4) aus der Sonnenblume eingefügt, welches die Ethylenbiosynthese und damit das Pflanzenwachstum unter Stress beeinflusst. In fünfjährigen Feldversuchen hatte sich gezeigt, dass die Erträge bei Trockenstress und hohem Salzgehalt um 14 Prozent höher lagen als bei herkömmlichen Sojabohnen.

2019 wurden die HB4-Sojabohnen in Argentinien für den Anbau freigegeben. Inzwischen gibt es Anbauzulassungen auch in den USA, Brasilien und Paraguay, mit einem Anbau wird ab 2020 gerechnet.

Pflanzenöl, Sojabohnen

Fotos: Dusan Kostiv, Sorapong Chaipanya (alle 123RF)

Veränderte Öleigenschaften. Wie bei anderen ölhaltigen Pflanzenarten wird auch bei Sojabohnen an der Veränderung der Fettsäuremuster gearbeitet. Ziele sind eine Steigerung des Gesundheitswerts sowie verbesserte technologische Eigenschaften.

  • Erhöhter Anteil an Ölsäuren (86 Prozent statt 23 Prozent), dafür weniger Linolensäure.
    Aufgrund des geringeren Linolensäuregehalts werden bei der Verarbeitung solcher Sojabohnen weniger gesundheitlich bedenkliche Transfettsäuren gebildet. Diese entstehen bei hohen Temperaturen, etwa beim Härten der Fette oder beim Frittieren. Gv-Sojabohnen mit erhöhtem Ölsäuregehalt werden in den USA, Kanada und Argentinien angebaut.
  • Anreicherung mit Omega-3-Fettsäuren, die als gesundheitsfördernd angesehen werden.
    In den USA sind solche gv-Sojabohnen seit 2012 für den Anbau zugelassen.
  • In den USA wurden 2018 erstmals genom-editierte Sojabohnen angebaut und geerntet. Durch zwei gezielte Mutationen, die mit Hilfe des Genome Editing-Verfahrens TALEN ausgelöst wurden, enthalten die Sojabohnen weniger gesättigte Fettsäuren und mehr der gesundheitlich wertvolleren Ölsäure. Sie gelten in den USA nicht als GVO und können deshalb ohne besondere Auflagen angebaut werden.

Freilandversuche

Freilandversuche mit gv-Sojabohnen

Die Karte zeigt, in welchen Ländern Freilandversuche durchgeführt wurden.

Freisetzungen Soja auf einer größeren Karte anzeigen


Zulassungen

Zulassungen von gv-Sojabohnen

Weltweit sind etwa 35 Events gentechnisch veränderter Sojabohnen für den Anbau zugelassen, in den einzelnen Ländern unterschiedlich viele.

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Legende Karten Zulassung neu

Großes Foto oben: Jovan Jaric/123RF